Freie Universität Berlin


Service-Navigation

Gefühlte 45 Grad in der Sonne – ohne einen Windzug

Post aus Mosambik! Marlon Bachmann, Auszubildender zum Fachinformatiker, baut an einer afrikanischen Hochschule ein Campus-Netz auf

20.10.2015

Marlon Bachmann (vorne Mitte) und das MoçamBIT-Team im Krüger-Nationalpark in Südafrika.
Marlon Bachmann (vorne Mitte) und das MoçamBIT-Team im Krüger-Nationalpark in Südafrika.
Zwei Wochen lang sind die Auszubildenden zum Fachinformatiker in Maputo, um in einer dortigen Hochschule ein Campus-Netz aufzubauen.
Zwei Wochen lang sind die Auszubildenden zum Fachinformatiker in Maputo, um in einer dortigen Hochschule ein Campus-Netz aufzubauen.
Arbeitsplatz für zwei Wochen: der Server-Raum im Lehrerbildungsinstitut Dom Bosco.
Arbeitsplatz für zwei Wochen: der Server-Raum im Lehrerbildungsinstitut Dom Bosco.

Nach einer 18-stündigen Reise mit Zwischenstopps in Frankfurt und Addis Ababa, bin ich mit meinen beiden Kollegen in Maputo angekommen. Als wir mit unserem Projektleiter aus dem Flughafen kamen und zum Auto gingen, wurden wir wie von einer Hitzewand erschlagen: gefühlte 45 Grad in der Sonne ohne einen Windzug.

Nachdem wir im Instituto Industrial de Maputo angekommen waren, einer großen gewerblich-technischen Berufsschule in der Hauptstadt, wurden wir einigen Mitarbeitern vorgestellt. Sie waren alle sehr herzlich, haben viel gelacht und sich darüber gefreut, dass das Projekt „MoçamBIT“ in die nächste Runde geht. Wir sollen hier nämlich innerhalb von zwei Wochen an einer Hochschule ein Campusnetz planen und installieren. Dafür müssen wir sogenannte Access Points, mit denen man beispielsweise PC oder Laptops drahtlos in ein Netzwerk oder das Internet bringt, konfigurieren und aufbauen. Außerdem müssen wir auf dem Windows-Server einen Network Policy Server installieren, der die Benutzerauthentifizierung für das Campusnetzwerk steuert.

Anschließend fuhren wir ins Hotel, alle wollten nach dem langen Flug nur noch ins Bett. Als wir ankamen, war unsere Unterkunft leider noch belegt. Nach einigen Diskussionen sind wir in einem Gästehaus in der Nähe untergekommen und werden dort die erste Woche bleiben. Mein erster Eindruck ist, dass hier viel improvisiert wird und nicht alles nach Plan läuft.

Von vorne anfangen

Am nächsten Tag waren wir im Lehrerbildungsinstitut Dom Bosco, das unter der Leitung eines spanischen kirchlichen Ordens steht und eine der besten Ausbildungseinrichtungen für Lehramtsstudenten in Mosambik ist. Als wir ankamen, wurden wir schon sehnsüchtig vom derzeitigen Administrator und seinem Assistenten erwartet. Einige administrative Projekte hatten unsere Vorgänger, Auszubildende der Berliner Strato AG, begonnen. Sie haben unter anderem die Netzwerkinfrastruktur für das Institut geplant und aufgebaut. Leider stellte sich heraus, dass nach deren Abreise vieles davon unbeabsichtigt zerstört worden war. So mussten wir wieder von vorne anfangen, die Server neu zu verkabeln, die VLANs (virtuelle Netzwerke) richtig zu konfigurieren und die Webseite vom Instituto auf eine neue IP-Adresse umzuziehen, weil der Provider gewechselt worden ist.

Unser Arbeitsplatz im Lehrerbildungsinstitut Dom Bosco ist der Serverraum. Aufgefallen ist mir, dass hier im Gegensatz zum Instituto Industrial de Maputo, alles sehr sauber und ordentlich ist. Der Leiter des Instituto superior Dom Bosco, Padre José, begrüßte uns sehr herzlich und äußerte seine Erwartung, dass wir die technischen Probleme in den Griff kriegen.

Sich den Herausforderungen stellen

Als wir uns den Server anguckten, merkten wir wieder, dass hier offenbar viel improvisiert werden musste. Alles war irgendwie zusammengesteckt und unstrukturiert aufgebaut, nach dem Motto: Hauptsache, es funktioniert. Als ich später nach einem LAN-Kabel fragte, gab man mir ein zu kurzes. Als ich nach einem längeren fragte, bekam ich ein weiteres zu kurzes. Der Administrator wollte die beiden Kabel miteinander crimpen, also die beiden Drähte der LAN-Kabel miteinander verbinden – was natürlich nicht funktionierte.

Meine Kollegen und ich sind sehr gespannt, was uns in den nächsten Tagen erwartet. Wir werden uns, so gut es geht, den Bedingungen stellen.

Weitere Informationen

MoçamBIT ist ein Azubiprojekt, das Auszubildende der Berliner Strato AG vor fünf Jahren ins Leben gerufen haben. Da die Strato AG in diesem Jahr keine Azubis hatte, die nach Mosambik entsendet werden konnten, ist sie an den Ausbildungsverbund afib herangetreten. MoçamBIT wird derzeit zum fünften Mal durchgeführt und ist auf Dauer ausgelegt.

In unserer campus.leben-Serie „Post aus...“ berichten sechs Studierende, zwei Doktorandinnen und ein Auszubildender von ihren Auslandsaufenthalten. Hier haben wir die neun Reisenden vorgestellt.