Von dreieinhalb Millionen auf eine Milliarde Datensätze

Mit dem neuen Bibliotheksportal „Primo“ sind elektronische Medien jetzt noch leichter zu recherchieren

07.05.2015

Eine Art Google für die Bibliotheksrecherche: Das Portal "Primo".
Eine Art Google für die Bibliotheksrecherche: Das Portal "Primo". Bildquelle: Annika Middeldorf

Suchportal statt Bibliothekskatalog: Seit Anfang April hat der OPAC-Katalog zur Literaturrecherche ausgedient. Mit der neuen Primo-Software sind jetzt sämtliche Ressourcen der Universitätsbibliotheken recherchierbar: von elektronischen Zeitschriften, E-Books oder Aufsätzen, zahlreichen freien und lizenzierten Datenbanken bis hin zu den wissenschaftlichen Open Access Publikationen der Freien Universität. Was sich für die Nutzer ändert und welche weiteren Funktionen das Suchportal bietet, darüber sprach campus.leben mit Ringo Narewski, dem stellvertretenden Leiter der Benutzungsabteilung der Universitätsbibliothek.

Herr Narewski, bisher lief die Literaturrecherche über den OPAC-Katalog – was ist neu an der Primo-Software?                                               

Das Bibliotheksportal Primo steht für eine neue Generation von Bibliothekskatalogen. Neben den klassischen Kataloginformationen, also wo ein Buch steht, ob es ausgeliehen ist oder bestellt werden muss, enthält Primo Daten aus einem Mega-Index, in dem knapp eine Milliarde Datensätze verzeichnet sind. Darunter sind beispielsweise Zeitschriftenaufsätze, Zeitungsartikel, Rezensionen oder Bildmaterial. In diesem Mega-Index sind so renommierte Datenbanken wie World of Science, Scopus aber auch Volltextarchive wie JSTOR eingebunden. Primo ist also eine Art Google für die vielen von den Bibliotheken lizenzierten elektronischen Ressourcen. Auch eigene Datenpools, wie den Dokumentenserver der Freien Universität mit Open-Access-Publikationen von Wissenschaftlern können wir in Primo integrieren.

Was ändert sich für die Nutzer?

Was die Ausleihe betrifft, bleibt alles beim Alten: Auch in Primo lassen sich die Leihfristen von entliehenen Bücher verlängern und Vormerkungen vornehmen. Davon abgesehen wird für den Nutzer vieles besser. Primo ist eine moderne Softwarelösung, die ganz intuitiv zu bedienen ist. Die Suchergebnisse werden in einem Ranking ausgegeben, das wie bei jeder Suchmaschine verschiedene Aspekte berücksichtigt, zum Beispiel die gefundenen Suchwörter im Titel oder das Erscheinungsdatum. Die Suchergebnisse können bei Bedarf nach formalen oder inhaltlichen Filtern weiter präzisiert werden – etwa, dass nur Aufsätze oder nur Online-Quellen angezeigt werden.

Auch thematisch kann die Suche weiter eingeschränkt werden, zum Beispiel durch die Angabe von Schlagworten. Ein weiteres Extra von Primo ist der Empfehlungsdienst: Anhand des Nutzerverhaltens können weltweit ähnliche Titel ermittelt werden. Auch persönliche Einstellungen wie das gewünschte Fachgebiet können die Suchergebnisse optimieren. Um die Umstellung von einer Suche im alten OPAC mit etwa dreieinhalb Millionen Datensätzen auf die neue Datenbank mit knapp einer Milliarde Datensätzen zu erleichtern, bieten wir zwei Suchräume an: Primo, bei dem der Katalog der Freien Universität und der Mega-Index enthalten sind, oder, unter dem Reiter „FU Katalog“, den gewohnten Teilbestand des Katalogs der Freien Universität. Die Nutzer können diese Suchräume über zwei Logos links oberhalb des Suchfeldes auswählen.

Warum war jetzt der richtige Zeitpunkt für die Umstellung?

Wir betreiben Primo als Beta-Version schon einige Jahre parallel zum OPAC. Mit der neuen Version von Primo wurden einige Probleme so weit gelöst, dass wir die Umstellung auf Primo als alleiniges Rechercheinstrument zu Semesterbeginn für richtig erachtet haben. In etwa einem Jahr wird außerdem die Software abgelöst, die das alte OPAC-System unterstützt hat. Außerdem haben wir bei der Auswertung von Nutzerstatistiken festgestellt, dass elektronische Zeitschriften und Bücher seit der Einführung von Primo signifikant häufiger genutzt werden. Wir erwarten, dass die Nachfrage und Nutzung hier weiter steigt. Auch unsere Umfragen haben ergeben, dass besonders die Studierenden Primo super finden. Verbesserungen sind natürlich immer möglich. Wir haben noch viele Ideen und arbeiten daran.

Die Fragen stellte Annika Middeldorf

Weitere Informationen

In einem Video-Tutorial wird erklärt, wie die Recherche und die Kontoverwaltung mit Primos funktioniert.