Freie Universität Berlin


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Netzwerken für die Nachhaltigkeit

Bis 18. Januar 2016: Bis zu 35 Berliner Forschende und Studierende der Freien Universität können sich für ein Austauschprogramm an vier strategischen Hochschulen der Universität bewerben

22.12.2015

Gemeinsam für die Nachhaltigkeit: Teilnehmer des „Management Incubators“, einer Veranstaltung, bei der sich Beschäftigte der Freien Universität und von Partneruniversitäten eine Woche lang über das Thema Nachhaltigkeit ausgetauscht haben.
Gemeinsam für die Nachhaltigkeit: Teilnehmer des „Management Incubators“, einer Veranstaltung, bei der sich Beschäftigte der Freien Universität und von Partneruniversitäten eine Woche lang über das Thema Nachhaltigkeit ausgetauscht haben. Bildquelle: Jonas Huggins
Ein Beispiel für eine gelungene nachhaltige Sanierung: das Große Tropenhaus im Botanischen Garten der Freien Universität Berlin.
Ein Beispiel für eine gelungene nachhaltige Sanierung: das Große Tropenhaus im Botanischen Garten der Freien Universität Berlin. Bildquelle: I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem
Architekt Friedhelm Haas hat die 2009 abgeschlossene Sanierung des Großen Tropenhauses seinerzeit beaufsichtigt.
Architekt Friedhelm Haas hat die 2009 abgeschlossene Sanierung des Großen Tropenhauses seinerzeit beaufsichtigt.

Unter dem Dach der Nachhaltigkeit arbeiten die strategischen Partner der Freien Universität eng zusammen. In dem Netzwerk University Alliance for Sustainability tauschen Vertreter aus St. Petersburg, Jerusalem, Peking, Vancouver und Berlin ihre Erfahrungen zu dem Thema in Forschung, Lehre und Management aus.

Wenn die Temperaturen im Tropenhaus des Botanischen Gartens unter 18 Grad Celsius fallen, sterben binnen Stunden die ersten Pflanzen. Deshalb muss das historische Gewächshaus in Berlin-Dahlem beheizt werden, um dem (normalerweise) kalten Berliner Winter zu trotzen. Das kostet viel Energie. Als das Tropenhaus 2006 seinen 100. Geburtstag feierte, wurde eine grundlegende Sanierung dringend nötig.

Friedhelm Haas war der Architekt der Sanierung, die 2009 vollendet wurde. Nun präsentiert er das Ergebnis einer etwa zehnköpfigen Delegation von den strategischen Partneruniversitäten der Freien Universität. Während er die Gäste durch das große Glasgebäude führt, erzählt er von den Herausforderungen, vor denen er damals stand.

Material aus den USA

Das Glasdach etwa muss gleichzeitig äußerst lichtdurchlässig und bruchfest sein. Auf der Suche nach dem geeigneten Material wurde der Architekt in den USA fündig. Eine besondere Art Glas, die für von Hurrikans bedrohte Gegenden entwickelt wurde, verband die gewünschten Eigenschaften: hohe Stabilität und eine Lichtdurchlässigkeit von 85 Prozent. Es dauerte jedoch noch ein Jahr, bis das Baumaterial in Deutschland genehmigt war.

Die Führung durch das Große Tropenhaus bildete den Abschluss des „Management Incubators“, einer Woche des Austausches über Nachhaltigkeit im Universitätsmanagement. Die Vertreter der Partneruniversitäten verglichen Konzepte, um etwa den CO2-Ausstoß zu verringern, und führten Hintergrundgespräche zur deutschen Energiewende.

„Wertvoller Ideenaustausch”

John Madden, Director of Sustainability and Engineering an der University of British Columbia, fand den Ideenaustausch sehr wertvoll. „Es ist eine Gelegenheit, unterschiedliche Perspektiven verschiedener Universitäten kennenzulernen und voneinander zu lernen”, erklärte er. Er war gemeinsam mit einer deutschen Studentin angereist: Anne-Mareike Chu war nach ihrem Bachelor in Physik von Dresden nach Vancouver gezogen, um dort Ressourcenmanagement und Umweltstudien zu studieren.

In ihrer Masterarbeit erklärt sie, warum es häufig nicht gelingt, Gebäude energieeffizient zu sanieren. Oft klaffe eine Lücke zwischen den Zielen und der tatsächlichen Energieeinsparungen. In Berlin konnte Anne-Mareike Chu ihre Ergebnisse vor Universitätsvertretern vorstellen. „Es ist ein schönes Gefühl, die eigene Arbeit direkt in der Praxis einzubringen“, sagt die Studentin.

Energieverbrauch um 70 Prozent gesenkt worden

Mit dem Tropenhaus im Botanischen Garten präsentierte die Freie Universität ihren Gästen ein Beispiel dafür, wie eine energieeffiziente Sanierung gelingen kann. Um mindestens 50 Prozent sollte der Energieverbrauch ursprünglich verringert werden. Inzwischen ist er um 70 Prozent gesenkt worden.

Der „Incubator“ ist nur ein Element eines groß angelegten Kooperationsprogramms, mit dem die University Alliance for Sustainability die strategischen Partnerschaften vertieft. Kernbestandteil ist ein Austauschprogramm, mit dem 35 Angehörige der Freien Universität die Partneruniversitäten in Russland, China, Israel und Kanada besuchen können – ebenso viele Universitätsangehörige können umgekehrt an die Freie Universität kommen. Im Jahr 2016 steht das Programm unter dem Thema „Governance for Sustainable Development“.

Doktoranden sowie Promovierte sollen so neue Forschungsprojekte anstoßen, Mitarbeiter der Universität sich über best practices austauschen und Studierende zum Thema Nachhaltigkeit lernen oder Praktika absolvieren. Auch ein „Sustainability Volunteer Swap“ mit Israel ist möglich, bei dem sich studentische Initiativen für Nachhaltigkeit vernetzen können. Die Aufenthalte dauern zwischen einer Woche für Mitarbeiter und drei Monaten für Studierende und werden vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert.

Weitere Informationen

Bewerbungen für das Austauschprogramm werden noch bis zum 18. Januar 2016 entgegengenommen. Weitere Informationen finden Sie hier.