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Chemiestudenten begeistern Schüler

560 Schülerinnen und Schüler besuchten die traditionellen Chemie-Weihnachts-Schauvorlesungen an der Freien Universität

Johann Spandl (li) demonstriert eine Mehlstaubexplosion, Birk Richter (re.) zeigt das „Glühwürmchenexperiment“. | Quelle: Petra Skiebe-Corrette Das Team (v.l.n.r.): Hannes Paulas, Dennis Fischer, Birk Richter, Nicole Domsky, Christoph Schäfer, Lydia van Buer (verdeckt), Johann Spandl und Julius Hannemann (nicht im Bild). | Quelle: Petra Skiebe-Corrette Johann Spandl (l.) und Hannes Paulas zeigen das Experiment "Bierbrauen nach Landolt | Quelle: Petra Skiebe-Corrette Eis in kalter Jahreszeit: Wie sich Eis mit Stickstoff herstellen lässt, zeigen Johann Spandl (l.), Nicole Domsky (r.) und Lydia van Buer (verdeckt). | Quelle: Petra Skiebe-Corrette 560 Schülerinnen und Schüler - und vielleicht künftige Studentinnen und Studenten der Freien Universität - besuchten in diesem Jahr die traditionelle Weihnachts-Schauvorlesung. | Quelle: Petra Skiebe-Corrette

21.12.2012

Die Weihnachts-Schauvorlesungen, die am Institut für Anorganische Chemie von Studierenden für Schüler traditionell veranstaltet werden, standen diesmal unter dem Motto „Die chemischen Abenteuer des Robinson Crusoe“. Geplant und vorgeführt wurden die Experimente von sieben Chemie-Lehramtsstudierenden der Freien Universität Berlin, die ihre Begeisterung für ihr Fach an Schülerinnen und Schüler weitergeben möchten. Angeleitet wurden sie von der promovierten Chemikerin Sevim Hoyer.

Birk Richter kann sich noch gut daran erinnern, dass er schon als Schüler die Freie Universität Berlin besuchte: „Ich habe mich, wie auch einige meiner Kommilitonen, aufgrund dieser und ähnlicher Veranstaltungen dafür entschieden, Chemie zu studieren.“ Inzwischen ist Birk Richter im dritten Semester des Masters of Education Chemie und Biologie, ebenso wie Christoph Schäfer und Nicole Domsky. Sie sind drei der sieben Studierenden, die die Weihnachts-Schauvorlesungen in diesem Jahr durchgeführt haben. Das Team vertrat Chemieprofessor Ulrich Abram, der zurzeit wegen eines Forschungsfreisemesters in Brasilien ist. Die Weihnachtvorlesung, die Abram mit seinen Mitarbeitern seit 2004 anbietet, ist für viele Berliner Schüler das „chemische Highlight“ am Ende des Jahres.

Auch bei Nicole Domsky, die ebenfalls im dritten Semester des Masterstudiengangs Chemie und Biologie studiert, hat der Besuch der Weihnachts-Schauvorlesungen als Schülerin nachhaltigen Eindruck hinterlassen: „Ich war jedes Jahr mit meinem Leistungskurs an der Freien Universität“, sagt die Studentin. „Zu sehen, dass Chemie so vielfältig einsetzbar ist und richtig Spaß machen kann, hat mich unter anderem dazu bewogen, das Fach auf Lehramt zu studieren, um genau diese Begeisterung weitergeben zu können.“ Dass die Begeisterung sich überträgt, zeigt das Interesse: Für die insgesamt 560 Plätze in beiden Vorlesungen hatten sich mehr als 1000 Schüler beworben.

Neu entwickeltes Lehrmodul „Chemische Experimentiertechniken für die Schule“

Die chemischen Grundlagen für die Vorlesung erhielten die Studierenden im Rahmen des von den Wissenschaftlern Rainer Kickbusch, Johann Spandl und Ulrich Abram neu entwickelten Lehrmoduls „Chemische Experimentiertechniken für die Schule“. Das Modul wurde in den vergangenen beiden Jahren mit Förderung der Deutschen Telekom Stiftung im Rahmen des Projektes „MINT-Lehrerbildung neu denken“ konzipiert und wird gegenwärtig als fester Bestandteil in die neue Studienordnung für Lehramtsstudierende integriert.

35 Experimente zeigten Nicole Domsky, Birk Richter, Christoph Schäfer und ihre Kommilitonen unter Anleitung von Sevim Hoyer. Die Vorlesung hatten sie unter das Motto „Die chemischen Abenteuer des Robinson Crusoe“ gestellt. Eines der kompliziertesten Experimente sei die „Lumineszenz-Nummer“ gewesen, bei der chemische Lichteffekte synchron zur Musik produziert werden, sagt Christoph Schäfer: „Schwierig war es vor allem, die chemischen Effekte und die Musik aufeinander abzustimmen.“ Zu den weiteren Experimenten gehörten eine Mehlstaub-Explosion, eine Methanmamba und Bengalisches Feuer.

Schauversuche schaffen Begeisterung für Chemie

Die Vorbereitungen für die beiden anderthalbstündigen Vorstellungen waren aufwendig, entpuppen sich aber in der Regel für alle Beteiligten als lohnend. So wecken die Schauversuche Begeisterung bei den Schülern für das Fach Chemie. Lehrkräfte wiederum können viele experimentelle Anreize aufgreifen und ihren Unterricht bereichern. „Durch das Mitgestalten der Schauvorlesungen habe ich sehr viele Erfahrungen gesammelt", sagt Christoph Schäfer. „Ich möchte später selbst einmal so unterrichten, dass die Schüler durch eigenes Experimentieren Chemie verstehen." Für Professorin Petra Skiebe-Corrette, Leiterin des NatLab der Freien Universität, steht fest: „Wenn alle Lehramtsstudierenden die Schüler so für ihr Fach begeistern könnten wie es unsere in der Vorlesung getan haben, müssten wir uns keine Sorgen um künftige Chemielehrer machen.“

Aber nicht nur für die Studierenden waren die Vorlesungen etwas Besonders. Auch die 560 Besucherinnen und Besucher haben Feuer gefangen: Einige Schüler baten die Studierenden bereits um die „Rezepte“ einiger Experimente, damit sie sie im Unterricht nachstellen können. Auch das kommt Nicole Domsky aus ihrer Schulzeit bekannt vor: „Bei ‚guter Führung‘ durften wir eines der vielen tollen Experimente im Nachhinein im Unterricht ausprobieren.“

Jan Hambura

Weitere Informationen

Die Schauvorlesung wurde vom Schülerlabor NatLab der Freien Universität mit Unterstützung der NORDOSTCHEMIE durchgeführt. Für alle Besucher war der Eintritt kostenfrei.

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