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Paris-Austauschprogramm für Studierende der Naturwissenschaften auf den Weg gebracht

04.02.2014

Die Gruppe mit Chemie-Professor Dieter Lentz (stehend, 3.v.l.) auf dem Arc de Triomphe
Die Gruppe mit Chemie-Professor Dieter Lentz (stehend, 3.v.l.) auf dem Arc de Triomphe Bildquelle: Alexandra Müller

Kaum nach dem letzten „Au revoir“ hieß es schon wieder „Bonjour“: Kurze Zeit nach einem einwöchigen Besuch französischer Studierender an der Freien Universität im vergangenen Sommer, hat die Berliner Gruppe ihren Gegenbesuch angetreten. Studierenden in naturwissenschaftlichen Bachelor-Programmen Lust auf einen längeren Auslandsaufenthalt zu machen, zählte zu den Zielen des Kurz-Austauschs mit der Pariser Université Pierre et Marie Curie (UPMC). Dank der neuen Kontakte zwischen Professoren konnten bestehende Austauschverträge erweitert und neue avisiert werden.

Ohne große Verpflichtungen und mit wenig Zeitaufwand im Studium Auslandsluft schnuppern: Wie die Informatik-Studentin Tanja Linkermann berichtet, hat sich die Teilnahme am Kurz-Austausch mit der UPMC bezahlt gemacht. Dieser wurde Anfang 2013 initiiert - auch vor dem Hintergrund des 50-jährigen Jubiläums des Elysée-Vertrages.

„Ich war stolz, den Stoff der Vorlesungen verstanden zu haben, obwohl die Austauschpartner schon zwei Semester weiter sind als wir“, erzählt Linkermann. Durch den Austausch haben sie und acht weitere Studierende erlebt, wie der Uni-Alltag in Frankreich im Vergleich zu Berlin abläuft: wie sich etwa die Tutorien, das Angebot an Bibliotheken und Vorlesungsskripten unterscheidet. „Insgesamt fand ich den Campus super: Er liegt mitten in Paris an der Seine“, sagt Linkermann.

Vergleich zweier Hochschulsysteme

Gleich zur Begrüßung ging es für die Dahlemer Gruppe hoch hinaus: Sie wurde im 24. Stock des Uni-Gebäudes „Tour Zamansky“ empfangen – für Felicia Burtscher ein Höhepunkt der Woche. Die Studentin, die im dritten Semester Bioinformatik an der Freien Universität belegt, hat aus den Tutorien in Frankreich den Eindruck gewonnen, das dortige System sei verschulter als das deutsche: „Aufgaben werden eher vorgerechnet, es wird weniger Eigeninitiative erwartet“, sagt sie. In Frankreich zu studieren kann sie sich dennoch vorstellen, wenn auch erst im Master, da ihr Bachelor-Studiengang gar nicht im UPMC-Angebot ist. Noch hadert sie jedoch mit den im Vergleich zu Berlin deutlich höheren Lebenshaltungskosten.

Die Universitäten planen gemeinsame Programme

Institutionell sind zumindest die Weichen für künftige Austausche gestellt: „Das Kurzaustauschprogramm, finanziert aus Mitteln des Programms PROMOS, war eine Grundlage“, sagt Gesa Heym-Halayqa, Erasmus- und PROMOS-Programmkoordinatorin an der Freien Universität und zuständig für die bilaterale Hochschulkooperation mit Frankreich. „Je nach Fachbereich sind nun bestehende Austauschverträge erweitert worden oder neue in der Planung.“

Auch Tanja Linkermann zieht es künftig in die Ferne: Sie schmiedet Pläne für ihr fünftes Semester. „Der Austausch hat viele von uns darin bestärkt, ein Auslandssemester zu absolvieren“, glaubt sie. Und das nicht nur, weil nun bereits erste Kontakte geknüpft seien. Sie erwägt auch ein Semester in einem englischsprachigen Land, wo sie sich sprachlich womöglich leichter zurechtfindet. Gelohnt hat sich der Kurz-Austausch allemal: Die Kommunikation in einer Gruppe mit von Person zu Person unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen habe sehr gut funktioniert, sagt Tanja Linkermann.