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„Universitäten aller Länder, vereinigt euch!“

Die Peking University und die Freie Universität kooperieren künftig verstärkt / Präsidentendelegation der Peking University war zu Gast in Berlin

17.07.2014

Der Präsident der Peking University Wang Enge (rechts) betonte die Bedeutung von internationalen Hochschulkooperationen für zukunftsorientierte und herausragende Forschung.
Der Präsident der Peking University Wang Enge (rechts) betonte die Bedeutung von internationalen Hochschulkooperationen für zukunftsorientierte und herausragende Forschung. Bildquelle: Juliane Küppers
Der Besuch der Präsidentendelegation von der Peking University an der Freien Universität und das erweiterte Kooperationsabkommen stärken erneut die Zusammenarbeit zwischen beiden Hochschulen.
Der Besuch der Präsidentendelegation von der Peking University an der Freien Universität und das erweiterte Kooperationsabkommen stärken erneut die Zusammenarbeit zwischen beiden Hochschulen. Bildquelle: Juliane Küppers

Eine Dependance der Peking University in Dahlem und eine Vertretung der Freien Universität an der Pekinger Hochschule? Gemeinsame Programme, in denen Studierende sowohl in Berlin als auch Peking ausgebildet werden? Interdisziplinäre Graduiertenschulen, die in beiden Städten angesiedelt sind? Viele Ideen wurden beim Besuch einer Delegation der Peking University an der Freien Universität mit dem Ziel besprochen, die strategische Partnerschaft auszubauen. Außerdem wurde ein Vertrag über ein gemeinsam mit der Humboldt-Universität geplantes geistes- und sozialwissenschaftliches Forum unterzeichnet. Universitätspräsident Professor Peter-André Alt begrüßte neben dem neuen Präsidenten der Peking University, Wang Enge, eine große Delegation mit renommierten Forschern aus den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften in Dahlem.

„Unsere außerordentliche Partnerschaft besteht seit mehr als 30 Jahren“, sagte Alt. „Daher dürfen auch unsere Zukunftsprognosen außerordentlich sein.“ Das Treffen der Präsidentendelegationen und das Abkommen über die erweiterte Kooperation stehen in guter Tradition: Schon 1981 unterzeichneten die Freie Universität und die Peking University einen Hochschulvertrag, der ein Austauschprogramm für Wissenschaftler ermöglichte. Es war das erste deutsch-chinesische Hochschulabkommen.

Seitdem sind zahlreiche gemeinsame Projekte realisiert worden wie das – gemeinsam mit der Humboldt Universität getragene – Zentrum für Deutschlandstudien an der Peking University, das Konfuzius-Institut in Berlin sowie die Graduate School East Asian Studies an der Freien Universität, deren chinesischer Hauptpartner die Peking University ist. Zurzeit laufen zwischen beiden Hochschulen außerdem mehr als zehn Fach-Kooperationen mit Konferenzen, Workshops und Lehrveranstaltungen.

Das chinesische Harvard vernetzt sich

Die Peking University ist die älteste und renommierteste Universität Chinas und gilt als chinesisches Harvard. Die 1898 gegründete Hochschule führt regelmäßig das chinesische Hochschulranking an, vor allem in den Natur- und Geisteswissenschaften. Seit der Öffnung Chinas ab dem Ende der 1970er Jahre hat sich die Peking University mit regen Internationalisierungsmaßnahmen und dem Aufbau von langfristigen Kooperationen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit hervorgetan.

„Um die Worte eines berühmten Deutschen zu benutzen: Universitäten aller Länder, vereinigt euch!“ Li Chenjian, stellvertretender Dekan der School of Life Sciences der Peking University, betonte bei seinem Besuch in Dahlem, wie groß die Bedeutung der internationalen Vernetzung für die Forschung sei. „Wir ziehen immer mehr hochkarätige Forscher von Top-Universitäten wie Stanford und Cambridge in Peking an – und immer mehr Wissenschaftler unserer Universität arbeiten an renommierten Hochschulen im Ausland“, sagte Li. „Neue Erkenntnisse erreichen besonders schnell die Partnereinrichtungen. Unsere Zusammenarbeit mit der Freien Universität spiegelt diese zukunftsorientierte Art der Forschung und Lehre wider.“

Verstärkte Kooperation in der Forschung

In den Geistes- und Sozialwissenschaften sind Forschungsprojekte, an denen beide Partnern beteiligt sind, schon lange etabliert; in Zukunft sollen auch die Kooperationen in den Naturwissenschaften ausgebaut werden. Eine Delegation von Biochemie-Professoren der Freien Universität wird beispielsweise im Oktober 2014 ihre Pekinger Kollegen besuchen, um den Wissensaustausch zwischen den hiesigen und dortigen Einrichtungen zu verstärken. Auch in der Mathematik ist geplant, die bereits existierenden Verbindungen zu intensivieren.

Insgesamt wollen die Peking University und die Freie Universität die Präsenz der jeweils anderen Hochschule auf ihrem Campus verstärken – denkbar seien Büros oder gezielte Werbewochen für Studienprogramme auf dem Campus des Partners.

Innovative und zukunftsorientierte Programme

Auch an zwei Vorzeigeprojekten der Peking University wird die Freie Universität teilnehmen: Das „Yenching Academy Programm“ richtet sich an zukünftige Führungskräfte („Global Leaders“). Es ist angelehnt an das Rhodes-Scholarship-Programm der Oxford University: Außerordentliche Studierende aus aller Welt erhalten die Möglichkeit, für ein einjähriges englischsprachiges Masterstudienprogramm nach Peking zu kommen. Für Absolventen der Freien Universität stehen jährlich zwei Vollstipendien zur Verfügung. Die „Green Alliance of Universities for Sustainable Future“ ist eine neue Initiative der Peking University, bei der in Zusammenarbeit mit den Hochschulpartnern Nachhaltigkeitskonzepte erforscht und umgesetzt werden sollen. Die Freie Universität wurde als einzige deutsche Universität eingeladen, daran teilzunehmen.