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再見, 臺灣! – Bis bald, Taiwan!

Nora Lessing schickt zum letzten Mal Post aus Taipeh! Und sinniert darüber, was ihr nach dem Abschied fehlen wird

29.02.2016

Wird Nora Lessing fehlen: Augenbrauenpflege auf Schritt und Tritt.
Wird Nora Lessing fehlen: Augenbrauenpflege auf Schritt und Tritt. Bildquelle: Privat
Unterirdisches Einkaufslabyrinth: die Bahnhofshalle des Hauptbahnhofs in Taipeh.
Unterirdisches Einkaufslabyrinth: die Bahnhofshalle des Hauptbahnhofs in Taipeh. Bildquelle: Privat

Ende Januar ist es dann soweit: Der Rucksack ist gepackt, die Kaution für meine Wohnung als dickes Geldbündel in meinem Rucksack verstaut. Ich winke Jeff, dem Sohn meines Vermieters, zum Abschied. „Wenn Du wiederkommst, melde Dich!“, sagt er und lächelt. Er bietet mir einen Schlafplatz und sich selbst als Inselguide an. Ein letzter Beweis für die unsagbare Freundlichkeit der Taiwanesen.

Ächzend und schnaufend mache ich mich auf den Weg zur Post in Gongguan, wo ich sagenhafte 14 Kilo Mitbringsel und Bücher aus Taiwan verschiffen lasse. Dauerregen und ein grauer Feuchtigkeitsschleier über der Stadt vereiteln, dass ich sentimental werde, als ich im Bus zum Flughafen sitze.

Was fehlen wird...

Einiges wird fehlen – die freundliche 7eleven-Mitarbeiterin mit den Hello Kitty Kontaktlinsen etwa, bei der ich jeden Tag eingekauft habe. Oder die unglaubliche Auswahl an leckerem Tofu bei meinem Lieblingsbuffet in der Nähe der Universität. Und natürlich Teacher Chen, die mich beim Abschied so lange gedrückt hat, bis uns beiden die Tränen kamen.

... und was weniger

Was eher nicht fehlen wird, ist das Sprachbarrieren-bedingte Gefühl der Hilflosigkeit in Alltagssituationen. Auch stellt sich eine gewisse Beruhigung ob der Tatsache ein, dass ich in absehbarer Zeit nicht mehr im Q-Square verloren gehen werde – einer Art Bermudadreieck von Shopping Mall, das direkt an den Hauptbahnhof Taipehs anschließt. Andererseits komme ich so leider auch nicht mehr in den Genuss, die wechselnden Kunstausstellungen in den labyrinthartigen Gängen desselben in Augenschein zu nehmen.

Auch die Fülle an geschmacklich etwas zweifelhaften Modeaccessoires sowie Astroberatern und kompetenter Augenbrauenpflege auf Straßenmärkten kommen leider so schnell nicht wieder. Aber wie sagte der Handleser noch neulich? „Du bist eine zu ungeduldige Person.“ Die nächste Reise kommt bestimmt. Bis dahin: mach’s gut, Taiwan!

Weitere Informationen

In unserer campus.leben-Serie „Post aus...“ berichten sechs Studierende, zwei Doktorandinnen und ein Auszubildender noch bis Ende Februar von ihren Auslandsaufenthalten. Hier haben wir die neun Reisenden vorgestellt und hier finden Sie Nora Lessings Berichte.