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„Gefühlt nie wach und schon wieder müde“

Post aus Spitzbergen! Janna Einöder erlebt die dunkle Jahreszeit in Longyearbyen

15.12.2015

Wunderschönes Naturschauspiel: Aurora borealis über dem Studentenort Nybyen.
Wunderschönes Naturschauspiel: Aurora borealis über dem Studentenort Nybyen. Bildquelle: Alexandra Poje
Norwegische Tradition: Der Tanz um den Weihnachtsbaum ist ein Muss - sowohl im Advent als auch an Weihnachten selbst.
Norwegische Tradition: Der Tanz um den Weihnachtsbaum ist ein Muss - sowohl im Advent als auch an Weihnachten selbst. Bildquelle: Janna Einöder
Schneesturm-Selfie: Janna Einöder inmitten von einem der vielen Schneestürme.
Schneesturm-Selfie: Janna Einöder inmitten von einem der vielen Schneestürme. Bildquelle: Privat

Am 26. Oktober war es soweit: Der letzte Sonnenuntergang läutete offiziell die dunkle Jahreszeit ein. Für die Menschen in Longyearbyen bedeutet das: 24 Stunden Dunkelheit und das vier Monate lang, bis sich die Sonne Ende Februar wieder über den Horizont schiebt. Für uns bedeutet die dunkle Jahreszeit hauptsächlich Unmengen an Kaffee und eine unbeschreibliche Mischung aus „gefühlt nie wach“ und „schon wieder müde sein“. Morgens in der Dunkelheit aufzuwachen ist extrem befremdlich – ohne Uhr wüsste ich nie auch nur annähernd wie spät es ist. Dazu kommen die starken Winterstürme, die über die Stadt fegen und bei denen man sich dreimal überlegt, ob man den Weg zur Uni wagen soll.

Neben einer endlosen Liste von Deadlines und Klausuren, die erschwerend mit Schlafmangel und Kälte bezwungen werden müssen, wäre Spitzbergen aber nicht Spitzbergen, wenn es nicht doch noch einiges zu bieten hätte, was die Dunkelheit erträglich macht. Etwa die unfassbaren Nordlichter, die Aurora borealis, die sich wie schimmernde, farbige Bänder über den Himmel ziehen und die Nacht erhellen.

Oder die unzählbaren Sterne am Himmel – an klaren Tagen kann man von den Bergen aus sogar die Milchstraße sehen. Traumhaft schön. Außerdem bringt die dunkle Jahreszeit die Menschen tatsächlich noch ein Stück näher zusammen und durch die vielen Film- , Strick- und Kochabende haben wir uns trotzdem eine tolle Zeit gemacht.

Weihnachtsstimmung in Longyearbyen

Ende November konnten wir Studenten dann auch endlich ein bisschen norwegische Kultur erleben. Am ersten Advent wurden nachmittags alle Lichter der Stadt für ein paar Stunden gelöscht, um traditionell die Adventszeit einzuläuten. Ein Lichterzug mit Fackeln ging vom Stadtende bis zum zentralen Platz, dem torget, auf dem ein Weihnachtsbaum platziert wurde. (Der einzige Baum, der es nach Longyearbyen geschafft hat!)

Auf dem Platz wurde gratis gløgg verteilt, ein Blasorchester spielte Weihnachtslieder und mit einem Countdown wurde der Weihnachtsbaum erleuchtet und die Lichter der Stadt taten es ihm nach. Anschließend kamen die Menschen um den Weihnachtsbaum zusammen, nahmen sich an die Hand und es wurde gemeinsam um den Baum getanzt. Eine wunderschöne Tradition, die Lust auf Weihnachten macht!

Weitere Informationen

In unserer campus.leben-Serie „Post aus...“ berichten sechs Studierende, zwei Doktorandinnen und ein Auszubildender von ihren Auslandsaufenthalten. Hier haben wir die neun Reisenden vorgestellt und hier finden Sie die vorangegangenen Berichte von Janna Einöder.