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Studieren an der Freien Universität

Etwa 180 Geflüchtete kamen zur Infoveranstaltung zum Welcome@FUBerlin-Programm / Masterstudiengang vergibt ein Stipendium, Bewerbungsschluss: 30. April

22.03.2016

Möchte wieder an die Universität: Fahd Majzuoub hat in Syrien Medienwissenschaften studiert.
Möchte wieder an die Universität: Fahd Majzuoub hat in Syrien Medienwissenschaften studiert. Bildquelle: Annika Middeldorf
Gut besucht: Fast 200 Interessierte kamen zur Informationsveranstaltung des Welcome@FUBerlin-Programms.
Gut besucht: Fast 200 Interessierte kamen zur Informationsveranstaltung des Welcome@FUBerlin-Programms. Bildquelle: Annika Middeldorf
Wo finde ich was? Im Anschluss an die Informationsveranstaltung waren Interessierte zur Campustour eingeladen.
Wo finde ich was? Im Anschluss an die Informationsveranstaltung waren Interessierte zur Campustour eingeladen. Bildquelle: Annika Middeldorf

In Deutschland ein Studium aufnehmen oder das in der Heimat angefangene fortsetzen – für den syrischen Flüchtling Fahd Majzoub soll dieser Wunsch bald Wirklichkeit werden. Der 22-Jährige und etwa 180 weitere Interessierte besuchten in der vergangenen Woche eine Informationsveranstaltung zum Welcome@FUBerlin-Programm, durch das studieninteressierten Flüchtlingen der Zugang zu einem regulären Studium erleichtert werden soll.

Viele Wochen und Tausende Kilometer trennen Fahd Majzuoub an diesem Berliner Märzmorgen von dem Hörsaal, in dem er bis zum vergangenen Jahr saß. In seiner Heimatstadt Damaskus hat der Syrer Medienwissenschaften studiert und wollte sich im Bereich Online-Marketing spezialisieren. Im dritten Studienjahr, kurz vor seinem Abschluss, musste der damals 21-Jährige seine Heimat verlassen. Zu gefährlich war es für ihn in dem von Terror und Bürgerkrieg beherrschten Land geworden. Fast acht Monate später sitzt Fahd, den Kugelschreiber gezückt, den Notizblock vor sich, im Hörsaal der Freien Universität. Er ist gekommen, um sich über die Studienmöglichkeiten für Flüchtlinge zu informieren. Am Ende der knapp zweistündigen Veranstaltung hat er jede Menge Notizen gemacht und ein Vorhaben gefasst.

Programm mit vielen Bausteinen

Neben den Voraussetzungen für ein reguläres Studium ging es an diesem Morgen auch um ausgewählte Lehrveranstaltungen, die für in Berlin und Brandenburg lebende Flüchtlinge bereits jetzt geöffnet sind: das Studienkolleg als Vorbereitungsjahr für ein Studium an der Freien Universität und das Selbstlernzentrum, das unter anderem Sprachtandems vermittelt und Deutschworkshops anbietet. Auch der Internationale Club, eine studentische Hochschulgruppe, die Veranstaltungen und Ausflüge für internationale und nationale Studierende anbietet, stellte sich vor.

Eine andere Gelegenheit, mit Studierenden und Angehörigen der Freien Universität Kontakte zu knüpfen, bietet ein für studieninteressierte Flüchtlinge eingerichtetes Buddy-Programm. Etwa 100 Universitätsangehörige unterstützen Geflüchtete bereits ganz praktisch: indem sie für Fragen zum Studium ansprechbar sind. Sie erklären, wie das Studium in Deutschland ganz grundsätzlich funktioniert, wo die Bibliotheken sind oder die Mensen.

„Sie haben uns viel zu bieten“

Zur Informationsveranstaltung begrüßte der Vizepräsident der Freien Universität, Strafrechtsprofessor Klaus Hoffman-Holland, die Besucher. „Nicht nur aufgrund der Geschichte der Freien Universität und speziell ihrer Gründung, für die die Freiheit von Lehre und Forschung ausschlaggebend war und ist, ist es wichtig für uns, Sie hier zu haben“, sagte Hoffmann-Holland. „Sie haben uns viel zu bieten. Wir hoffen, dass auch wir für Sie eine Bereicherung sind – und dass ich Sie alle bald wiedersehe“, so Hoffmann-Holland.

Fahd Majzoub jedenfalls ist sich sicher: „Ich werde mich ganz bestimmt für das Programm anmelden.“

Weitere Informationen

Alle Informationen zum Welcome@FUBerlin finden Sie online.

Wer am Welcome@FUBerlin-Programm teilnehmen möchte, kann sich online bewerben. Studieninteressierte müssen nachweisen, dass sie bereits als Flüchtling in Berlin oder Brandenburg registriert sind und über eine Hochschulzugangsberechtigung im Heimatland verfügen. Wer sich für ein reguläres Studium bewerben möchte, der kann das umfassende Beratungsangebot des Info-Service wahrnehmen, wo bereits seit längerem viele Flüchtlinge und Asylbewerber beraten werden.

Studieninteressierte können sich auch jederzeit direkt an das Studierenden-Service-Center in der Iltisstr. 4, 14195 Berlin (U-Bhf. Dahlem-Dorf) wenden. Es ist montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr, freitags von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Informationen am Telefon unter (030) 838 700 00 oder (030) 838 77770 oder per E-Mail unter Info-Service@fu-berlin.de.

Im Rahmen des Welcome@FUBerlin-Programms bietet der Masterstudiengang Visual and Media Anthropology ein Stipendium an. Es richtet sich an Flüchtlinge, die bereits einen ersten Hochschulabschluss sowie mindestens ein Jahr Berufserfahrung vorweisen können. Bewerbungsfrist bis 30. April 2016. Weitere Informationen finden Sie online.