Freie Universität Berlin


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Vorlesung der außerirdischen Art

Intergalaktischer Gastvortrag zum Thema „Technische Visionen bei Star Trek“ an der Freien Universität Berlin

09.12.2013

Verschiedene Star-Wars-Offiziere bewachen den Eingang des Henry-Ford-Baus: Ein Mitglied der "Royal Guard", Geheimdienstchefin Isanne Isard und zwei Offiziere verschiedener Ränge (v.l.n.r.).
Verschiedene Star-Wars-Offiziere bewachen den Eingang des Henry-Ford-Baus: Ein Mitglied der "Royal Guard", Geheimdienstchefin Isanne Isard und zwei Offiziere verschiedener Ränge (v.l.n.r.). Bildquelle: Thomas Rostek
Jedimeisterin Luminara Unduli ist bereit zum Gefecht.
Jedimeisterin Luminara Unduli ist bereit zum Gefecht. Bildquelle: Thomas Rostek
Eine als Star-Wars-Androidin verkleidete Besucherin der Vorlesung trifft hier auf zwei Trekkies.
Eine als Star-Wars-Androidin verkleidete Besucherin der Vorlesung trifft hier auf zwei Trekkies. Bildquelle: Thomas Rostek
Auch ein finster dreinschauender Klingone besucht die Vorlesung von Captain Zitt.
Auch ein finster dreinschauender Klingone besucht die Vorlesung von Captain Zitt. Bildquelle: Thomas Rostek
Die Star-Wars-Fans haben ihre Kostüme teils selbst entworfen, wie die schwarzen Uniformen. Auch Anakin Skywalker ist vertreten (re.).
Die Star-Wars-Fans haben ihre Kostüme teils selbst entworfen, wie die schwarzen Uniformen. Auch Anakin Skywalker ist vertreten (re.). Bildquelle: Thomas Rostek
Dr. Hubert Zitt (re.) grüßt auf Vulkanier-Art. Wolfgang Hahn von der Beuth Hochschule für Technik Berlin hat den Vortrag des Gastdozenten von der FH Kaiserslautern/Zweibrücken organisiert.
Dr. Hubert Zitt (re.) grüßt auf Vulkanier-Art. Wolfgang Hahn von der Beuth Hochschule für Technik Berlin hat den Vortrag des Gastdozenten von der FH Kaiserslautern/Zweibrücken organisiert. Bildquelle: Thomas Rostek

Der Eingang zum Max-Kade-Auditorium im Henry-Ford-Bau war schwer bewacht: Jedi mit Laserschwertern, Angehörige der „Royal Guard“ in bodenlangen roten Uniformen und Klingonen mit knochig zerfurchter Stirn patrouillierten vor den Türen. Sie erwarteten das mehrheitlich junge Publikum, das an die Freie Universität gekommen war, um die Vorlesung des Informatikdozenten Hubert Zitt zum Thema „Technische Visionen bei Star Trek“ zu hören. Der Vortrag drehte sich auch um Flachbildschirme und transportable Datenspeicher – Gegenstände und Erfindungen, die für uns heute alltäglich sind, vor 30 Jahren aber, als der Science-Fiction-Streifen gedreht wurde, noch reine Utopie waren.

Unter den geladenen eingefleischten Fans, die den Henry-Ford-Bau enterten, war auch Anette Pohlke, die sich als „Imperiale Offizierin“ der Star-Wars-Reihe verkleidet hatte. Ihre braungrüne Uniform wirkte ausgesprochen realistisch. „Nur die Rangabzeichen sehen eher aus wie saure Drops“, sagte sie. Es habe ihr schon immer Spaß gemacht, sich zu verkleiden: „Angefangen habe ich als ‚Trekkie‘, ich bin also eigentlich Star-Trek-Fan der ersten Stunde. Da es aber unter Star-Wars-Anhängern üblicher ist, sich zu verkleiden, habe ich in dieses Universum gewechselt und fühle mich dort wohl.“

Trekkies und Star-Wars-Anhänger entern den Henry-Ford-Bau

Bei der intergalaktischen Zusammenkunft fehlte auch nicht die Star-Wars-Jedimeisterin „Luminara Unduli“ mit ihrem schweren Umhang aus schwarzem Stoff und der typischen ausladenden Kopfbedeckung. Und auch die Star-Trek-Crew mit ihren weinroten und orangefarbenen Oberteilen sowie den auffälligen Kommunikatoren auf der Brust war anwesend. Die Darsteller der außerirdischen Charaktere gehörten zur „German Garrison der 501st Legion – Vader's Fist“ – dem deutschen Ableger eines internationalen Star-Wars-Kostümvereins. Sie wurden tatkräftig von Mitgliedern der Berliner „Film Fan Force“ unterstützt und zogen die Blicke des (nichtkostümierten) Publikums auf sich.

Captain Zitt, wie der promovierte Informatiker von seinen Fans genannt wird, hielt schon zum vierten Mal eine Science-Fiction-Vorlesung in Berlin, die wieder gemeinsam von der Freien Universität und der Beuth Hochschule für Technik Berlin veranstaltet wurde. Hauptberuflich lehrt Zitt am Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik an der Fachhochschule Kaiserslautern/Zweibrücken.

Smartphones und Multi-Touch-Displays sind mittlerweile Realität

An der Freien Universität referierte er 90 Minuten lang über die Visionen der Macher von Star Trek, die heute schon Realität geworden sind: So verwendete die Crew der USS Enterprise „Kommunikatoren“ und Touchpads für die Kommunikation – Funktionen, die heute in einem Smartphone vereint sind. Hologramme ließen sich zwar noch nicht flächendeckend einsetzen, in anderen Bereichen habe man die Crew von Star Trek aber schon überholt, sagte Zitt. So sei man beispielsweise heute mit der Multi-Touch-Steuerung von berührungsempfindlichen Displays den einstigen Star-Trek-Visionen um Längen voraus.

Die Zuhörer dankten „Captain Zitt“ am Ende der Vorlesung mit großem Applaus – und auch Commander Pohlke war zufrieden: „Selbst wenn ich als verkleideter Fan nur ein kleiner Baustein bei solchen Veranstaltungen bin, freue ich mich, wenn ich die Vorlesung bereichern und meine Begeisterung für Star Wars zeigen kann. Ich war heute die Deko und finde das vollkommen in Ordnung.“