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Im Seminar bei einem Star

Antrittsvorlesung am 1. Dezember, 18 Uhr: Die britische Lyrikerin Alice Oswald ist Samuel-Fischer-Gastprofessorin an der Freien Universität

25.11.2015

Alice Oswald ist neue Samuel-Fischer-Gastprofessorin.
Alice Oswald ist neue Samuel-Fischer-Gastprofessorin. Bildquelle: Kate Mount
Claudia Olk ist Dekanin des Fachbereichs Philosophie und Geisteswissenschaften an der Freien Universität und zuständig für die Samuel-Fischer-Gastprofessur.
Claudia Olk ist Dekanin des Fachbereichs Philosophie und Geisteswissenschaften an der Freien Universität und zuständig für die Samuel-Fischer-Gastprofessur. Bildquelle: Annika Middeldorf

In ihrem Seminar beschäftigt sich Alice Oswald als neue Samuel-Fischer-Gastprofessorin unter der Überschrift „Re-Building the Mind“ mit Homers Odyssee. Am 1. Dezember hält sie ihre Antrittsvorlesung mit dem Titel „The Winged World“. Campus.leben sprach im Vorfeld mit Claudia Olk, Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität und Dekanin des Fachbereichs Philosophie und Geisteswissenschaften.

 

Frau Professorin Olk, warum ist die Wahl auf Alice Oswald gefallen?

Alice Oswald ist eine der bedeutendsten anglo-amerikanischen Lyrikerinnen der Gegenwart mit einem sehr großen Renommee. Die Bandbreite ihres Schaffens ist enorm. Besonders herausragend ist ihr Werk „Memorial“ aus dem Jahr 2011, eine moderne Version von Homers Ilias. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin ist Alice Oswald ausgebildete Klassische Philologin und verfügt über eine große Affinität zu historischen Stoffen. Außerdem beherrscht sie die Mnemotechnik hervorragend: Es ist beeindruckend, live zu erleben, wie sie über 45 Minuten ohne eine einzige Notiz und frei aus dem Gedächtnis druckreife Vorträge hält.

Was erwartet die Studierenden, die ihre Seminare besuchen?

Die Studentinnen und Studenten haben die Möglichkeit, bei einer Lyrikerin von Weltrang Kurse zu besuchen – wenn man so will: bei einem echten „Star“. Die Methodik in den Seminaren der Gastprofessoren entspricht nicht immer klassischem Proseminar-Stil, denn der Schwerpunkt liegt nicht allein auf der Analyse von literarischen Texten. Als Daniel Kehlmann die Samuel-Fischer-Gastprofessur 2011 innehatte, sind die Teilnehmer beispielsweise in Creative-Writing-Prozesse eingebunden worden. Dass Studierende ihre eigenen Fähigkeiten im Bereich des kreativen Schreibens weiterentwickeln können, ist im regulären literaturwissenschaftlichen Betrieb eher die Ausnahme. Diese andere Fokussierung macht den besonderen Reiz der Seminare aus.

Welche Erwartungen haben Sie an Alice Oswald und Ihre Arbeit an der Freien Universität?

Alice Oswald ist international sehr bekannt, wenn durch ihren Besuch auch die Freie Universität in der literarischen Welt noch sichtbarer würde, würde uns das freuen. Außerdem hoffen wir, dass sich ein Dialog zwischen ihr und Wissenschaftlern der Freien Universität entspinnt. Durch den Kontakt zu ehemaligen Samuel-Fischer-Gastprofessoren hat sich in den vergangenen Jahren ein Netzwerk gebildet, das uns heute weltweit mit zahlreichen Autoren verbindet.

An wen richten sich die Lehrveranstaltungen von Alice Oswald an der Freien Universität?

Das Seminar „Re-Building the Mind“ richtet sich vorrangig an Studierende der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft am Peter-Szondi-Institut, aber natürlich sind auch Studierende der anderen Philologien der Freien Universität herzlich willkommen. Die Antrittsvorlesung ist öffentlich, außerdem ist eine weitere Veranstaltung, die sich an ein breiteres, nationales Publikum richtet, gegen Ende des Semesters in Planung.

Weitere Informationen

Antrittsvorlesung „The Winged World“

Zeit und Ort

  • 1. Dezember, 18 Uhr
  • Raum L 115´, Seminarzentrum der Freien Universität Berlin, Otto-von-Simson-Str. 26, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplatz, U 3)

Die Samuel-Fischer-Gastprofessur wurde 1998 eingerichtet. Sie wird von der Freien Universität, dem S. Fischer-Verlag, dem Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) getragen.