Freie Universität Berlin


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„Italien und Deutschland bilden eine kulturelle Einheit“

Die fünften Deutsch-Italienischen Hochschultage am 28. und 29. November finden an der Freien Universität Berlin statt

27.11.2012

Florenz mit dem Ponte Vecchio ist ein beliebtes Urlaubsziel. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Italien und Deutschland stehen im engen Austausch.
Florenz mit dem Ponte Vecchio ist ein beliebtes Urlaubsziel. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Italien und Deutschland stehen im engen Austausch. Bildquelle: Wikipedia / Nikater

Ein Auslandssemester in Rom oder Florenz, Deutsch und Italienisch als Wissenschaftssprachen und deutsch-italienische Forschungskooperationen – nicht nur als Urlaubsziel ist das Land südlich der Alpen attraktiv. Bei den Deutsch-Italienischen Hochschultagen können Studierende, Lehrkräfte, Forscher und Hochschulpolitiker an Informationsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen sowie Workshops teilnehmen und sich über die Perspektiven, die der deutsch-italienische Wissenschaftsdialog eröffnet, informieren. Die zweitägige Veranstaltung ist ein inzwischen etabliertes Forum für Wissenschaftler und Vertreter beider Länder.

„Der Austausch zwischen akademischen Akteuren ist gerade in einer Zeit der finanziellen Engpässe und leicht entstehender Missverständnisse – etwa durch die Berichterstattung über die Euro-Krise – besonders wichtig“, sagt Klaus W. Hempfer. Der Professor für Romanische Philologie an der Freien Universität und bis vor Kurzem Direktor des Italienzentrums hat die Hochschultage, die im Zweijahresrhythmus abwechselnd in Deutschland und Italien stattfinden, am Italienzentrum der Freien Universität initiiert und mitorganisiert.

Hempfer betont die enge Partnerschaft beider Länder: „Dies sind mittlerweile die einzigen länderbezogenen Hochschultage, die seit 2004 in regelmäßiger Folge vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) veranstaltet werden. Das zeigt, wie bedeutend die Kooperation zwischen deutschen und italienischen Universitäten ist.“

„Vitales Interesse an der Zusammenarbeit beider Länder“

Auch Vincenzo Dovì, Professor für Ingenieurwesen an der Universität Genua und Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Aktuelle hochschulpolitische Entwicklungen in Italien“, hebt hervor, wie wichtig die Deutsch-Italienischen Hochschultage als Impulsgeber seien: „Der fünfte Geburtstag der Veranstaltung ist ein Zeichen für das vitale Interesse der Universitäten an der Zusammenarbeit beider Länder.“ Als italienischer Hochschullehrer lege er darauf besonderen Wert, da die Situation für Universitäten gerade in seinem Land heikel sei. „Italien braucht eine enge Bindung an die Länder mit den besten universitären Bildungssystemen, und Deutschland gehört dazu.“

Doch nicht nur die wissenschaftliche Ausbildung und Forschung liegen Dovì am Herzen, auch der europäische Zusammenhalt. „Derzeit werden in den Medien viele überkommene Klischees aufgewärmt.“ So werde die öffentliche Meinung in Europa immer stärker gespalten. „Veranstaltungen wie die Hochschultage aber verdeutlichen, dass Italien und Deutschland trotz ihrer Eigenheiten eine gemeinsame kulturelle Einheit bilden.“ Die gemeinsamen – europäischen – Werte dürften nicht durch kurzfristige nationale Egoismen gefährdet werden, sagt Dovì.

Das Italienzentrum als treibende Kraft der deutsch-italienischen Verständigung

Dovì sieht mit Blick auf die derzeitige Situation Europas die akademischen Institutionen in einer wichtigen Rolle: „An ihnen können nationale Lösungsansätze für globale Phänomene erörtert und mit Wissenschaftlern anderer Ländern ausgetauscht werden.“ Die internationale Kooperation auf universitärer Ebene empfindet er als seine Berufung. Als ehemaliger wissenschaftlicher Attaché der Italienischen Botschaft in Berlin hat er die wirkungsvolle und nachhaltige Arbeit des Italienzentrums der Freien Universität aufmerksam verfolgt. „Ich habe es als treibende Kraft bei der Verbreitung der italienischen Kultur schätzen gelernt.“

Aus diesem Grund zeigt er sich darüber erfreut, dass die diesjährigen Deutsch-Italienischen Hochschultage am Italienzentrum stattfinden: „Hier werden die Erkenntnisse und Ergebnisse der einzelnen Veranstaltungen nicht auf eine einmalige Konferenz begrenzt, sondern in einen größeren Rahmen des deutsch-italienischen Dialogs eingebunden.“

Weitere Informationen

Deutsch-Italienische Hochschultage

Zeit und Ort

  • Vorträge und Veranstaltungen am 28. und 29. November 2012, jeweils von 9.30 bis 18.30 Uhr
  • Infobörse "Studieren und Forschen in Italien" am 28. November von 14.00 bis 17.00 Uhr, am 29. November von 10.00 bis 12.45 Uhr
  • Henry-Ford-Bau der Freien Universität, Garystraße 35, 14195 Berlin, U-Bahnhof Thielplatz (U3)

Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Ein Großteil der Veranstaltungen wird in beiden Sprachen simultan gedolmetscht.

Im Internet

Programm im Detail auf der Homepage des Italienzentrums: www.fu-berlin.de/italienzentrum