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Von der Kunst, Wissenschaftler zu sein

Was müssen Doktoranden wissen? Am 5. November startet eine Vortragsreihe über gute wissenschaftliche Praxis und notwendiges Werkzeug

05.11.2014

An diesem Mittwoch, 5. November, startet eine gemeinsame Vortragsreihe dreier Berliner Universitäten und außeruniversitärer Einrichtungen. Die Freie Universität ist über die DRS beteiligt.
An diesem Mittwoch, 5. November, startet eine gemeinsame Vortragsreihe dreier Berliner Universitäten und außeruniversitärer Einrichtungen. Die Freie Universität ist über die DRS beteiligt. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Es ist eine Kooperation der besonderen Art: Um ihre Doktoranden zu unterstützen, haben die Freie Universität, die Humboldt-Universität und die TU Berlin, außerdem die Universität Potsdam, das GFZ Helmholtz-Zentrum Potsdam und das Alfred-Wegner-Institut eine Vortragsreihe zum wissenschaftlichen Arbeiten initiiert. Geleitet wird sie von dem niederländischen Physiker Roel Snieder, Professor an der Colorado School of Mines (USA) und zurzeit als Alexander-von-Humboldt-Forschungspreisträger zu Gast am Helmholtz-Zentrum Potsdam. Ein Gespräch mit Martina van de Sand, promovierte Agrarbiologin und Geschäftsführende Direktorin der Dahlem Research School – der Dacheinrichtung, die die strukturierten Doktorandenprogramme der Freien Universität bündelt.

Frau van de Sand, die Vortrags-Reihe wird von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gemeinsam gestaltet. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Die Institutionen, die in und um Berlin herum Doktorandinnen und Doktoranden ausbilden, stehen in einem ständigen Austausch miteinander und kooperieren regelmäßig auf verschiedenen Ebenen. Durch den gegenseitigen Austausch können positive Erfahrungen weitergegeben werden und eben auch außergewöhnliche Veranstaltungen wie diese Joint Lecture Series mit Professor Roel Snieder auf die Beine gestellt werden.

An wen richten sich die Vorträge?

An Promovierende der beteiligten Einrichtungen und darüber hinaus an alle Interessierte. Der erste Workshop befasst sich dabei mit übergeordneten Themen: Es geht um die Art und Weise, wie Ausbildung für die Forschung abläuft und welche Fähigkeiten darüber hinaus wichtig sind, um in der Wissenschaft tätig zu sein.

Die weiteren Veranstaltungen dringen in Themenbereiche vor, die für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Beginn ihrer Karriere große Herausforderungen darstellen. Das sind beispielsweise das Verhältnis zur Betreuerin oder zum Betreuer, die Aufgabe, selbst in die Rolle einer Mentorin oder eines Mentors hineinzuwachsen oder das Ergreifen notwendiger Schritte, die die Karriere den eigenen Vorstellungen entsprechend gestalten und lenken.

Der Physiker Roel Snieder will „ die Kunst, ein Wissenschaftler zu sein“ vermitteln. Ist es denn heute eine Kunst, als Wissenschaftler zu arbeiten? Welche Techniken sollte man beherrschen?

Professor Roel Snieder ist Physiker und zurzeit als Humboldt-Forschungspreisträger zu Gast am GFZ in Potsdam. Er engagiert sich aber seit Jahren auch für übergeordnete Aspekte in der Ausbildung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Forschung. Die Herausforderungen, denen sich der wissenschaftliche Nachwuchs heutzutage stellen muss, sind immens, die Vermittlung von überfachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, um im Wissenschaftsbetrieb zurechtzukommen, sind wichtiger denn je. Roel Snieder setzt an diesem Punkt an: Er möchte vermitteln, was Wissenschaft und Forschung bedeuten, welche Facetten es gibt. Er möchte jedem einzelnen Doktoranden die Werkzeuge zum Erfolg an die Hand geben. Das fängt bei der Planung des eigenen Forschungsvorhabens an, geht über die Kenntnis der guten wissenschaftlichen Praxis, der Verbesserung der eigenen Präsentations- und Kommunikationsfähigkeiten bis hin zu Veröffentlichungen, dem Schreiben von Anträgen und der aktiven Karriereentwicklung in Forschung und Industrie.

Jeder Vortrag findet an einer anderen Universität oder Einrichtung statt. Warum diese Ortswechsel?

Zum einen soll durch den Gang durch die Einrichtungen gezeigt werden, dass alle beteiligten Institutionen sich gleichermaßen für die Kooperation engagieren. Außerdem spiegelt sich darin eine Grundidee, die auch in den Workshops immer wieder aufgegriffen wird: Der Ortswechsel zeigt, wie wichtig der Blick über den Tellerrand ist, um offen für Neues zu bleiben und sich ständig weiterzuentwickeln.

Welche Angebote – speziell für Naturwissenschaftler – bietet die DRS außerdem an?

Die DRS hat ein breites Angebot für Promovierende aller Fachrichtungen, wo nötig, werden die Workshops jedoch auch fächergruppenspezifisch angeboten. Für Promovierende der Natur- und Lebenswissenschaften wird beispielsweise ein Disputationstraining in einem gesonderten Workshop angeboten, weitere spezifische Themen sind das Publizieren von Fachartikeln oder die Vorbereitung von Konferenzpostern im naturwissenschaftlichen Bereich.

Die Veranstaltungen sind im Programm der DRS entsprechend gekennzeichnet, sodass jeder die zielgruppenspezifischen Angebote sofort erkennen kann. Das aktuelle Programmheft für das Professional Development Program der DRS findet sich hier.

Die Fragen stellte Nina Diezemann

Weitere Informationen

Lecture Series: The Art of Being a Scientist

1. General Lecture: The Art of Science

This lecture is open for all interested people

  • November 5, 2014, 2:30 pm
  • GFZ/AWI, Wissenschaftspark Albert-Einstein, Building H, Telegrafenberg, 14473 Potsdam

Abstract. The current model for training researchers is very much like the medieval system where an apprentice follows a master for years of training. This model gives graduate students valuable hands-on experience. What often lacks in this educational model is an explicit transfer of skills and information that is effective for acquiring research skills in a timely manner. Depending on the interests of attendees we will discuss such skills such as making a research plan, working with the advisor, opportunities and pitfalls in science, time management, oral and written communication, and the scientific career.

Das komplette Programm finden Sie hier.