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Neues Zuhause auf Zeit

Sanierung der Bereichsbibliothek Erziehungswissenschaft, Fachdidaktik und Psychologie

18.01.2012

Blick in das Atrium vor der Sanierung: Der für die Bibliothek typische Brunnen und das Pflanzbecken werden neu gestaltet, bleiben aber das Zentrum der Bereichsbibliothek.
Blick in das Atrium vor der Sanierung: Der für die Bibliothek typische Brunnen und das Pflanzbecken werden neu gestaltet, bleiben aber das Zentrum der Bereichsbibliothek. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Während ihres fast 30-jährigen Bestehens hat die Bereichsbibliothek Erziehungswissenschaft (EWI) der Freien Universität einiges erlebt: Zahlreiche Studierende haben sich hier auf Prüfungen vorbereitet, Regale und Leseplätze wurden umgestellt, im Laufe der Zeit ist der Bücherbestand auf über 400.000 Bände gewachsen, die Zahl der Leseplätze auf 260. Nun ist eine Sanierung notwendig, und die Bibliothek wird im Juni 2012 für etwa drei Jahre in die Van't-Hoff-Straße 6 ziehen, in die Etagen über der Vegetarischen Mensa.

Als 1984 die Bibliothek an der Otto-von-Simson-Straße 16 eröffnet wurde, standen den Nutzern rund 300.000 Bücher und Zeitschriften sowie 200 Leseplätze zur Verfügung. Nach und nach nahm die Bereichsbibliothek die Bibliotheken der Psychologie, Japanologie, Sinologie, Evangelischen Theologie, Religionswissenschaft und Koreastudien in ihrem Haus auf, sowie die Bestände der Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung.

Was sich ändert und was bleibt

Das Alter der Bibliothek macht sich vor allem am Zustand der Fußbodenheizung bemerkbar, bei der einzelne Heizkreise bereits stillgelegt werden mussten und die eine baldige Instandsetzung erfordert. Im Rahmen der Sanierung werden im gesamten Bibliotheksbereich der Estrich und die Bodenbeläge erneuert, die Oberlichtverglasung wird energetisch verbessert, und ein Sonnenschutz für das Glasdach eingebaut. Darüber hinaus werden eine Reihe technischer Anlagen wie die Jalousien, die Beleuchtung und die elektronische Lautsprecheranlage erneuert. Zusätzlich wird die WC-Anlage renoviert und um eine separate Behindertentoilette erweitert.

Der für die EWI-Bibliothek so typische Brunnen und das Pflanzbecken werden neu gestaltet und gemeinsam mit einem Lesebereich das Zentrum des Atriums bilden. Für die Planung ist das Berliner Architekturbüro Braun.Busse.Architekten zuständig, das bereits den Umbau und die Sanierung des Lesesaals der Rechtswissenschaftlichen Bibliothek der Freien Universität an der Van´t-Hoff-Straße 8 geplant hat und auch beauftragt ist, das neue Studierenden-Service-Center in der Iltisstraße zu gestalten.

Bibliotheksneubau für die Kleinen Fächer

Der Zeitpunkt der Sanierung ist mit Bedacht gewählt worden. Denn im kommenden Jahr beginnen ebenfalls die Arbeiten für einen Bibliotheksneubau, der sich an das Gebäude der EWI-Bibliothek anschließen wird. Auf rund 10.000 Quadratmetern Hauptnutzfläche werden dann insgesamt 1,2 Millionen Bände aus 24 Instituts- und Bereichsbibliotheken sowie rund 1.000 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Die gemeinsame Bibliothek wird dann die Bestände der Kleinen Fächer des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften, der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer und der EWI-Bibliothek vereinen. 2015 soll sie eröffnet werden.

Zwischen der EWI-Bibliothek und dem Neubau ist ein zentraler Zugang vorgesehen, in dem sich die gemeinsame Ausleihtheke mit Information, Beratungsplätzen, Selbstverbuchungsgeräten, Schließfächern und Kopierbereich befinden wird. Auf Ebene 3 der EWI-Bibliothek, die durch die Umgestaltung zur Eingangsebene wird, befinden sich künftig ein Ausstellungsbereich mit Leselounge, PC-Arbeitsplätzen und Lesekabinen für jeweils zwei bis drei Personen.

Interimsstandort

Während der Sanierung der EWI-Bibliothek werden die Bücher und Leseplätze ausgelagert. Ein Teil wird in Freihand zugänglich über der ehemaligen Mensa I – der jetzigen Veggie-Mensa – an der Van 't-Hoff-Straße 6 untergebracht werden, wo bereits die Juristische Bibliothek während ihrer Sanierung Unterschlupf fand. Der restliche Bestand wird in ein Magazin ausgelagert, kann von dort aber weiterhin zur Benutzung kostenlos bestellt werden. Die Zahl der Arbeitsplätze am Interimsstandort wird bei etwa 155 liegen, davon sind 22 PC-Plätze. Auch der Copy-Shop wird mit umziehen.

Dass mit den baulichen Maßnahmen vorübergehende Einschränkungen für die Nutzer einhergingen, sei zwar bedauerlich, sagt Uwe Meising, Leiter der Technischen Abteilung der Freien Universität: „Bedenkt man aber, was dann der Preis sein wird, nämlich etwa die Verbesserung der organisatorischen Infrastruktur, kurze Wege, Leseplätze in einem baulich modernen, räumlich schönen Ambiente, sollte man mit einem Auge auch lächeln."