Freie Universität Berlin


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Video-Porträt: Piet Brouwer, Alexander von Humboldt-Professor

Der Physiker baut an der Freien Universität ein Zentrum für Theoretische Physik auf

11.05.2009

Der Physiker Piet Brouwer kehrt nach zehn Jahren an der Cornell University (Ithaca, USA) nach Europa zurück
Der Physiker Piet Brouwer kehrt nach zehn Jahren an der Cornell University (Ithaca, USA) nach Europa zurück Bildquelle: Alexander von Humboldt-Stiftung

Er ist 37 Jahre jung und gehört bereits zur Weltspitze in der Wissenschaft: Der Festkörperphysiker Piet Wibertus Brouwer ist einer von acht führenden Wissenschaftlern, die jetzt in Berlin mit dem höchst dotierten internationalen Preis für Forschung in Deutschland ausgezeichnet wurden. Sie erhalten jeweils eine Alexander von Humboldt-Professur. Das Video-Porträt stellt Brouwer und seine Forschung vor.

Vom 1. Juli an wird der gebürtige Niederländer Piet Wibertus Brouwer, der bisher an der Cornell University in den USA forscht, an der Freien Universität Berlin lehren und arbeiten. Ein bisschen fühlt er sich wie der Wanderer zwischen zwei Welten. In den USA hat Piet Brouwer seinen Wohnsitz bereits aufgelöst, aber eine neue Bleibe in Berlin fehlt ihm noch. „Ich bin zurzeit obdachlos“, flachst er. „Wir suchen gerade nach einer Wohnung in Zehlendorf oder Umgebung.“ Bis dahin hat der Physikprofessor mit seiner Familie Unterschlupf bei den Schwiegereltern im Sauerland gefunden. Denn seine Frau stammt aus Deutschland.

Das war aber nicht der einzige Grund, warum Piet Brouwer das Angebot aus der Bundeshauptstadt gern angenommen hat. „Mich haben die wissenschaftlichen Möglichkeiten an der Freien Universität Berlin gereizt“, sagt er, „und die Chance, dort mit so exzellenten Kollegen wie dem Physiker Felix von Oppen zusammenarbeiten zu können.“ Da war der gute Ruf, den Berlin als Metropole bei den Amerikanern genießt, nur noch ein zusätzliches Argument.

Piet Brouwer baut an der Freien Universität Zentrum für Theoretische Physik auf

In der Hauptstadt wartet auf Piet Brouwer ein ehrgeiziges Pilotprojekt. Unter seiner Federführung soll an der Freien Universität ein Zentrum für Theoretische Physik entstehen. Im „Dahlem Center for Complex Quantum Systems“ sollen die Grundlagen für die Entwicklung von Computerchips im Nanometerbereich erforscht werden, das heißt in so unvorstellbar kleinen Größenordnungen von einem Millionstel Millimeter.

„Die größte Herausforderung“, sagt Piet Brouwer, „besteht darin, die richtigen Fragen zu stellen. Und meine Frage ist: Was passiert, wenn wir Metalle immer kleiner machen und nach neuen physikalischen Gesetzmäßigkeiten auf der Nano-Ebene der Elektronik suchen?“

Um Antworten auf die Fragen aus der Nano-Welt zu finden, werden in dem neuen Zentrum Physiker mehrerer Fachrichtungen zusammenarbeiten. Das Ziel ist vielversprechend: Denn das neue Grundlagenwissen könnte das Fundament für die Nano-Elektronik der Zukunft liefern, wie beispielsweise superschnelle Computerspeicher.

Bund fördert Brain-Gain

Der Bund lässt sich die Spitzenforschung etwas kosten. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Alexander von Humboldt-Professuren sind mit Preisgeldern von bis zu fünf Millionen Euro dotiert. Das Geld soll den Top-Wissenschaftlern aus dem Ausland in Deutschland die Möglichkeit eröffnen, langfristig hochkarätige Forschung zu betreiben und so zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes Deutschland beizutragen.

Für Piet Brouwer ist es nicht die erste wissenschaftliche Auszeichnung. 2006 erhielt er bereits den Friedrich Wilhelm Bessel-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung, 2007 den Provost‘s Award for Distinguished Scholarship der Cornell University. Brouwer studierte Physik und Mathematik im niederländischen Leiden,  wo er 1997 im Fach Physik promoviert wurde. Nach einem Forschungsaufenthalt in Harvard wechselte der Nachwuchswissenschaftler 1999 an die Cornell University (Ithaca) in den USA. Zehn Jahre später kehrt er nun nach Europa zurück.