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Die Große Rezession: Erdbeben für die Makroökonomik

30. Mai, 10 Uhr: Begrüßungsvorlesung des US-Ökonomen Professor Lawrence Christiano als Stiftungsprofessor Deutsche Bundesbank an der Freien Universität

26.05.2016

Lawrence Christiano bezeichnet die Finanzkrise als „intellektuelles Erdbeben“. Am 30. Mai hält er einen Vortrag mit dem Titel: „The Great Recession: Earthquake for Macroeconomics“.
Lawrence Christiano bezeichnet die Finanzkrise als „intellektuelles Erdbeben“. Am 30. Mai hält er einen Vortrag mit dem Titel: „The Great Recession: Earthquake for Macroeconomics“. Bildquelle: istockphoto / Thomas Faull

Die Finanzkrise von 2007/08 hat auch die Experten für Wirtschafts- und Finanzpolitik erschüttert. Wie konnte es zu einem solchen weltweiten Wachstumseinbuch kommen? Welche Konsequenzen haben Politik und Zentralbanken aus der Krise gezogen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Lawrence Christiano, Professor für Volkswirtschaftslehre an der renommierten Northwestern University in Evanston, Illinois. Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler ist in diesem Sommersemester Gastprofessor der Stiftungsprofessur Deutsche Bundesbank an der Freien Universität und hält am 30. Mai seine öffentliche Begrüßungsvorlesung: „The Great Recession: Earthquake for Macroeconomics“. Campus.leben im Gespräch mit Makroökonomie-Professor Mathias Trabandt vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaft.

Herr Professor Trabandt, womit beschäftigt sich Lawrence Christiano?

Lawrence Christiano ist ein weltweit führender Makroökonom und hat herausragende Forschungsbeiträge geleistet. Sein Forschungsfokus liegt auf der Fragestellung, wie die Geld- und Fiskalpolitik des Staates auf Schocks im Verlauf des Konjunkturzyklus‘ reagieren sollte. Er hat empirische Analysen zu den Wirkungsweisen von Geldpolitik verfasst und darauf aufbauend einen modelltheoretischen Analyserahmen entwickelt, der heute ein Standardmodell ist. Zudem hat Lawrence Christiano die Auswirkungen von Verwerfungen auf Finanzmärkten für die Realwirtschaft untersucht – und nicht zuletzt einen vielzitierten Aufsatz verfasst, der sich damit beschäftigt, wie Regierungen durch ihre Fiskalpolitik die Wirtschaft stabilisieren können.

Lawrence Christiano bezeichnet die Finanzkrise als „intellektuelles Erdbeben“. Was meint er damit?

Die Finanzkrise von 2007 und 2008 war eine enorme Zäsur in der Geld- und Fiskalpolitik sowie der makroökonomischen Forschung. Vor der Krise wurde zum Beispiel viel weniger auf die Interaktion zwischen Banken und der Realwirtschaft geschaut. Das ist heute anders – das Thema Finanzmarktstabilität ist ein sehr aktives Forschungsfeld in der Makroökonomik. Die aktuellen Änderungen in der Fiskal- und Geldpolitik, die als Reaktion auf die Krise eingerichtet worden sind, waren vor wenigen Jahren noch ganz undenkbar.

Worüber wird Lawrence Christiano in seiner Begrüßungsvorlesung sprechen?

Es wird um zwei Fragen gehen: Was ist in der Finanzkrise passiert? Und welche wirtschaftspolitischen Konsequenzen wurden gezogen? Außerdem wird es um die Wechselwirkung von Banken und Realwirtschaft gehen. Unsere Studierenden interessieren sich sehr für diese Fragen und Inhalte, und wir sind daher froh, ihnen den Kurs unter der Leitung von Lawrence Christiano anbieten zu können.

Die Fragen stellte Peter Schraeder

Weitere Informationen

Begrüßungsvorlesung „The Great Recession: Earthquake for Macroeconomics“

Zeit und Ort

  • Montag, 30. Mai 2016, 10.15 bis 11.45 Uhr
  • Henry-Ford-Bau, Saal A, Garystraße 35, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplat, U 3)

Weitere Informationen zur Bundesbank-Stiftungsprofessur.

In diesem Sommersemester bietet Lawrence Christiano am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Freien Universität eine Masterveranstaltung zum Thema „Recent Advances in Macro-Finance since the Great Recession“ an.