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Große Verbesserung der Standortattraktivität

Neuer Hybrid-Saal am Campus Benjamin Franklin ermöglicht schnellere und komplexere Operationen

11.05.2016

Professor Andreas Greiner (re.), Leiter der Klinik für Gefäßchirurgie am Campus Benjamin Franklin, und der Leitende Oberarzt Safwan Omran (li.) im neuen Hybrid-OP-Saal.
Professor Andreas Greiner (re.), Leiter der Klinik für Gefäßchirurgie am Campus Benjamin Franklin, und der Leitende Oberarzt Safwan Omran (li.) im neuen Hybrid-OP-Saal. Bildquelle: Privat
„Die Warte- und Operationszeiten haben sich durch die neuen OP-Säle enorm verkürzt“, sagt Professor Andreas Greiner.
„Die Warte- und Operationszeiten haben sich durch die neuen OP-Säle enorm verkürzt“, sagt Professor Andreas Greiner. Bildquelle: Manuel Krane

„Eine moderne Gefäßchirurgie muss so etwas haben“, sagt Professor Andreas Greiner, Leiter der Gefäßchirurgischen Klinik am Campus Benjamin Franklin der Charité – Universitätsmedizin, dem gemeinsamen medizinischen Fachbereich von Freier Universität und Humboldt-Universität. Seine Abteilung nutzt die insgesamt fünf neuen OP-Säle, die im Januar in Betrieb genommen worden sind. „Die Anlage ermöglicht uns Medizinern sehr komplexe Interventionen“, sagt Greiner. Und auch Studierenden und Patienten kommen die Modernisierungen zugute.

Insbesondere die neue Röntgenanlage biete den Medizinern ganz neue Möglichkeiten: „Das ist mit den alten Sälen überhaupt nicht vergleichbar, die Qualität der Bilder und der Bildverarbeitung ist viel besser.“ Mit der neuen Anlage können bei operativen Eingriffen umfangreiche Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden. Außerdem sei die Strahlenbelastung erheblich geringer als bei älteren Modellen. „Das ist natürlich auch gut für die Beschäftigten, die hier täglich arbeiten“, sagt Greiner.

In der Klinik für Gefäßchirurgie ist mit den neuen OP-Sälen auch eine neue sogenannte Diagnosestraße eröffnet worden: Patienten durchlaufen in der Regel innerhalb eines Tages unterschiedliche Stationen wie Röntgen, Ultraschall oder Computertomografie, um so in kurzer Zeit alle für die weitere Behandlung benötigten Befunde zu erhalten. Jeden Nachmittag bespricht Greiner mit seinen Kollegen aus den anderen Abteilungen die optimale Behandlungsmethode für jeden Patienten: Entweder bekommen sie nur Medikamente oder die Ärzte führen einen minimalinvasiven Eingriff oder eine offene Operation durch. „Wir suchen für jeden Patienten die für ihn beste Methode aus“, sagt Greiner. Eine solche Zusammenarbeit unterschiedlicher medizinischer Abteilungen war lange Zeit keine Selbstverständlichkeit.

Effizientere Arbeitsabläufe

In den neuen Räumen kann Greiner auch schneller operieren: Die neue Technik arbeitet zügiger, außerdem erfolgt die Narkose nicht mehr im OP-Saal, sondern in einem extra dafür eingerichteten Raum. „Ein Flugzeug bringt nur Geld ein, wenn es fliegt“, sagt Greiner. „Wenn man so will, haben wir die Bodenzeiten verkürzt, indem wir jetzt mehr Operationen pro Tag durchführen können.“ Das sei aber keineswegs nur ökonomisch von Vorteil. „Durch die effizienteren Arbeitsabläufe sind die Warte- und Operationszeiten für unsere Patienten kürzer geworden“, erklärt er.

Der Campus Benjamin Franklin wurde 1959 als Klinikum Steglitz eröffnet und beheimatete lange Zeit die humanmedizinische Fakultät der Freien Universität Berlin. 1994 erfolgte die Umbenennung in „Universitätsklinikum Benjamin Franklin“ (UKBF). 2003 fusionierte das UKBF mit der Charité.

Vorteile für Studierende

„Die Studierenden lernen hier High-End-Methoden kennen“, betont Andreas Greiner. Sie könnten in einem von der Röntgenstrahlung abgeschirmten Bereich die Operationen verfolgen. Simulatoren ermöglichen zusätzliche Trockenübungskurse. Außerdem könne der Hybrid-Saal hochkarätige Wissenschaftler und Ärzte nach Berlin locken. „Dieser OP-Saal hat den Wechsel an den Campus Benjamin Franklin für mich noch attraktiver gemacht“, sagt Greiner. Er kam Anfang 2015 nach Berlin. Da war der Hybrid-Saal gerade im Bau.