Freie Universität Berlin


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„Den Nachwuchs fördern und belohnen“

Deutschlandstipendien und Ernst-Reuter-Preis am 65. Gründungstag der Freien Universität vergeben

18.12.2013

Die diesjährigen Ernst-Reuter-Preisträger (v.l.n.r.): Till Weingärtner, Paula Protsch, Thomas Grohmann und  Imke Lüders.
Die diesjährigen Ernst-Reuter-Preisträger (v.l.n.r.): Till Weingärtner, Paula Protsch, Thomas Grohmann und Imke Lüders. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Improvisationstalente: Mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik trug das Schauspiel-Trio "Theatersport Berlin" aus dem Stehgreif Gedichte zum Thema Stipendien auf.
Improvisationstalente: Mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik trug das Schauspiel-Trio "Theatersport Berlin" aus dem Stehgreif Gedichte zum Thema Stipendien auf. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
So viel wurde am Ernst-Reuter-Tag noch nie gelacht: Beim Publikum kamen die Zwischenspiele von "Theatersport Berlin" gut an.
So viel wurde am Ernst-Reuter-Tag noch nie gelacht: Beim Publikum kamen die Zwischenspiele von "Theatersport Berlin" gut an. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Bild: Gute Stimmung am 65. Geburtstag (v.r.n.l.): Professor und Mitglied der Preiskommission Gunter Gebauer, Universitätspräsident Professor Peter-André Alt, Vorstandsvorsitzender der Ernst-Reuter-Gesellschaft Walter Rasch, Kanzler Peter Lange.
Bild: Gute Stimmung am 65. Geburtstag (v.r.n.l.): Professor und Mitglied der Preiskommission Gunter Gebauer, Universitätspräsident Professor Peter-André Alt, Vorstandsvorsitzender der Ernst-Reuter-Gesellschaft Walter Rasch, Kanzler Peter Lange. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Die Deutschlandstipendiaten, die zum ersten Mal eine Förderung erhalten, zusammen mit ihren Förderern sowie Universitätspräsident Professor Peter-André Alt (Mi. hi.) und Kanzler Peter Lange (re.).
Die Deutschlandstipendiaten, die zum ersten Mal eine Förderung erhalten, zusammen mit ihren Förderern sowie Universitätspräsident Professor Peter-André Alt (Mi. hi.) und Kanzler Peter Lange (re.). Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Als Ehrengast nahm "Matrikelnummer 1" Professor Karol Kubicki in Begleitung seiner Ehefrau an der Feier teil, hier im Gespräch mit Siegward Lönnendonker, Mitarbeiter im Forschungsverbund SED-Staat (re.).
Als Ehrengast nahm "Matrikelnummer 1" Professor Karol Kubicki in Begleitung seiner Ehefrau an der Feier teil, hier im Gespräch mit Siegward Lönnendonker, Mitarbeiter im Forschungsverbund SED-Staat (re.). Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Noch nie wurde am Ernst-Reuter-Tag so viel gelacht. Das Schauspiel-Trio „Theatersport Berlin“ lockerte die Feier anlässlich des 65. Geburtstags der Freien Universität Berlin mit Wortgewandtheit, Witz und Spontaneität auf. Unter den Gästen in den voll besetzten Rängen befanden sich in diesem Jahr auch Studierende, die ein Deutschlandstipendium erhalten haben, und ihre Förderer. Zur Feier des Tages wurden die Stipendien für das Studienjahr 2013/14 vergeben. Traditionell erhielten zuvor vier Doktorandinnen und Doktoranden den Ernst-Reuter-Preis 2013 für die besten Dissertationen des Jahres. Damit stand der Abend ganz im Zeichen der Nachwuchsförderung, wie der Präsident der Freien Universität Professor Peter-André Alt betonte.

Der Universitätspräsident und Walter Rasch, Vorstandsvorsitzender der Ernst-Reuter-Gesellschaft der Freunde, Förderer und Ehemaligen der Freien Universität, würdigten in ihren Begrüßungsreden das besondere Datum. Peter-André Alt wagte auch den Vergleich mit den ältesten Hochschulen Deutschlands, den Universitäten in Heidelberg und Köln, die beide seit mehr als 600 Jahren bestehen. „Mit 65 Jahren ist die Freie Universität noch verhältnismäßig jung. Wir sind nicht im Ruhestand, sondern neugierig auf die Zukunft und auch ein stückweit unberechenbar“, sagt Alt. Ein Gast wurde an diesem Abend besonders begrüßt: Medizinprofessor Karol Kubicki, der als Gründungsstudent und „Matrikelnummer 1“ die Anfänge der Freien Universität hautnah miterlebt hat.

Dissertationen von „hoher gesellschaftlicher Relevanz“

Philosophieprofessor und Mitglied der Ernst-Reuter-Preiskommission Gunter Gebauer würdigte in seiner Laudatio die vier Ernst-Reuter-Preisträger für ihre „bahnbrechenden“ Forschungen und hob etwa die „hohe gesellschaftliche Relevanz“ neuer Erkenntnisse aus der Chemie für die medizinische Praxis hervor. Der Preis ging an die Veterinärmedizinerin Imke Lüders, die Politik- und Sozialwissenschaftlerin Paula Protsch, den Japanologen Till Weingärtner und den Chemiker Thomas Grohmann. Der Preis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Außerdem erhielten die Anglistikprofessorin Sabine Schülting und der Veterinärmediziner Jürgen Zentek für die Betreuung ihrer Doktoranden den DRS Award for Excellent Supervision.

Zwischendurch sorgte das Schauspiel-Trio „Theatersport Berlin“ für beste Unterhaltung. Den Ablauf und die Themen ihrer kurzen, improvisierten Theaterstücke durfte das Publikum mitbestimmen, etwa ein Weihnachtsabend im Familienkreise oder Mutter und Kind beim Monopoly-Spiel. Die Schauspieler schafften es dabei stets, die Stichwörter Freie Universität, Wissenschaft und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in die Szenen einzubauen. Sie schlüpften auch in die Rolle der Stipendiaten und zeigten in Gedichtform und mit vollem Körpereinsatz die zitternde Anspannung beim Warten auf eine Zu- oder Absage und die jauchzende Freude über eine geglückte Bewerbung.

45 Studierende erhalten im Studienjahr 2013/14 das Deutschlandstipendium

Zum Abschluss des Festakts wurden die neuen Deutschlandstipendiaten vorgestellt. Präsident Peter-André Alt und Kanzler Peter Lange baten dafür jeweils Stipendiat und Förderer gemeinsam auf die Bühne. Insgesamt wurden in diesem Jahr 45 Stipendien an Studierende aus allen Fachbereichen vergeben.

Es handelt sich dabei um den dritten Durchgang des Förderprogramms. Die Deutschlandstipendien sind 2011 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingerichtet worden. Die geförderten Studierenden erhalten monatlich 300 Euro. Davon übernimmt der Bund 150 Euro, die andere Hälfte stammt von einem privaten Mäzen. Mit der gemeinsamen Förderung sollen begabte Studierende aus allen Nationen und Teilen der Gesellschaft die Möglichkeit erhalten, sich frei von Geldsorgen ganz auf ihr Studium konzentrieren zu können . Gleichzeitig knüpfen sie so Kontakte ins Berufsleben, die für ihre Zukunft von Bedeutung sein können.

Möglichkeit zum Austausch und zur Erweiterung des Netzwerkes

Chemiestudentin Ulrike Warzok wird bereits seit mehr als einem Jahr vom Gesundheitsunternehmen Sanofi Aventis gefördert. In den Konzern konnte sie bei einem viertägigen Besuch in der Frankfurter Zentrale schon einmal hineinschnuppern. Allein an diesem Standort arbeiten 7.000 bis 8.000 Menschen, davon mehr als 1.000 in Forschung und Entwicklung. Bei ihrem Besucht lernte Warzok ihr Studienfach in der Praxis der Industrie kennen und konnte sich im persönlichen Kontakt mit Mitarbeitern austauschen. Ob sie mal in die Forschung gehen möchte, weiß sie noch nicht. „Ich will mir alle Möglichkeiten offenhalten.“ Nach dem Masterabschluss will Ulrike Warzok voraussichtlich erst einmal promovieren.

Diplom-Kauffrau Verena Spieß nahm an diesem Abend sowohl als Alumna der Freien Universität als auch als Vertreterin der Deutschen Kreditbank AG (DKB) an den Feierlichkeiten teil. Die Bank fördert deutschlandweit 47 Studierende, an der Freien Universität unterstützt sie erstmals drei Stipendiaten. Für Spieß ist der Nutzen beidseitig: „Unsere Stipendiaten können Praktika in der Bank absolvieren oder als Werkstudenten arbeiten. Davon profitieren die Studierenden genau wie wir.“ Im Anschluss an die Feierlichkeiten freute Spieß sich darüber, zwei der drei geförderten Studierenden zu treffen: „Wir haben uns heute Abend kennengelernt und unsere Kontaktdaten ausgetauscht. Ich muss sagen, ich bin begeistert.“