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„Wunderbar großzügige und offene Menschen“

Wie die dritte Etappe ihrer Tour d’Europe verlaufen ist, schildern die Studenten Niklas Gerhards und Sveng Wang in campus.leben

11.06.2015

Heiß und bergig war die Fahrt durch den Balkan, doch dafür wurden Sven Wang (im Bild) und Niklas Gerhards überall freundlich aufgenommen.
Heiß und bergig war die Fahrt durch den Balkan, doch dafür wurden Sven Wang (im Bild) und Niklas Gerhards überall freundlich aufgenommen. Bildquelle: Niklas Gerhards
Wichtig ist den radelnden Studenten vor allem der Kontakt zu den Einheimischen, deshalb packen sie auch mal bei der Arbeit mit Ziegen kräftig mit an.
Wichtig ist den radelnden Studenten vor allem der Kontakt zu den Einheimischen, deshalb packen sie auch mal bei der Arbeit mit Ziegen kräftig mit an. Bildquelle: Sven Wang
Von Gibraltar über Istanbul bis zum nördlichsten Punkt Europas: 12.000 Kilometer fahren die Studenten Niklas und Sven mit dem Fahrrad, um Flüchtlinge zu unterstützen.
Von Gibraltar über Istanbul bis zum nördlichsten Punkt Europas: 12.000 Kilometer fahren die Studenten Niklas und Sven mit dem Fahrrad, um Flüchtlinge zu unterstützen. Bildquelle: Sven Wang

Berge, Berge und noch mehr Berge, dazu die immerwährende Mittagshitze: Die Balkan-Länder haben den radelnden Studenten Niklas Gerhards und Sven Wang einiges abverlangt. Von den Einheimischen wurden sie dafür besonders freundlich empfangen. Insgesamt wollen Niklas Gerhards und Sven Wang auf ihrer Tour von Gibraltar ans Nordkap 12.000 Kilometer mit dem Rad meistern, bald haben sie die Hälfte der Strecke geschafft. Mit der Aktion „Cycling for Syria“ sammeln die beiden Studenten Spenden für die medizinische Versorgung syrischer Flüchtlinge durch die Organisation Ärzte der Welt. Seit dem Start ihrer Tour im März begleitet campus.leben die Radler im Online-Magazin. Gestern erreichte uns der jüngste Bericht.

Wir befinden uns gerade in Bitola in Mazedonien und werden heute noch die Grenze nach Griechenland überqueren – nach vier Ländern zurück in die EU. Insgesamt sind wir nun 5400 Kilometer geradelt und die ersten Tausend Kilometer in Spanien und Portugal erscheinen uns schon unendlich weit weg. Nach unserem Zeitplan sollten wir in einer Woche in Istanbul ankommen; noch trennen uns 700 Kilometer von unserem ersten großen Etappenziel! Wir werden also trotz des bergigen Terrains und der immer stärker gewordenen Mittagshitze in den vergangenen drei Wochen mit nur wenig Verspätung in Istanbul eintreffen. Diese kleine Verzögerung holen wir dann aber sicherlich auf der deutlich flacheren zweiten Streckenhälfte ans Nordkap wieder auf.

In den vergangenen vier Wochen haben wir Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien und heute Abend auch Mazedonien durchquert. Von Land zu Land wurde es bergiger, heißer, fremder – und gerade deswegen spannender und interessanter! Wir sind immer durch das Inland gefahren, um die recht touristische und stark befahrene Küste zu meiden.

Besonders beeindruckt hat uns in diesen Ländern, dass die Menschen, obwohl sie sich in einer wirtschaftlich schwierigen Situation befinden, uns mit einer wunderbaren Großzügigkeit und Offenheit begegnet sind. Obwohl wir uns in den meisten Fällen nur mit Händen und Füßen verständigen konnten, wurde uns an fast jedem Abend ein Zeltplatz in einem Garten, ein Bett, etwas zu essen oder ein Raki angeboten. Durch diese Offenheit ist uns auf dem gesamten Balkan der Spagat zwischen „Streckemachen“ und Kennenlernen der verschiedenen Kulturen richtig gut gelungen.

Inzwischen haben wir beim Fahren, Navigieren und dem Finden von Schlafplätzen unseren Rhythmus gefunden. Deshalb arbeiten wir inzwischen deutlich mehr an der Spendenaktion als am Anfang. Fast täglich verbringen wir unsere Mittagspausen in Internet-Cafés und schreiben E-Mails, beantworten Anfragen und diskutieren über weitere Möglichkeiten, Spenden für Ärzte der Welt zu sammeln. Die Arbeit für unser Projekt „Cycling for Syria“ ist nun stark in unseren Alltag integriert. Zwar ist es nicht immer leicht, sich an einem schönen Sonnentag in ein Internet-Café zu setzen, aber es gibt uns viel zurück, so viel Zeit für einen guten Zweck zu investieren. Gerade aus Deutschland bekommen wir viele positive Rückmeldungen in Form von Nachrichten und Spenden. Bis Istanbul wollen wir unser Ziel, 7500 Euro gesammelt zu haben, erreichen – und sind ganz optimistisch, dass das klappen wird!

Weitere Informationen

Campus.leben begleitet Niklas Gerhards und Sven Wang auf ihrer Reise: Einmal im Monat sprechen wir mit den beiden Studenten über ihre Eindrücke und Erlebnisse und veröffentlichen diese im Online-Magazin.

  • Im ersten Teil der Serie berichten die beiden Studenten, wie sie auf die Idee zu einer Spendenfahrt gekommen sind und was zu beachten ist, wenn man 12.000 Kilometer mit dem Fahrrad bewältigen möchte.
  • Ein nasser und stürmischer Start in Gibraltar und frische Orangen von hilfsbereiten Bauern in Portugal zum Frühstück: Schon die ersten tausend Kilometer ihrer Tour waren für die Studenten ein großes Abenteuer.
  • Berge, Gegenwind und schweres Gepäck: Im dritten Teil der Serie erzählen Niklas Gerhards und Sven Wang, wie sie erste Schwierigkeiten erfolgreich gemeistert haben.
  • Mehr als 2000 Kilometer in nur sechs Wochen: Nach ihrem Halbzeitziel Istanbul fuhren Niklas Gerhards und Sven Wang durch Bulgarien, Rumänien, Ungarn und die Slowakei bis nach Polen.
  • Nach fünf Monaten und zehn Tagen sind Niklas Gerhards und Sven Wang schon fast am Ziel: 700 Kilometer trennen die beiden Radler vom Nordkap.
  • Am 30. August erreichten die Studenten in zweifacher Hinsicht ihr Ziel: Sie kamen am norwegischen Nordkap an und konnten mehr als 15.000 Euro Spenden für syrische Flüchtlinge sammeln.