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Internationale Sommeruniversität unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments und der UNESCO an der Freien Universität

01.08.2014

(V.l.n.r.): Melih Boyaci, Wirtschafts- und Soziologiestudent an der Istanbuler Bahçeşehir-Universität, Geschichtsstudent Felix Fuhg (Freie Universität Berlin) und Hidayet Avar, Soziologiestudentin an der Bahçeşehir-Universität
(V.l.n.r.): Melih Boyaci, Wirtschafts- und Soziologiestudent an der Istanbuler Bahçeşehir-Universität, Geschichtsstudent Felix Fuhg (Freie Universität Berlin) und Hidayet Avar, Soziologiestudentin an der Bahçeşehir-Universität Bildquelle: Jan Hambura
Im Reichstagsgebäude trafen die Studenten und Doktoranden mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und des jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubens zusammen.
Im Reichstagsgebäude trafen die Studenten und Doktoranden mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und des jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubens zusammen. Bildquelle: Jan Hambura

Zwei Wochen lang waren 60 Studierende und Doktoranden von fast zwanzig renommierten Universitäten Europas, des Mittleren Ostens, Afrikas und Nordamerikas zu Gast an der Freien Universität. Sie besuchten die zweite Internationale Sommeruniversität zur Ausbildung interkultureller Führungskräfte unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments. Ausgerichtet wurde sie vom "Aladin-Projekt", das für den Dialog und die Verständigung zwischen Muslimen, Christen und Juden eintritt. Das Thema der Sommeruniversität hätte nicht aktueller sein können: „Frieden und Religion im 21. Jahrhundert“.

„In zwei Wochen haben wir so viel gesehen und erfahren, dass es sich so angefühlt hat, als hätten wir zwei Jahre lang in Berlin studiert“, erzählt Hidayet Avar lachend. Die Soziologiestudentin von der Bahçeşehir-Universität in Istanbul ist eine von 60 Studierenden der Geschichts- und Politikwissenschaft, der Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft, Soziologie und Rechtswissenschaft, die an der Sommeruniversität an der Freien Universität teilgenommen haben.

Zwei Wochen lang besuchte sie mit ihren temporären Kommilitonen vormittags Vorlesungen und nachmittags Workshops: auf Einladung des 2009 gegründeten Aladin-Projektes. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treten dabei mit der Unterstützung internationaler Persönlichkeiten dafür ein, Menschen aus unterschiedlichen Religionen und Kulturen zusammenzubringen, damit im gemeinsamen Dialog bestehende Gräben und Missverständnisse überwunden werden können und so ein Zeichen für Frieden und Toleranz gesetzt werden kann. Das Projekt soll zudem eine Brücke der „Bekanntschaft zwischen Juden und Muslimen“ bauen.

Ziel der Sommeruniversität, die im vergangenen Jahr zum zweiten Mal stattfand, ist es, die Teilnehmer mit dem nötigen Wissen und den Fähigkeiten für eine erfolgreiche Karriere in einem kulturell-vielfältigen und global-vernetzen Arbeitsumfeld vorzubereiten.

Respektvoller Umgang unter den Studierenden

Von der Freien Universität waren neben anderen Felix Fuhg und Ole Mittmann dabei. Die beiden Studenten der Geschichts- und Islamwissenschaft hat das respektvolle Miteinander innerhalb der 60-köpfigen Gruppe beeindruckt: So habe es etwa keinen Streit über den Nahostkonflikt und die derzeit dort stattfindenden Kampfhandlungen gegeben, obwohl sowohl Studierende aus Israel als auch den palästinensischen Gebieten an der Sommeruniversität teilgenommen hätten.

„Vor allem der Kontakt mit Studierenden anderer Fächer war bereichernd“, sagt Felix Fuhg. Das jeweilige Semester habe dabei keine Rolle gespielt: „Wir haben uns schnell in Kleingruppen mit denen zusammengefunden, die ähnliche Interessen hatten.“ Wie er ist auch Ole Mittmann, der Islamwissenschaft studiert, davon überzeugt, dass die Sommeruniversität zu bleibenden Freundschaften geführt hat.

„Ihr wisst noch nichts“

Neben dem Besuch von Vorträgen und Seminaren führender Wissenschaftler und Akteure haben die Studierenden das Thema „Frieden und Religion im 21. Jahrhundert“ auch in Workshops selbst bearbeitet und ihre Ergebnisse am Ende präsentiert. Daneben standen immer wieder Exkursionen und Veranstaltungen, etwa ein Tagesausflug nach Potsdam und der Besuch des Kulturzentrums Morus 14 in Berlin-Neukölln, auf dem Programm.

Zum Abschluss wurden die Teilnehmer der Sommeruniversität von Edelgard Bulmahn, der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, im „Herzen der Demokratie“, den Räumen des Parlaments im Reichstagsgebäude, empfangen. Dem Treffen wohnten hochrangige Vertreter aus Politik, Wissenschaft und des jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubens bei. Bulmahn betonte vor den Studierenden die Bedeutung der universellen Menschenrechte. Anne-Marie Revcolevschi, Präsidentin des Aladin-Projektes, warnte vor Hochmut. Man dürfe niemals denken, man wüsste schon alles. „Ihr wisst noch nichts“, sagte Revcolevschi und ermunterte die Studierenden und Doktoranden, sich akademisches, vor allem historisches Wissen anzueignen.