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Zu Tisch mit dem spanischen Botschafter

Die Politikstudentin Pilar Caballero Alvarez von der Freien Universität hat am WDR-Europaforum 2013 teilgenommen

04.06.2013

Nah dran an den Entscheidern der Europapolitik: Politikstudentin Pilar Caballero Alvarez hat am WDR-Europaforum im Auswärtigen Amt teilgenommen.
Nah dran an den Entscheidern der Europapolitik: Politikstudentin Pilar Caballero Alvarez hat am WDR-Europaforum im Auswärtigen Amt teilgenommen. Bildquelle: Verena Blindow
Unter anderem saß Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Podium im Gespräch mit Ulrich Deppendorf (re.) und Jörg Schönenborn.
Unter anderem saß Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Podium im Gespräch mit Ulrich Deppendorf (re.) und Jörg Schönenborn. Bildquelle: Verena Blindow
Die Besucher des Forums im Europasaal des Auswärtigen Amts waren bunt gemischt: Neben vielen jungen Menschen und internationalen Studierenden waren auch Amtsträger unter den Gästen.
Die Besucher des Forums im Europasaal des Auswärtigen Amts waren bunt gemischt: Neben vielen jungen Menschen und internationalen Studierenden waren auch Amtsträger unter den Gästen. Bildquelle: Verena Blindow
Ob sie später selbst einmal im Bereich der Europapolitik arbeiten wird, hält sich die 19-jährige Studentin Pilar Caballero Alvarez noch offen.
Ob sie später selbst einmal im Bereich der Europapolitik arbeiten wird, hält sich die 19-jährige Studentin Pilar Caballero Alvarez noch offen. Bildquelle: Verena Blindow

Das starke Interesse an Europa und der Europäischen Union wurde Pilar Caballero Alvarez gewissermaßen in die Wiege gelegt: „Meine Familie kommt ursprünglich aus Spanien, deshalb werde ich ständig mit unterschiedlichen Sichtweisen auf Europa und die Europapolitik konfrontiert. Ich bin sozusagen immer mittendrin“, sagt die 19-jährige Studentin der Politikwissenschaft und Kunstgeschichte. Tanja Börzel, Politologieprofessorin an der Freien Universität, hatte die Studierenden ihrer Vorlesung „Einführung in das politische System der Europäischen Union“ eingeladen, sich für die Diskussionsrunden im Rahmen des Europaforums im Auswärtigen Amt anzumelden, die kürzlich stattfanden. Pilar Caballero Alvarez ist eine von 17 Studierenden, die dem Aufruf gefolgt sind.

Das Forum selbst erlebte Caballero Alvarez als „anregende und interessante“ Veranstaltung. Der Titel – „Zukunft Europa! Europäisches Deutschland oder deutsches Europa“ – war Programm: Deutsche und internationale Spitzenpolitiker äußerten sich zu einer Bandbreite von Themen, die innerhalb der Europäischen Union aktuell diskutiert werden.

Bei der Veranstaltung im Auswärtigen Amt diskutierten unter anderem Außenminister und Hausherr Guido Westerwelle, der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso, der Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Themen reichten von Verbesserungsvorschlägen zum System der Europäischen Union über das Problem der Jugendarbeitslosigkeit und die Finanzpolitik bis hin zur Haltung der Europäischen Union zum Bürgerkrieg in Syrien. „Diese Themenvielfalt hat mir gut gefallen“, sagt Caballero Alvarez. „Allerdings wurden dadurch einzelne Aspekte nur oberflächlich besprochen, was vor allem auch an der Kürze der Vorträge und Gesprächsrunden lag.“

Anfang Mai hatte Caballero Alvarez den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble und seinen französischen Amtskollegen Pierre Moscovici erlebt, als beide Politiker an der Freien Universität zu Gast waren. „Dort wurde vor allem die deutsch-französische Freundschaft betont. Beim Europaforum gab es hingegen durchaus die eine oder andere Kontroverse“, sagt die Studentin.

Mit Amtsträgern auf Augenhöhe

Auch die Atmosphäre und die anderen Besucher des Forums fand Pilar Caballero Alvarez interessant. Neben vielen jungen Menschen und internationalen Studierenden waren auch Amtsträger unter den Gästen: „Beim Mittagessen habe ich neben dem spanischen Botschafter gesessen“, erzählt die junge Studentin. „Da mein Name typisch spanisch ist, wurde er auf mich aufmerksam und hat mich in das Gespräch einbezogen. Das hat mich wirklich gefreut!“

Die halbstündige Diskussion mit der Bundeskanzlerin fand Pilar Caballero Alvarez zwar „interessant und erhellend“, doch waren es die Vorträge von Martin Schulz, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker und Wolfgang Schäuble, die die Studentin besonders beeindruckt haben.

Ob sie später selbst einmal im Bereich der Europapolitik arbeiten wird, hält sich die Bachelor-Studentin noch offen. „Es gibt viele Bereiche in der Politik, die mich interessieren, auch Europa. Aber ich bin erst am Anfang meines Studiums und möchte auf jeden Fall einen Master anschließen, vielleicht sogar promovieren.“

Bis dahin hält sie es vor allem für wichtig, praktische Erfahrungen zu sammeln und mögliche Arbeitsbereiche kennenzulernen – in Politik und Kunstgeschichte. „Ein Praktikum in einer europäischen Institution möchte ich auf jeden Fall machen“, sagt Pilar Caballero Alvarez. Vielleicht war die Begegnung mit dem spanischen Botschafter ja bereits ein erster Schritt.