Freie Universität Berlin


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Arbeiten für die Königin

Der Franzose François Gayte hat eine Lehre zum Bienenzüchter an der Freien Universität angefangen

17.10.2012

François Gayte (links) ist Auszubildender im ersten Lehrjahr, Michael Wirkus im zweiten.
François Gayte (links) ist Auszubildender im ersten Lehrjahr, Michael Wirkus im zweiten. Bildquelle: Wiebke Schönherr

Wenn François Gayte morgens an die Universität fährt, dann hat er keinen Vorlesungssaal zum Ziel, sondern einen idyllischen Garten nahe der Dahlemer Königin-Luise-Straße. Dort blühen Geranien in Trögen, klettert der Efeu ein Holzhäuschen hoch, und in bunten Boxen leben und arbeiten Hunderttausende Honigbienen. Gayte, ein 31-jähriger in Berlin lebender Franzose, lernt an der Freien Universität das Bienenzüchten. Denn die rund 34 000 Studenten sind nicht die einzigen jungen Leute an der Universität, es werden auch jedes Jahr zwischen 30 und 40 Lehrlinge aufgenommen.

Anfang September hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. Tierwirt in der Bienenhaltung, Fitnesskaufmann, Chemielaborant oder Gärtner – zehn verschiedene Berufe können an der Freien Universität erlernt werden. Wer in diesem Jahr einen der Ausbildungsplätze bekommen hat, hat nicht nur einen Einstieg ins Berufsleben geschafft, sondern sich gegen fast 1350 Konkurrenten durchgesetzt. So viele Bewerbungen sind bei Lothar Fahrenkrog-Petersen auf dem Tisch gelandet.

„Bewerbermangel haben wir nicht“, bestätigt der Ausbildungsleiter der Freien Universität. Stattdessen freut er sich, aus der großen Anzahl die Besten auswählen zu können. „Wir haben eine Abbrecherquote von weniger als 5 Prozent, während sie beispielsweise bei der Industrie- und Handelskammer bei über 30 Prozent liegt“, sagt er und erinnert auch gleich daran, warum es sich lohnt, dabei zu bleiben: „Es gibt gute Chancen, anschließend übernommen zu werden.“

Lernen und lehren, wo der Honig herkommt

Für François Gayte liegt das Ende der Ausbildung noch in weiter Ferne, er hat gerade erst angefangen. Es ist sein erster Monat in der Arbeitsgruppe NatLab (Naturwissenschaftliches Labor) um Biologieprofessorin Petra Skiebe-Corrette. Hier ist die Bienenzucht angesiedelt. Als langjähriger Hobby-Imker weiß Gayte aber schon, dass er keine Angst haben muss, von seinen Zöglingen gestochen zu werden. Einen Imkeranzug trägt er nicht, genauso wenig wie seine Kollegen: ein weiterer Auszubildender, ein angestellter Bienenzüchter und Imkermeister Benedikt Polaczek. Zu der eigentlichen Züchterei kommen Besuche der Auszubildenden bei Schulklassen hinzu, damit die Kinder lernen, wo der Honig herkommt – die fleißigen Bienen sind dabei immer im Gepäck. Oder sie bringen die Tiere ins Forschungslabor, wo die eine oder andere Biene schon mal ihr Leben lässt, niemals aber die Bienenkönigin. Sie zu pflegen, ist eine der Hauptaufgaben von Gayte und seinen Kollegen. Schließlich ist sie die Einzige im Tausende Bienen starken Bienenstock, die für Nachkommenschaft sorgen kann. 

Weitere Informationen

Ausbildung an der Freien Universität Berlin

Auch an der Freien Universität denkt man an den Nachwuchs: Wer eine Ausbildung im kommenden September anfangen möchte, muss sich noch in diesem Jahr bewerben: Am 14. Dezember 2012 endet die Bewerbungsfrist für das Ausbildungsjahr 2013/14. Nähere Hinweise zu den verschiedenen Ausbildungsberufen und zur Bewerbung unter: http://www.fu-berlin.de/sites/ausbildung/index.html

Auszubildender der Freien Universität hat Berufswettbewerb gewonnen

Der angehende Fachinformatiker René Skillen hat sich im nationalen SkillsGermany-Wettbewerb 2012 im Berufsfeld „IT- und Netztechnik“ als bester deutscher Teilnehmer durchgesetzt. Er gewann im Finale gegen die zehn Mitbewerber der Endrunde. Der 21-Jährige ist Auszubildender an der Freien Universität Berlin im Ausbildungsverbund Fachinformatik Berlin (afib). Zur Pressemitteilung.