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Von der Orientierungsdepression zum Traumjob

Karriereberater gibt Tipps für den beruflichen Einstieg nach dem Studium / 27.10. um 16 Uhr: Vortrag an der Freien Universität

22.10.2015

Sich für einen Beruf entscheiden, der Spaß macht und sich dann bei dem Unternehmen seiner Wahl unentbehrlich machen – wie das geht, verrät Karriereberater Sebastian Pioch Studierenden: am 27. Oktober an der Freien Universität.
Sich für einen Beruf entscheiden, der Spaß macht und sich dann bei dem Unternehmen seiner Wahl unentbehrlich machen – wie das geht, verrät Karriereberater Sebastian Pioch Studierenden: am 27. Oktober an der Freien Universität. Bildquelle: istockphoto / RichVintage Photography
Trojanized: So nennt Sebastian Pioch einen Weg, um den passenden Job zu finden. Am 27. Oktober stellt der Karriereberater Sebastian Pioch seine Strategie Studierenden vor.
Trojanized: So nennt Sebastian Pioch einen Weg, um den passenden Job zu finden. Am 27. Oktober stellt der Karriereberater Sebastian Pioch seine Strategie Studierenden vor. Bildquelle: Sabine Skiba

Welche Tätigkeiten liegen mir, und worin bin ich wirklich gut? Welches Unternehmen passt zu mir? Wie komme ich auch ohne Vitamin B an einen begehrten Job? Fragen, die viele Studierende umtreiben und auf die der Karriereberater Sebastian Pioch Antworten verspricht. Am Dienstagnachmittag, 27. Oktober, hält er dazu einen Vortrag beim Career Service der Freien Universität. Mit campus.leben sprach er über Kniffe und Tipps zum Einstieg in das Berufsleben.

Herr Pioch, auf Ihrer Website steht die Devise „Unablehnbar werden“ . Wie wird man für einen Arbeitgeber unablehnbar?

Es geht dabei um einen Prozess, der auf zwei Erkenntnissen beruht: Erstens ist man nur gut in einem Job, wenn man ihn auch gerne macht. Und zweitens muss diese gute Arbeit auch für ein Unternehmen relevant sein. Das ist die ideale Kombination, um für ein Unternehmen unablehnbar zu werden.

Sie bieten Karriereberatung für Studierende an. Warum braucht diese Gruppe ein spezielles Angebot?

Studierende, die kurz vor ihrem Abschluss stehen oder das Studium gerade beendet haben, konnten meist noch keine Berufserfahrung sammeln. Oft wissen sie noch gar nicht, was sie wollen – oder was sie eben gerade nicht wollen. Das kann zu „Orientierungsdepressionen“ führen.

Orientierungsdepressionen?

Ja, wenn junge Leute nicht wissen, wohin die Reise gehen soll und dadurch überfordert sind. Das liegt an den vielen Möglichkeiten, die es heute gibt. Dank der Globalisierung können wir heute fast jede Arbeit von beinahe überall auf der Welt erledigen. Wir sind also weniger stark an einen Standort gebunden. Zusätzlich wird uns durch die Digitalisierung immer wieder vor Augen gehalten, was wir gerade verpassen.

Ganz klassisch ist der Blick auf die Facebook-Timeline: Eine Kommilitonin postet von ihrem Praktikum in Los Angeles, ein Studienkollege von seiner Trainee-Stelle in Shanghai. Und selbst denkt man: Mist, alles was ich hier tue, ist studieren. Die Freunde im Ausland aber denken sich: Mist, da unten in Deutschland wird fleißig weiterstudiert, und ich sitze hier fest. Alle glauben also, gerade etwas ganz Wichtiges zu verpassen.

Was raten Sie in solchen Momenten?

Es geht mir darum, Sicherheit und Ruhe in das Thema zu bringen. Ob Praktikum in L.A. oder nicht: Man muss sich bewusst für oder gegen etwas entscheiden. Wer sich bei der Wahl seines Arbeitsplatzes vom Zufall lenken lässt, der wird am Ende eher unglücklich sein. Ein Beispiel: Wer nur ein Auslandspraktikum macht, weil er glaubt, damit bessere Karrierechancen zu haben und sich nur zweitrangig darum kümmert, in welchem Bereich oder Unternehmen er es absolviert, der tut weder sich noch dem Unternehmen einen Gefallen.

Ein bewusster Entscheidungsprozess hilft also dabei, im Beruf glücklich zu werden?

Ja. Obwohl es natürlich keine Garantie dafür gibt. Wenn mir aber die Arbeit wirklich gefällt, dann laufe ich nicht gleich beim ersten Problem davon, und andere Jobs sind auch weniger attraktiv, wenn ich mich in meinem Beruf wohlfühle. Ein bisschen ist das so wie in einer Ehe.

Ihr aktueller Ratgeber heißt „trojanized“ . Worum geht es in dem Buch und was hat der Titel mit dem Trojanischen Pferd zu tun?

Es geht darum, ohne das übliche Prozedere einen Einstieg in ein Unternehmen zu finden. Nach dem Motto: Die beste Bewerbung ist die, die man nicht schreibt. Ich zeige Wege auf, in denen Studierende und Absolventen den Unternehmen auf Augenhöhe begegnen können, indem sie sich in die Bedürfnisse des Unternehmens einarbeiten und sich quasi von Beginn an unersetzbar machen. In diesem Sinne wie das berühmte trojanische Pferd – nur ohne die unliebsame Überraschung in der mythologischen Erzählung.

Die Fragen stellte Annika Middeldorf

Weitere Informationen

Zeit und Ort 

  • Dienstag, 27. Oktober 2015, 16 bis 18 Uhr.
  • Freie Universität Berlin, Otto-von-Simson-Str. 26, Raum L116 (Seminarzentrum)

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig

Der Career Service bietet das ganze Semester über Studierenden praxisnahe, kostenlose Workshops zu Bewerbung, Persönlichkeitskompetenzen und der Positionierung auf dem Arbeitsmarkt.