Freie Universität Berlin


Service-Navigation

Bronze, Silber und Gold

Linda Neumann, Tierpflegerin an der Freien Universität, holte bei den Schwimm-Europameisterschaften der Gehörlosen in Russland drei Medaillen

25.08.2014

Gold, Silber und Bronze: Das Medaillenergebnis der hauptberuflichen Tierpflegerin an der Freien Universität kann sich sehen lassen. Ihr nächstes Ziel sind die Olympischen Spiele 2017 in Rio.
Gold, Silber und Bronze: Das Medaillenergebnis der hauptberuflichen Tierpflegerin an der Freien Universität kann sich sehen lassen. Ihr nächstes Ziel sind die Olympischen Spiele 2017 in Rio. Bildquelle: Privat
Linda Neumann holte bei der Schwimm-EM der Gehörlosen im russischen Saransk die Goldmedaille über 400 Meter Freistil.
Linda Neumann holte bei der Schwimm-EM der Gehörlosen im russischen Saransk die Goldmedaille über 400 Meter Freistil. Bildquelle: Deutscher Gehörlosen Sportverein

Morgens früh um sechs Joggen um den Schlachtensee oder Schwimmtraining im Hallenbad. Dann zur Arbeit nach Dahlem: Pferde longieren und striegeln, Hunde ausführen, Käfige reinigen oder Schafe scheren. Im Anschluss wieder zwei bis drei Stunden Training. Linda Neumanns Vorbereitung für die 11. Schwimm-Europameisterschaften der Gehörlosen in Saransk, Russland, verlangte viel Disziplin und vollen Einsatz. Aber die Mühe zahlte sich für die 21-Jährige aus – Linda Neumann konnte einen ganzen Medaillensatz mit nach Hause nehmen.

Gleich am ersten Wettkampftag im Juni wurde sie Europameisterin über 400 Meter Freistil. „Das war ein unglaublich schönes Gefühl. Nach der Goldmedaille am ersten Wettkampftag fiel eine große Last von mir ab und ich konnte an den nächsten Wettkämpfen entspannter an den Start gehen“, sagt sie. Das gewonnene Selbstvertrauen zum Auftakt beflügelte die Leistungssportlerin: Am folgenden Wettkampftag schwamm sie über 800 Meter Freistil zur Silbermedaille. Der Medaillensatz wurde schließlich komplett, als Neumann Bronze über 400 Meter Lagenschwimmen holte – eine Disziplin, bei der die vier Schwimmstile Schmetterling, Rücken, Brust und Freistil nacheinander geschwommen werden.

Einzige gehörlose Leistungsschwimmerin Berlins

„Das Element Wasser hat mich schon immer fasziniert“, sagt Neumann, die dank eines Hörimplantats hören kann und seit 2008 dem Nationalkader der Schwimmer mit Hörminderung angehört. Weil sie die einzige gehörlose Leistungsschwimmerin in Berlin ist, trainiert sie bei einem „hörenden“ Verein, dem TSV Zehlendorf 1888. Große Unterschiede gebe es bei den Wettkämpfen, ob hörend oder gehörlos, aber nicht: „Nur das Startsignal wird uns dann nicht mit einem Pfiff, sondern über Lampensignale angezeigt“, sagt Neumann, die mittlerweile international zu den erfolgreichsten Schwimmerinnen ihrer Klasse zählt. Vom Spitzensport allein kann Neumann allerdings nicht leben. Um Spitzensport und Beruf miteinander zu vereinbaren, ist Neumann auf das Entgegenkommen der Freien Universität angewiesen.

Eine duale Karriere im Sport und im Studium oder der Ausbildung wird an der Freien Universität auf Basis eines Vertrages mit dem Olympiastützpunkt Berlin gefördert. „Die Freie Universität hat mich bei meinen Wettkampfvorbereitungen sehr unterstützt. Ich konnte wegen meines Frühtrainings etwas später zur Arbeit kommen und war für die Trainingseinheiten am Olympiastützpunkt von der Arbeit freigestellt“, so Neumann.

Ihre Ziele: Tierpflegermeisterin werden und die Olympischen Spiele für Gehörlose 2017

Linda Neumann arbeitet am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Freien Universität, wo sie ihre Ausbildung zur Tierpflegerin im vergangenen Jahr erfolgreich abschloss. Am Institut umsorgt sie die kleinen und großen Vierbeiner, von Mäusen bis zu Pferden. „Die körperliche Arbeit drinnen und draußen liegt mir”, sagt Neumann.

Gerne würde sie sich fortbilden und Tierpflegermeisterin werden. Auch sportliche Ziele hat sich die ehrgeizige Schwimmerin gesteckt: „Ich würde gerne noch bis zu den 23. Deaflympics 2017, den Olympischen Spielen für Gehörlose, aktiv im Schwimmsport bleiben. Das wären dann meine dritten Olympischen Spiele.”

Weitere Informationen

Spitzensport an der Freien Universität Berlin

Die Freie Universität Berlin fördert, auf Grundlage eines Kooperationsvertrages mit dem Olympiastützpunkt Berlin, in besonderer Weise studierende Athletinnen und Athleten, die einen A-B-C- oder Sonderkaderstatus haben. Gemeinsames Ziel der Vertragspartner ist es, eine erfolgreiche „Duale Karriere“ im Leistungssport und der akademischen Ausbildung zu ermöglichen. Beauftragter für die Spitzensportförderung an der Freien Universität und Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Förderung der studierenden Spitzensportlerinnen und Spitzensportler ist Jörg Förster, Direktor des Hochschulsports, E-Mail: joerg.foerster@fu-berlin.de.

Mehr zur Förderung von Spitzensportlern durch die Freie Universität