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„Sagen, was man kann“

Geistes- und Sozialwissenschaften studiert – und dann? Am 20. November findet der Berufsperspektiventag „Heureka!“ statt

18.11.2015

Was kommt nach dem Studium? Geistes- und Sozialwissenschaftler haben viele berufliche Perspektiven, man muss sie nur kennen.
Was kommt nach dem Studium? Geistes- und Sozialwissenschaftler haben viele berufliche Perspektiven, man muss sie nur kennen. Bildquelle: kallejipp / photocase.de
Martin Wertenbruch vom Mentoringreferat des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften koordiniert den Berufsperspektiventag für Geisteswissenschaftler.
Martin Wertenbruch vom Mentoringreferat des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften koordiniert den Berufsperspektiventag für Geisteswissenschaftler. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Wer Geistes- oder Sozialwissenschaften studiert, wird oft mitleidig angesehen, wenn es um Fragen der beruflichen Perspektive geht. Viele haben während des Studiums noch keine klare Vorstellung davon, was sie nach der Uni machen wollen. Um das zu ändern, wird der Berufsperspektiventag „Heureka!“ für Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften an der Freien Universität veranstaltet – in diesem Jahr zum zweiten Mal: Absolventen der Hochschule berichten am kommenden Freitag, 20. November, von ihrem beruflichen Werdegang und beantworten Fragen zu ihrer Karriere. Campus.leben sprach mit Martin Wertenbruch vom Mentoringreferat am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften.

Herr Wertenbruch, wie schätzen Studierende geisteswissenschaftlicher Fächer ihre berufliche Perspektive ein?

Wir haben den Eindruck, dass unsere Studierenden vorwiegend nach Interesse studieren und nicht vor dem Hintergrund spezieller Berufsperspektiven. Dadurch herrscht oft die Sorge, nach dem Studium keinen Job zu finden. Eine Sorge, die übrigens durch die Arbeitsmarktsituation nicht bestätigt wird: Geistes- und Sozialwissenschaftler finden in der Regel eine gute Anstellung, nur ist der Weg dahin oft etwas schwieriger als in anderen Bereichen.

Wie können Geistes- oder Sozialwissenschaftler, die sich in der Abschlussphase ihres Studiums befinden, Arbeitgeber auf sich aufmerksam machen?

Die Selbstvermarktung spielt gerade bei Geisteswissenschaftlern eine besondere Rolle: Es ist wichtig, potenziellen Arbeitgebern zu vermitteln, welche Kompetenzen sie neben den fachlichen Fähigkeiten erworben haben. Einer unserer Referenten, Andreas Pallenberg vom Wissenschaftsladen Bonn, wird unter anderem zu diesem Thema sprechen. In der Abschlussphase des Studiums kann es außerdem ratsam sein, ein weiteres Praktikum zu machen, um dadurch Berufserfahrung zu sammeln, auf die bei der späteren Bewerbung verwiesen werden kann.

Welche Kompetenzen bringen Geisteswissenschaftler neben dem Fachwissen mit? Womit können sie für sich werben?

Immer gefragt sind sprachliches Ausdrucksvermögen, eine schnelle Auffassungsgabe, aber auch die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich wiederzugeben. Das sind alles Fähigkeiten, die Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften während ihres Studiums erwerben, auch wenn ihnen das nicht immer bewusst ist. Es ist wichtig, bei Bewerbungen solche Fähigkeiten gezielt herauszuarbeiten. Auch das Beherrschen analytischer Methoden ist sehr wichtig. Außerdem sollte nicht unterschätzt werden, dass die Absolventen in ihrem Studium zahlreiche Referate und Präsentationen gehalten haben. Das kommt ihnen im Arbeitsleben zugute.

Was unterscheidet den Berufseinstieg bei Geisteswissenschaftlern vom Berufseinstieg bei Absolventen anderer Fachrichtungen?

Aus Sicht der Arbeitgeber ist es bei Geisteswissenschaftlern sicherlich schwieriger einzuschätzen, welche inhaltlichen Kompetenzen die Bewerber mitbringen. Wichtig für die Studierenden ist, sich darüber klar zu werden, welche Fähigkeiten sie neben den fachspezifischen Kenntnissen besitzen und diese zu kommunizieren. Wir bekommen über unsere Kontakte zu Absolventen immer wieder mit, wie wichtig es ist, seine Fähigkeiten „verkaufen“ zu können. Wenn jemand nicht sagt, was er kann, gibt es für den Arbeitgeber wenig Anreiz, ihn einzustellen.

Was erwartet die Studenten beim Berufsperspektiventag?

Wir wollen den Studierenden die Möglichkeit bieten, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die bereits beruflich Fuß gefasst haben, und das in einem informellen Rahmen außerhalb von Praktika und Bewerbungen. Im Rahmen des Studiums beschäftigen sich die Studierenden sonst ja eher nicht mit beruflichen Dingen.

Beim Berufsperspektiventag erwartet sie zunächst ein Vortrag von Andreas Pallenberg zum Berufseinstieg. Anschließend gibt es insgesamt sechs Diskussionsrunden zu den Themen PR- und Öffentlichkeitsarbeit, Kulturbetrieb, Journalismus, Wirtschaft, NGO-Arbeit und Öffentlicher Dienst. Für die Studenten besteht die Möglichkeit, im Anschluss an die Diskussion mit den Referenten zu sprechen.

Die Fragen stellte Manuel Krane

Weitere Informationen

Ort und Zeit

  • Freitag, 20. November, 10 bis 18 Uhr
  • Rostlaube, Hörsäle 1a und 1b, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplatz, U 3)

Die Veranstaltung „Heureka!“ wird durch die Mentoringreferate der Fachbereiche Philosophie und Geisteswissenschaften sowie Politik und Sozialwissenschaften organisiert und als Teil des Projekts "SUPPORT - Qualitätspakt für die Lehre" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Programm und Anmeldung