Freie Universität Berlin


Service-Navigation

„Ein guter Zeitpunkt, an Bord zu kommen“

Beim Neuberufenen-Empfang im Clubhaus wurden 80 neue Professoren und Gastforscher begrüßt

19.03.2013

Zwei Neuberufene: Kunsthistoriker Professor Christian Freigang und Religionswissenschaftlerin Beatrice Trinca.
Zwei Neuberufene: Kunsthistoriker Professor Christian Freigang und Religionswissenschaftlerin Beatrice Trinca. Bildquelle: Martin Thoma
Universitätspräsident Professor Peter-André Alt begrüßte die Neuberufenen aus allen Teilen Deutschlands und die Gastwissenschaftler der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der Freien Universität Berlin.
Universitätspräsident Professor Peter-André Alt begrüßte die Neuberufenen aus allen Teilen Deutschlands und die Gastwissenschaftler der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der Freien Universität Berlin. Bildquelle: Martin Thoma
Wirtschaftswissenschaftler trifft Juristen: BWL-Professor Leonhard Dobusch und Zivilrechtsprofessor Maik Wolf.
Wirtschaftswissenschaftler trifft Juristen: BWL-Professor Leonhard Dobusch und Zivilrechtsprofessor Maik Wolf. Bildquelle: Martin Thoma
Dialog über Bistrotische und Fächergrenzen hinweg: Historikerin Professor Ulrike Schaper, Chemiker Dr. Moorthy Suresh und Paläontologie-Professor Reinhold Leinfelder.
Dialog über Bistrotische und Fächergrenzen hinweg: Historikerin Professor Ulrike Schaper, Chemiker Dr. Moorthy Suresh und Paläontologie-Professor Reinhold Leinfelder. Bildquelle: Martin Thoma
Gespräch unter Theaterwissenschaftlern: Professor Matthias Warstat und Dr. Carmela Lorella Bosco.
Gespräch unter Theaterwissenschaftlern: Professor Matthias Warstat und Dr. Carmela Lorella Bosco. Bildquelle: Martin Thoma

Es ist zu einer guten Tradition geworden: der Empfang für die Neuberufenen der Freien Universität im Clubhaus in der Goethestraße. Der Einladung des Präsidiums folgten in diesem Jahr 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter 30 ausländische Gastforscher, deren Aufenthalt durch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung gefördert wird.

Ein Raunen geht durch den Saal, als Professor Peter-André Alt wieder die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität nennt – zum dritten Mal als Herkunftsuni eines neuberufenen Wissenschaftlers. Alt schmunzelt – er hoffe, dass er seinem Amtskollegen in Frankfurt am Main weiterhin unter die Augen treten könne, sagt der Präsident der Freien Universität und hat die Lacher unter den 50 Neuberufenen, 30 Gastwissenschaftlern der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, den Dekanen und Mitarbeitern der Verwaltung auf seiner Seite.

Von Hessen nach Berlin gewechselt ist Professor Christian Freigang, der zur Kunstgeschichte Europas und Nordamerikas forscht und gern in Frankfurt tätig war. Die Freie Universität ist für den Wissenschaftler wie eine alte Bekannte, hat er doch von 1983 bis 1987 hier studiert und zwei Jahre später promoviert. Am Kunsthistorischen Institut schätzt er die „hervorragende Ausstattung“ und das „hohe Engagement der Studierenden“, beides trügen zum europaweiten Renommee des Instituts bei.

Erste Adresse für Alexander-von-Humboldt-Stipendiaten

„Wir sind sehr stolz darauf, als Universität der bundesweit wichtigste Zielort für ausländische Stipendiaten der Alexander-von-Humboldt-Stiftung zu sein“, sagt Professor Alt und stellt auch jeden der 30 ausländischen Gastwissenschaftler kurz vor.

Wer sich später beim Empfang an den Tischen umhört, versteht, wieso dies eine besondere Auszeichnung für die Freie Universität ist, die in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder 2007 und 2012 mit ihrer Zukunftsstrategie als „Internationale Netzwerkuniversität“ ausgezeichnet wurde. Hier ist die Bereicherung durch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 20 Ländern und allen Kontinenten zu greifen – und die Kooperation wird über Bistrotische hinweg und Fächergrenzen hinaus mit Leben gefüllt.

Kontakte knüpfen über Fächergrenzen hinweg

Einer der Gastwissenschaftler der Humboldt-Stiftung ist Dr. Moorthy Suresh, der sich angeregt austauscht mit dem Paläontologie-Professor Reinhold Leinfelder und Ulrike Schaper, die auf die Professur für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts berufen worden ist. Der indische Chemiker des CSIR Central Salt and Marine Chemicals Research Institute aus Bhavnagar im westindischen Bundesstaat Gujarat forscht in Dahlem mehrere Monate lang über Supramoleküle, also über „Molekül-Gesellschaften“.

Die Freie Universität war „sein Wunschziel“ wegen des Schwerpunktes der Arbeitsgruppe von Professor Christoph Schalley im Institut für Chemie und Biochemie. Hier fühlt sich der Wissenschaftler sehr wohl und ist voll des Lobes für Berlin insgesamt – wenn nur der viele und ungewohnte Schnee nicht wäre.

Den Winter bislang in vollen Zügen genossen hat dagegen Hélène Esnault – „zum Beispiel bei klirrender Kälte am Tegeler See“. Die französische Mathematikerin und Leibniz-Preisträgerin, eine Koryphäe ihres Faches, hat seit ihrer Berufung auf die erste Einstein-Professur im Herbst 2012 an der „Stadt in der Stadt“ – wie sie die Freie Universität nennt – eine internationale Arbeitsgruppe aus sieben Postdoktoranden und Doktoranden aufgebaut. Mit Spannung blickt sie auf eine Tagung im Juni, an der in Dahlem das Who is Who der Mathematik erwartet wird.

Bei der Gleichstellung liegt die Freie Universität bundesweit auf Platz eins

Es sei ein besonders guter Zeitpunkt, „an Bord zu kommen“, sagt Präsident Peter-André Alt, und er zählt mehrere Gründe allein aus den vergangenen Monaten auf, die für die Freie Universität sprechen – die Verteidigung des Exzellenztitels, kürzlich bewilligte Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der 2,8-Millionen-Euro-Zuschlag für das Projekt zur Gründungsförderung, ein Erfolg gemeinsam mit dem medizinischen Fachbereich Charité.

Ein zeitloser weiterer Grund: Bei der Gleichstellung liegt die Freie Universität bundesweit auf Platz eins – etwa ein Drittel der Professuren sei mit Frauen besetzt, wie Alt betont. Und er ermuntert die neuen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mit den „alteingesessenen“ und den anwesenden Verwaltungsmitarbeitern ins Gespräch zu kommen, „die jeden Winkel der Uni kennen“.

Für manche ist die Berufung an die Freie Universität eine Rückkehr an bekannte Stätte

Unbekanntes Terrain erschließen muss der Theaterwissenschaftler Professor Matthias Warstat wohl kaum – für ihn bedeutet die Berufung eine Rückkehr an seine Alma Mater, an der er vor 20 Jahren studierte. Es ist gar eine fulminante Rückkehr, denn an seiner letzten Wirkungsstätte, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wurde er kürzlich mit einem „Advanced Investigators Grant“ des Europäischen Forschungsrates in Höhe von 2,3 Millionen Euro ausgezeichnet.

Für Matthias Warstat ist Berlin mit seinem lebendigen akademischen Umfeld „die ideale Stadt“ für die Lehre in den Theaterwissenschaften: „Es ist schön, wieder hier zu sein.“