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Kein Kinderspiel

Studenten der Freien Universität Berlin gewinnen erneut informatiCup

18.05.2011

Die Software von Martin Lange und Tobias Tenbusch überzeugte die Jury beim InformatiCup der Gesellschaft für Informatik
Die Software von Martin Lange und Tobias Tenbusch überzeugte die Jury beim InformatiCup der Gesellschaft für Informatik Bildquelle: Martin Lange / Tobias Tenbusch
Die Gewinner des InformatiCup 2011: Martin Lange und Tobias Tenbusch (v.l.)
Die Gewinner des InformatiCup 2011: Martin Lange und Tobias Tenbusch (v.l.) Bildquelle: Gisela Gross

Murmelbahnen faszinieren nicht nur Kinder: Tobias Tenbusch und Martin Lange, Studenten des Masterstudienganges Informatik an der Freien Universität, programmierten für den Studierendenwettbewerb informatiCup eine Software, mit deren Hilfe sich komplexe Kugelbahnen aus unterschiedlichen Würfelbauteilen zusammensetzen lassen. Dies gelang ihnen so gut, dass sie im Rahmen der Informatik-Tage 2011 in Bonn aus 16 Teams zum Sieger des diesjährigen informatiCups gekürt wurden.

Damit traten Martin Lange und Tobias Tenbusch in die Fußstapfen ihrer Kommilitonen Benjamin Eckstein und Carl Witt, die den Wettbewerb im Vorjahr gewonnen hatten.

Zwischen drei verschiedenen Aufgaben konnten die Teilnehmer des InformatiCups zu Beginn des Wettbewerbs Anfang Oktober wählen. Die Entscheidung für das Thema Kugelbahn fiel Tobias Tenbusch und Martin Lange leicht: „Wir wollten ein 3D-Projekt machen, etwas, das mit Spielen zu tun hat. Wir interessieren uns beruflich für Spieleprogrammierung, und dann macht so etwas auch Spaß.“

Die Aufgabe bestand darin, ein Software-Programm zu entwickeln, mit dessen Hilfe sich Murmelbahnen entwerfen und darstellen lassen. Diese bestehen aus unterschiedlich gefrästen und gebohrten Holzwürfeln, die sich auf verschiedene Arten immer wieder neu kombinieren lassen. „Zunächst haben wir uns im Internet angesehen, wie diese Bahnen überhaupt aussehen und funktionieren“, sagt Martin Lange. „Unsere erste Idee war, dass man jede Würfelart einzeln abbildet. Aber wir haben uns dann dafür entschieden, dass man selbst mit dem Programm zunächst den Standardwürfel setzt und dann auswählt, wo man die Bohrungen und Rillen haben will“, erklärt Tobias Tenbusch das monatelange Tüfteln.

Teamarbeit führte zum Erfolg

Ihre Vorgehensweise und die fertige Software präsentierten Lange und Tenbusch der Jury im Rahmen der Informatiktage in Bonn. Vor allem der spielerische Ansatz des mit der Programmiersprache Delphi entwickelten Programmes überzeugte die Jury: Ist die Bahn erstellt, lässt sich am Rechner sogar der Lauf der Kugel simulieren, entsprechende Murmelgeräusche inklusive.

„Bewertet wurde auch die Teamarbeit“, ergänzt Martin Lange. „Es ging nicht darum, einsam im stillen Kämmerchen vor sich hin zu programmieren. Wir beide saßen wirklich die ganze Zeit nebeneinander.“ Dass nur 16 von 40 ursprünglich angemeldeten Teams überhaupt funktionsfähige Programme einreichten, unterstreicht die Leistung der Berliner Studenten. Mehr als 23.500 Zeilen umfasst ihr Code, und er beinhaltet letztlich sogar mehr Funktionen als in der Aufgabenstellung gefordert. Lediglich die Bedienung in 3-D habe ihren Testnutzern zum Teil Probleme bereitet – darum sei die Software auch nur bedingt für Kinder geeignet, sagen die beiden Informatiker.

Auf zur Kugelbahn-Weltmeisterschaft

Als Gewinner des InformatiCups wurde den Berliner Studenten noch eine weitere Ehre zuteil: Sie erhielten eine Einladung zur Kugelbahn-Weltmeisterschaft. Hier müssen die Teilnehmer versuchen, möglichst lange Laufwege für die Murmeln zu konstruieren oder aber besonders kreative Bahnen zu bauen. Außerdem erhielten Martin Lange und Tobias Tenbusch einen Geldpreis von 4000 Euro – vielleicht das Startkapital für eine spätere Selbstständigkeit als 3D-Spieleentwickler.