Freie Universität Berlin


Service-Navigation

Die Schweiz des Mittleren Ostens

Post aus Oman! Salome Bader lernt bei einem Ausflug die Gastfreundlichtkeit der Omani kennen

11.11.2015

Mindestens 60 Meter tief ist das Bimah Sinkhole, ein Erdloch, das etwa zwei Autostunden von Maskat entfernt liegt und um dessen Entstehung sich omanische Legenden ranken.
Mindestens 60 Meter tief ist das Bimah Sinkhole, ein Erdloch, das etwa zwei Autostunden von Maskat entfernt liegt und um dessen Entstehung sich omanische Legenden ranken. Bildquelle: Privat
Badegäste lassen Füße und Seele baumeln am Bimah Sinkhole.
Badegäste lassen Füße und Seele baumeln am Bimah Sinkhole. Bildquelle: Privat

Zwei Wochen nach unserer Ankunft erkunden wir erstmals die Gegend außerhalb Maskats. Ungefähr zwei Stunden Autofahrt entfernt befindet sich das Bimah Sinkhole, auch bekannt als Hawiyat Najm (Fallender Stern) Park. Während eine omanische Legende besagt, dass hier einmal ein Meteorit eingeschlagen ist und so das Loch geschaffen hat, gehen Geologen davon aus, dass die unteren Gesteinsschichten vom Wasser ausgewaschen wurden und irgendwann die obere Erde eingestürzt ist. Wie auch immer es war, es ist sehr beeindruckend. Salzwasser vom nahen Strand und Süßwasser aus den Bergen vermischen sich in dem an der tiefsten Stelle mindestens 60 Meter tiefen Loch.

Die Farbe des Wassers ändert sich, je nachdem wie viel Salzwasser sich im Loch befindet und wie viele Badegäste das Wasser verwirbeln. Heute ist es einigermaßen klar, denn es hat vorher geregnet – unser erster Regen seit unserer Ankunft im Oman – und dementsprechend waren wenige Menschen bisher hier. Wir lernen am Rand des Sinkholes einen Omani, Khaled, kennen. Wie wir später mitbekommen, arbeitet er diese Woche als Wächter im Park und nach einigen interessanten Geschichten zum Sinkhole lädt er uns auf einen Quahwa ein, einen mit Kardamom gewürzten Kaffee. Bevor wir zurückfahren, sollen wir uns doch bei ihm am Tor vorne melden. Doch zuallererst heißt es Schwimmen, von unteren Felsen des Sinkholes springen und sich die Füße von den kleinen Fischen im Wasser massieren zu lassen – anderswo muss das bezahlt werden, hier ist es umsonst.

Datteln und Quahwa am Wächterhäuschen

Danach schauen wir bei Khaled in seinem Wächterhäuschen vorbei. Er hat gerade Besuch von einigen Franzosen, mit denen er sich halb auf Französisch, halb auf Englisch unterhält. Im Haus sitzt ein weiterer Freund, der uns mit „Guten Tag“ begrüßt. Überrascht erfahren wir, dass er bereits mehrere Male in Deutschland war und da natürlich auch ein paar Wörter gelernt hat. So fließen immer wieder deutsche Wörter in das Gespräch ein, während wir auf dem Boden Platz nehmen und man uns Datteln und Quahwa serviert. Fast zwei Stunden unterhalten wir uns: über Kulturen, speziell die omanische und die deutsche, Ausflugmöglichkeiten im Oman und die Auswirkungen der Globalisierung. Die beiden Omanis erklären uns, wie wichtig es ihnen sei, mit Touristen in Kontakt zu kommen, ihre Kultur und ihre Traditionen zu zeigen und das durch die Medien oft sehr negativ geprägte Bild von der arabischen Welt zu berichtigen.

Wir pflichten ihnen bei und erzählen auch von unseren bisherigen Eindrücken des Oman: Die Freundlichkeit der Menschen, besonders Gästen gegenüber, ist einmalig. Wir wurden immer herzlich empfangen, uns wurde mit Respekt und Toleranz begegnet und uns wurde immer geduldig alles erklärt, auch wenn wir nach drei Versuchen immer noch nicht das arabische Wort verstanden hatten. Die Leute hier sind sehr offen und tolerant, man muss sich nur die Zeit nehmen und sich trauen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, dann erlebt man die Gastfreundlichkeit der Omanis. Auf diesem Weg kann man auch die Kultur, das Land, die Menschen richtig kennenlernen – nicht ohne Grund wird der Oman manchmal „die Schweiz des Mittleren Ostens“ genannt.

Weitere Informationen

In unserer campus.leben-Serie „Post aus...“ berichten sechs Studierende, zwei Doktorandinnen und ein Auszubildender von ihren Auslandsaufenthalten. Hier haben wir die neun Reisenden vorgestellt und hier finden Sie Salome Baders ersten Bericht.