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Grundschüler für Technik begeistern

In der Sachunterrichts-Lernwerkstatt der Freien Universität Berlin fand der erste MINT-Kindertag statt

25.06.2013

Alles dreht sich um Technik: In der Sachunterrichts-Lernwerkstatt der Freien Universität fand der erste MINT-Kindertag statt.
Alles dreht sich um Technik: In der Sachunterrichts-Lernwerkstatt der Freien Universität fand der erste MINT-Kindertag statt. Bildquelle: Freie Universität Berlin

Kinder haben keine Scheu vor dem Programmieren eines Roboters, dem Gebrauch einer Nähmaschine oder dem Bohren von Löchern für den Bau eines Insektenhotels. Sie können sich stundenlang darauf konzentrieren, komplizierte Falttechniken zum Färben von Stoffen zu lernen oder ein Schiffchen dazu zu bringen, unter der Wasseroberfläche zu fahren. „Wir wollen die Lehrkräfte von morgen davon überzeugen, dass in den Kindern viel Potenzial steckt und technische Themen spannend vermittelt werden können“, sagt Hilde Köster, Professorin an der Freien Universität für Sachunterricht und Grundschulpädagogik. Sie leitet die Sachunterrichts-Lernwerkstatt, in der nun der erste MINT-Kindertag stattfand. Er stand ganz im Zeichen der Technik.

Alle Aktivitäten am ersten MINT-Kindertag in der Lernwerkstatt drehten sich um Technik. Bisher hatten Veranstaltungen des durch die Deutsche Telekom Stiftung geförderten Projekts „MINT-Lehrerbildung neu denken“ – die Abkürzung MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – die Schwerpunkte Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik. Nun hatten mehr als hundert Grundschulpädagogik-Studierende im Rahmen eines Sachunterrichts-Seminars vielfältige technische Projekte erarbeitet. Sie hatten sich zunächst mit historischen und theoretischen Hintergründen befasst, didaktische und methodische Überlegungen angestellt und ihre praktisch erprobten Ausarbeitungen in einer Art Generalprobe den Kommilitonen vorgestellt.

Alles dreht sich um Technik

Am MINT-Kindertag konnten sie dann erleben, wie begeistert die Kinder aus sechs Grundschulklassen ihre Angebote zur Technik aufnahmen. Auch die Lehrkräfte waren erfreut über die Vielfalt des Angebots und die hohe Motivation der Kinder, so viel wie möglich zu lernen. „Die Studierenden profitieren in hohem Maß von Veranstaltungen, die Theorie und Praxis verbinden“, sagt Professorin Hilde Köster.

„Die Studierenden können sich schon im zweiten Semester selbst erproben. Sie erkennen dabei, dass die technische Perspektive viele äußerst interessante Möglichkeiten für den Sachunterricht bietet und erleben, wie begeistert und konzentriert Kinder auf solche handlungsorientierten Lernangebote reagieren.“

Interesse und Motivation der Schüler und Studierenden

Der technikbezogene Anteil im Studium des Sachunterrichts und seiner Didaktik an der Freien Universität Berlin nimmt inzwischen einen sehr hohen Stellenwert ein. Die Studierenden wurden vor dem MINT-Kindertag darauf vorbereitet, Interesse, Neugier und Motivation der Kinder zu beobachten – und auch die eigenen Erwartungen zu hinterfragen in Hinblick auf mutmaßliche Vorlieben und Abneigungen von Mädchen und Jungen.

Die Lehrerin und Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Sachunterricht Nadia Madany Mamlouk ist davon überzeugt, dass die hervorragend ausgestattete Lernwerkstatt ein starker Impuls  sein kann, technische Themen noch stärker in Berliner Klassenzimmern einziehen zu lassen. „Die Arbeit in der Lernwerkstatt zeigt den Studierenden, dass es möglich ist, technische Bildung mit einfachen Materialien und wenigen Werkzeugen zu vermitteln“, sagt Madany Mamlouk.

Hier lernen die Studierenden selbst den Umgang mit Materialien, Werkzeugen und Maschinen kennen und erfahren Wichtiges zu technischen Entwicklungen, Errungenschaften, Methoden, Funktionszusammenhängen und Herstellungsprozessen. Auf dem Weg über die Studierenden, so sind sich Hilde Köster und Madany Mamlouk sicher, erreichen technikbezogene Angebote auch die Schulen.