Freie Universität Berlin


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Unwillkommene Gäste

Ausstellung der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ an der Freien Universität

15.03.2012

Ein Patient von Ärzte ohne Grenzen malt seine Erfahrungen: Das Boot, auf dem „jeder damit rechnen muss zu sterben.“
Ein Patient von Ärzte ohne Grenzen malt seine Erfahrungen: Das Boot, auf dem „jeder damit rechnen muss zu sterben.“ Bildquelle: Jan Hambura
Schicksal der erzwungenen Flucht: „Als wir die Sahara durchquert haben, haben wir einige Leichen der Menschen, die gestorben sind, aus dem Auto geworfen. Die Schwachen konnten das Essen nicht behalten, die Stärkeren haben es gestohlen.“
Schicksal der erzwungenen Flucht: „Als wir die Sahara durchquert haben, haben wir einige Leichen der Menschen, die gestorben sind, aus dem Auto geworfen. Die Schwachen konnten das Essen nicht behalten, die Stärkeren haben es gestohlen.“ Bildquelle: Jan Hambura
Die Ausstellung ist noch bis zum 27. April dieses Jahres im Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität zu sehen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 27. April dieses Jahres im Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität zu sehen. Bildquelle: Jan Hambura

Sie nehmen unvorstellbare Strapazen auf sich, um im sicher geglaubten Hafen Europa doch nur in Auffanglagern festgehalten zu werden. Tausende Afrikaner sind auf der Flucht nach besseren Lebensbedingungen. Eine Ausstellung der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin macht auf ihr Schicksal aufmerksam.

Die Ausstellung „Willkommen in Europa – EU-Flüchtlingspolitik gefährdet Menschenleben“ zeigt zum einen Fotos von der Flüchtlingssituation auf Malta, zum anderen Bilder, die 2009 von Migranten und Flüchtlingen im Rahmen eines psychosozialen Programms gemalt wurden. „Die meisten Bilder zeigen die Enttäuschung der Menschen“, sagte Frank Dörner, Geschäftsführer von „Ärzte ohne Grenzen“ und Alumnus der Freien Universität. Viele der Flüchtlinge, die vor allem aus Somalia, Eritrea, Äthiopien, dem Sudan, aus Nigeria und Libyen stammen, hätten während der gefahrvollen Überfahrt Freunde und Angehörige verloren. In Europa würden sie nun wie Kriminelle behandelt und nicht über ihre Rechte aufgeklärt.

„Ehepaare werden auseinandergerissen, und schwangere Frauen sitzen in Gefängnissen“, sagte Dörner. Die Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“ kümmern sich auf Malta, in Italien und Griechenland um Flüchtlinge, die auf dem Seeweg in die Europäische Union kommen.

„Die Würde jedes Menschen, nicht nur die der Deutschen, ist unantastbar“, sagte Professor Ulrich Naumann, Leiter der Universitätsbibliothek der Freien Universität. „Die strengen Einwanderungsgesetze schützen unseren materiellen Status, berauben zugleich aber andere Menschen ihrer Freiheit“, gab Frank Dörner zu Bedenken.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 27. April im Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität an der Garystraße 39 (14195 Berlin), montags bis freitags von 9-20 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei.