Freie Universität Berlin


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Der Blick von außen

Externe Fachvertreterinnen und Fachvertreter unterstützen die Fachbereiche der Freien Universität bei der Begutachtung von Studiengängen und der Verbesserung der Lehre

08.01.2016

Unabhängige Betrachter von außen unterstützen die Fachbereiche bei der Qualitätssicherung von Studium und Lehre.
Unabhängige Betrachter von außen unterstützen die Fachbereiche bei der Qualitätssicherung von Studium und Lehre. Bildquelle: David Ausserhofer

„Wir sind vermutlich bisweilen betriebslind“, sagt Thorsten Grospietsch, Referent für Studium und Lehre am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie der Freien Universität. „Daher ist es hilfreich, bei der Überprüfung von Studiengängen unabhängige Betrachter von außen einzubeziehen.“ Für die sogenannten Fachgespräche werden externe Fachkolleginnen und Fachkollegen eingeladen, um aktuelle Fragen zu Studieninhalten zu diskutieren. Der Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie hat bereits gute Erfahrungen mit diesem Prozess gemacht.

Im Rahmen der Qualitätssicherung von Studium und Lehre an der Freien Universität müssen die Fachbereiche regelmäßig prüfen, ob die Studieninhalte noch dem aktuellen Fachstand entsprechen, ob das Studienangebot in sinnvoller Weise auf zukunftsfähige Berufsfelder ausgerichtet ist und gegebenenfalls über eine Weiterentwicklung des Studienangebots diskutieren. Teil dieses Prozesses sind die Fachgespräche, in denen externe Fachvertreter aktuelle Fragekomplexe begutachten und neue Ideen einbringen können.

„Auf den ersten Blick mag das Verfahren als große Hürde erscheinen, weil es zeitintensiv ist“, sagt Thorsten Grospietsch. „Aber es ist sehr effektiv.“ Der Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie der Freien Universität führt die Fachgespräche seit Ende 2014 durch – um bestehende Studiengänge zu evaluieren und um neue Angebote zu beurteilen, wie den zukünftigen Masterstudiengang „Pharmazeutische Forschung“.

Worüber diskutiert wird, entscheidet eine interne Vorbereitungskommission. Sie wählt zudem die Fachkollegen aus, die mit den entsprechenden Fachgebieten gut vertraut sein sollen. Für das Fachgespräch im Bachelorstudiengang Biologie für das Lehramt wurde beispielsweise eine Professorin der Humboldt-Universität eingeladen: Voraussetzung für eine fundierte Beurteilung war die Kenntnis des Berliner Schulsystems. Für das Fachgespräch zum neu einzuführenden Masterstudiengang „Pharmazeutische Forschung“ wurden Fachkollegen aus München und Bonn ausgewählt, die einerseits fest verankert in der Lehre des Staatsexamens Pharmazie sind, aber an den jeweiligen Universitäten auch maßgeblich an der Entwicklung und Durchführung des Masterstudiengangs „Pharmaceutical Sciences“ beteiligt waren.

Stetige Optimierung des Prozesses

Für die Bachelor- und Masterstudiengänge Chemie gibt es eine Vorbereitungsgruppe, die alle Fachgespräche begleitet: „So können wir schnell Verbesserungsmöglichkeiten erkennen, den Prozess verändern und Qualitätsstandards halten“, sagt Eckart Rühl, Professor für Physikalische Chemie am Institut für Chemie und Biochemie sowie Vorsitzender des Prüfungsausschusses Chemie. Zu den bereits umgesetzten Verbesserungen gehört unter anderem, dass die Runde von bisher zwei Fachkollegen künftig durch einen Experten oder eine Expertin aus der Berufspraxis ergänzt wird. Außerdem soll den Studierendenvertretern mehr Zeit mit den externen Experten eingeräumt werden. „Uns ist wichtig, dass die Studierenden an dem Prozess beteiligt sind und auch Gelegenheit haben, unter vier Augen mit den Externen zu sprechen“, sagt Grospietsch.

Konstruktive Diskussionen

Wie viele Vorbereitungstreffen für ein Fachgespräch nötig sind und wie umfangreich im Vorfeld diskutiert wird, entscheidet jeder Fachbereich selbst. Die Vorbereitungskommission der Chemie am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie hat beispielsweise die aufeinanderfolgenden Fachgespräche des Bachelorstudiengangs Chemie für das Lehramt und den Masterstudiengang Chemie teilweise parallel vorbereitet. „Es ist ein aufwendiges Verfahren, doch die Fachgespräche sind sehr sinnvoll, da wir bereits durch die intensive Vorbereitung Verbesserungen der Studiengänge herbeiführen können“, sagt Rühl. „Die externen Fachkolleginnen und Fachkollegen helfen uns vor allem dabei, unerkannte Probleme aufzudecken und sie bringen eigene Ideen ein.“

Unter anderem hätten sie für Chemie im Master empfohlen, die Planbarkeit von Lehrveranstaltungen zu verbessern, indem Termine, Räume und besonders Raumänderungen früher angekündigt und veröffentlicht werden. Inhaltlich regten sie an, den Studiengang mehr in Richtung Biologie, Mathematik oder Physik zu öffnen, damit einerseits die besten Studierenden und andererseits bereits im Studium die verschiedenen Bereiche interdisziplinär zusammen arbeiten können. „Alle Beteiligten reden sehr konstruktiv miteinander, was ich toll finde“, sagt Rühl.

Die aus den Fachgesprächen gewonnenen Ergebnisse werden in der zentralen Ausbildungskommission des Fachbereichs, im Fachbereichsrat sowie im Dekanat diskutiert und bei der Weiterentwicklung von Studiengängen berücksichtigt. Zusätzlich werden die Ergebnisse in den jährlichen Qualitätsbericht ans Präsidium aufgenommen.