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Wettkampf, Hausarbeiten, Urlaub

Die Jurastudentin der Freien Universität Ulrike Törpsch holte im Ruder-Frauen-Vierer die Silbermedaille bei der diesjährigen Universiade

28.08.2015

Auf dem Weg zur Silbermedaille: Ulrike Törpsch, zweite von links, im Ruder-Vierer ohne Steuerfrau bei der Universiade im koreanischen Gwangju.
Auf dem Weg zur Silbermedaille: Ulrike Törpsch, zweite von links, im Ruder-Vierer ohne Steuerfrau bei der Universiade im koreanischen Gwangju. Bildquelle: Peter Leßmann

Bei der 28. Sommer-Universiade im südkoreanischen Gwangju trafen sich kürzlich die besten studentischen Spitzensportlerinnen und Spitzensportler. Unter ihnen Ulrike Törpsch, die an der Freien Universität Rechtswissenschaft studiert und bereits auf einige Erfolge im Rudern blicken kann: Sie ist Juniorenweltmeisterin, U23-Weltmeisterin und zweifache Vize-U23-Weltmeisterin. In Gwangju holte die 25-Jährige mit ihrem Team Silber. Fünfeinhalb Sekunden vor ihnen kamen ihre ukrainischen Konkurrentinnen über die Ziellinie, hinter ihnen das Boot der Niederländerinnen. Campus.leben sprach mit Ulrike Törpsch über das Rennen, die Atmosphäre bei den koreanischen Spielen und ihre weiteren Pläne.

Frau Törpsch, wie ordnen Sie den Erfolg in Gwangju sportlich ein?

Dass wir die Silbermedaille gewonnen haben, ist einfach spitze, und wir sind sehr zufrieden! Der zweite Platz war für uns ein wichtiger Baustein insbesondere zur Vorbereitung auf die nächste Saison. Vor dem Wettkampf konnten wir nur kurze Zeit zusammen trainieren, dafür aber gut und effektiv. Auch die Chemie in unserer Crew und zum Trainerstab stimmte. Auf der Regattastrecke konnten wir unsere Leistung abrufen und die anderen Boote auf ihre Plätze verweisen. Das Rennen verlief für uns trotzdem nicht ganz optimal. Die Ukrainerinnen waren vom Start an einfach schneller und haben ein echt starkes Rennen abgeliefert.

Wie haben Sie die Universiade im Vergleich zu anderen Wettkämpfen erlebt?

Es ist ein ganz besonderes Sportereignis. Es ist einmalig, mit so vielen anderen Sportlern aus den unterschiedlichsten Disziplinen zusammen zu sein. Man kann zuschauen, wie sie sich vorbereiten, sie bei den Wettkämpfen anfeuern und erhält auch selbst Unterstützung. Vor allem die Unterstützung der Athleten aus den eigenen Reihen war unfassbar gut. Das macht die Universiade so einmalig. Auch das Publikum belohnt jede gute Leistung mit viel Applaus. Eine solch gute Stimmung ist kaum zu beschreiben.

Was hat Sie – außer der Silbermedaille – persönlich in Gwangju beeindruckt?

Wahnsinnig beeindruckend war die Eröffnungsfeier. Das Gefühl, gemeinsam mit der deutschen Mannschaft in ein riesiges, voll besetztes Stadion mit rund 40.000 Plätzen und einem noch dazu unheimlich stimmungsgeladenen Publikum einzulaufen, ist unbeschreiblich. Auch die Abschlussfeier war ein besonderer Moment, in dem noch einmal die einzelnen Wettkampftage in Erinnerung gerufen und das Universiade-Feuer an den nächsten Gastgeber übergeben wurde.

Dann war das Athletendorf mit seinen 20- bis zu 35-stöckigen Hochhäusern beeindruckend. Für das Wohl von Sportlern und Helfern war alles organisiert: Es gab einen riesigen Speisesaal, der rund um die Uhr geöffnet hatte, ein eigenes Krankenhaus, eine Poststelle, einen Souvenirshop, eine Bank, einen Friseur bis hin zum Nagelstudio und einer Spielhalle. Das gesamte Areal wurde von Polizei und Militär bewacht.

Uns Sportlern wurden Touren in die Stadt und das Umland angeboten. So konnte ich neben den Tempeln die wunderschöne Landschaft Koreas kennenlernen und auch mit den Menschen dort direkt in Kontakt kommen. Ich erfuhr vieles über die dortigen Sitten, Traditionen und die Kultur. Auch die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Einwohner, die uns durchweg entgegengebracht wurde, waren überwältigend. Was nicht immer einfach war, war die Kommunikation: Nicht jeder sprach Englisch, und wir konnten ja nicht einmal die Schrift auf den Hinweisschildern und Läden lesen.

Was steht für Sie persönlich als nächstes an?

Unmittelbar nach dem Wettkampf musste ich erstmal Prüfungen für mein Studium ablegen. Dafür musste ich in kurzer Zeit einiges nachholen. Danach ging es wieder voll ins Training. Es stehen zwar keine großen Ruderwettkämpfe auf dem Programm, aber wir müssen uns natürlich fit halten. Im September findet in Berlin die Ruder-Champions League statt. Außerdem möchte ich noch in den Urlaub fahren und muss Hausarbeiten schreiben, habe also ein volles Programm.

Die Fragen stellte Marina Kosmalla

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Spitzensport an der Freien Universität Berlin

Die Freie Universität Berlin fördert, auf Grundlage eines Kooperationsvertrages mit dem Olympiastützpunkt Berlin, in besonderer Weise studierende Athletinnen und Athleten, die einen A-B-C- oder Sonderkaderstatus haben. Gemeinsames Ziel der Vertragspartner ist es, eine erfolgreiche „Duale Karriere“ im Leistungssport und der akademischen Ausbildung zu ermöglichen. Beauftragter für die Spitzensportförderung an der Freien Universität und Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Förderung der studierenden Spitzensportlerinnen und Spitzensportler ist Jörg Förster, Direktor des Hochschulsports, E-Mail: joerg.foerster@fu-berlin.de.

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