Freie Universität Berlin


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Mit PC und Kugelschreiber komplexen Fluiden auf der Spur

Seit Oktober ist Sabine Klapp neue Professorin für Theoretische Physik an der Freien Universität.

11.11.2008

Sabine Klapp ist neue Professorin für theoretische Physik
Prof. Dr. Sabine Klapp Bildquelle: Sabrina Wendling

Als Sabine Klapp vor zehn Jahren an der Freien Universität Berlin in Physik mit „summa cum laude“ promoviert wurde, hätte sie sich auch vorstellen können, in einer Unternehmensberatung zu arbeiten. "Dort sind Naturwissenschaftler ja sehr gefragt“, erzählt die Wissenschaftlerin.

Damals hatte Sabine Klapp ein Studium in Erlangen und Göttingen hinter sich, hatte bei Professor Frank Forstmann an der Freien Universität promoviert und den Carl-Ramsauer-Preis für herausragende Dissertationen erhalten. In der Wirtschaft beworben hat sie sich dann doch nicht. „Schon während der Promotion habe ich festgestellt, dass mir die Arbeit an der Universität viel zu großen Spaß macht – das hätte ich nicht eintauschen wollen“, meint die Physikerin.

Förderung durch das Emmy-Noether-Programm

Sabine Klapp bewarb sich erfolgreich für ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und ging für ein zweijähriges Postdoktoranden-Programm an die University of British Columbia nach Vancouver, Kanada. Dort wurde sie auf das Emmy-Noether-Programm der DFG aufmerksam, das sich gezielt an herausragende junge Wissenschaftler im Ausland richtet, um sie für die deutsche Forschung zurück zu gewinnen: Durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe und Lehraufgaben können sich diese Forscher während des fünfjährigen Programms für eine wissenschaftliche Leitungsaufgabe, insbesondere als Hochschullehrer qualifizieren.  Sabine Klapp war eine der Ersten, die durch dieses Programm gefördert wurden.

Neuberufen an die Freie Universität

Am Fachbereich Physik an der Freien Universität dürfte man jedenfalls froh sein, dass sich Sabine Klapp damals gegen eine Wirtschafts- und für eine akademische Karriere, sowie gegen einen längeren Aufenthalt in Kanada und für Berlin entschieden hat: Seit dem 1. Oktober ist Sabine Klapp neuberufene Professorin für Theoretische Physik an der Freien Universität. Ihr Forschungsbereich widmet sich der Untersuchung der  Vielteilcheneigenschaften komplexer Fluide und Nanopartikel. Sabine Klapp interessiert an komplexen Fluiden vor allem ihre „spannende Physik“ – ihre neuartigen Phasenübergänge etwa. Als theoretische Physikerin verwendet sie bei der Forschung vor allem Methoden der Statistischen Physik. Ihre Arbeitswerkzeuge: Stift, Papier, und mehrere leistungsstarke Rechner. „In unserem Forschungsbereich muss man sowohl ein Interesse an Physik als auch an numerischen Berechnungen mitbringen“, meint Klapp. Die Lehre ist für sie neben der Forschung genau so wichtig: Zuletzt betreute sie im Rahmen des Emmy-Noether-Programms der DFG eine Gruppe von Nachwuchsforschern: „Ich gebe gerne etwas weiter. Junge Menschen zu motivieren und an die Forschung heranzuführen – das macht mindestens ebenso viel Spaß, wie die Forschung selbst.“