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Tag der portugiesischen Sprache am Sprachenzentrum der Freien Universität

13.12.2013

Bergauf: Lissabon liegt auf sieben Hügeln und an einer Bucht am nördlichen Ufer der Flussmündung des Tejos.
Bergauf: Lissabon liegt auf sieben Hügeln und an einer Bucht am nördlichen Ufer der Flussmündung des Tejos. Bildquelle: Olivier Ortelpa / flickr
Luís de Almeida Sampaio (Botschafter von Portugal), Vizepräsident Prof. Dr. Klaus Beck, Dr. Ruth Tobias (Direktorin des Sprachenzentrums), Maria Luiza Ribeiro Viotti (Botschafterin von Brasilien).
Luís de Almeida Sampaio (Botschafter von Portugal), Vizepräsident Prof. Dr. Klaus Beck, Dr. Ruth Tobias (Direktorin des Sprachenzentrums), Maria Luiza Ribeiro Viotti (Botschafterin von Brasilien). Bildquelle: Mirko Lux

Portugiesisch wird auf allen Kontinenten und weltweit von etwa 245 Millionen Menschen gesprochen. Damit ist es – nach Spanisch – die am zweithäufigsten gesprochene romanische Sprache. Dennoch steht das Portugiesische häufig im Schatten. Ruth Tobias, Direktorin des Sprachenzentrums der Freien Universität, hatte zum „Tag der portugiesischen Sprache" mit den Botschaftern von Portugal und Brasilien prominente Unterstützung nach Dahlem gebeten, um das zu ändern.

Zum „Tag der portugiesischen Sprache“ im Seminarzentrum gehörten dabei ebenso eine Ausstellung von Zeichnungen portugiesischer Kinder wie die muntere Beteiligung der Gäste: Bei einem Vortrag über die Möglichkeiten des Einsatzes brasilianischer Musik im Unterricht des Portugiesischen als Fremdsprache stimmten einige Teilnehmer in eines der Lieder  ein. In Vorträgen und Workshops diskutierten Experten aus Portugal, Brasilien und Deutschland unter anderem über die Erfahrungen portugiesischstämmiger Kinder in Deutschland mit ihrer bi- oder plurilingualen Entwicklung oder über das neue Kompendium „Português Tropical“, eine Publikation der brasilianischen Botschaft in Kooperation mit der Freien Universität Berlin.

Portugiesisch mehr ins Bewusstsein rücken

Die Direktorin des Sprachenzentrums Ruth Tobias freut sich über das Interesse: „Solche Veranstaltungen sind eine hervorragende Gelegenheit, um die Aufmerksamkeit für jene Sprachen zu erhöhen, die nicht so stark im Fokus der Studierenden stehen wie beispielsweise Englisch, Französisch oder Spanisch.“

Aus ähnlichem Grund hat sich Kathrin Meißner dafür entschieden, Portugiesisch am Sprachenzentrum der Freien Universität zu lernen: „Ich hatte das Gefühl, dass die Länder, in denen Portugiesisch gesprochen wird, in Deutschland wenig vorkommen im öffentlichen Bewusstsein“, sagte die Studentin. „Dabei sind sie so reich an Kultur und interessanter Geschichte, dass es schade ist, wenn von ihnen nur im Zusammenhang mit Fußball oder der Bankenkrise die Rede ist.“

Hoher Besuch in Dahlem

Auch Luís de Almeida Sampaio, Botschafter der Republik Portugal, und seine Kollegin Maria Luiza Ribeiro Viotti, Botschafterin der Föderativen Republik Brasilien, betonten, dass der portugiesischen Sprache und Kultur weltweit eine wichtige Rolle zukomme. Professor Klaus Beck, Vizepräsident für Internationales der Freien Universität, hob hervor, dass Portugiesisch seit langer Zeit an der Freien Universität unterrichtet wird und seit etwa zehn Jahren im Lehrangebot des Sprachenzentrums der Freien Universität zu finden ist.

Kolonialgeschichte Portugals

Die hohe Verbreitung des Portugiesischen – in zehn Ländern ist es Amtssprache und gilt darüber hinaus in vielen Ländern als Zweit- oder Minderheitensprache – liegt zum großen Teil in der Kolonialgeschichte Portugals begründet; ein interessantes Gebiet, findet auch Kathrin Meißner, die an der Freien Universität den Masterstudiengang „Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ studiert: „Die Dekolonisation ist ein spannender Bereich, in den ich durch meine Portugiesisch-Kenntnisse viel besser einsteigen kann.“

„Starker kultureller Austausch"

Die Portugiesisch-Kurse des Sprachenzentrums werden pro Semester von mehr als 200 Studierenden besucht. „Und die Nachfrage nimmt stetig zu", sagt die promovierte Romanistin Ruth Tobias. Gerade die brasilianische Variante der Sprache finde das wachsende Interesse der Studierenden. Kathrin Meißner schätzt an dem Angebot, dass der gesamte portugiesische Sprachraum in den Kursen berücksichtigt wird. Über das Sprachenzentrum hat sie einen Tandempartner aus Brasilien gefunden: „Das führt manchmal zu sprachlichen Verwirrungen, weil ich mein Hauptaugenmerk auf das europäische Portugiesisch gerichtet habe. Aber kulturell bietet der Austausch ungeheuer viel. Ich würde sogar behaupten, dass die portugiesische Sprache einen großen Teil der reichen Kultur der beiden Länder bereits transportiert.“