Neue Stadt, neue Uni, neue Freunde

Die Dahlem Research School ermöglicht Doktorandinnen und Doktoranden einen guten Start an der Freien Universität

13.11.2012

25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 14 Ländern nahmen an den Orientation Weeks der Dahlem Research School teil.
25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 14 Ländern nahmen an den Orientation Weeks der Dahlem Research School teil. Bildquelle: Marina Kosmalla
Die 23-jährige Kasachin Aigerim Kenzhebekova promoviert an der Freien Universität im Programm „Caspian Region Environmental and Energy Studies“.
Die 23-jährige Kasachin Aigerim Kenzhebekova promoviert an der Freien Universität im Programm „Caspian Region Environmental and Energy Studies“. Bildquelle: Marina Kosmalla

Doktoranden, die im Ausland promovieren, müssen oft nicht nur eine neue Sprache lernen, sondern sich auch an eine fremde Kultur und ein anderes wissenschaftliches Umfeld gewöhnen. Um Promovierenden den Anfang zu erleichtern, veranstaltet die Dahlem Research School (DRS) der Freien Universität regelmäßig vor Semesterstart die sogenannten Orientation Weeks. In diesem Jahr freuten sich 25 Teilnehmer aus 14 Ländern über das vielfältige Angebot.

„Ich habe in diesem Monat unglaublich viel gelernt“, sagt Aigerim Kenzhebekova. Die 23-jährige Kasachin promoviert an der Freien Universität in den Umweltwissenschaften im Programm „Caspian Region Environmental and Energy Studies“. „Neben dem sehr guten Deutschkurs hatten wir auch Veranstaltungen zu Zeit- und Projektmanagement sowie zu deutscher Wissenschaftskultur. Es war sehr informativ und nützlich für uns alle, die wir zum ersten Mal in Deutschland sind.“

Neben den Workshops bot die DRS ein Kulturprogramm an mit geführten Touren über den Campus und durch Berlin. Außerdem unterstützte sie bei wichtigen administrativen Aufgaben wie der Immatrikulation und den Anmeldeformalitäten. „Ich bin den Mitarbeitern der DRS sehr dankbar dafür, dass sie diese Wochen organisiert und alle Informationen bereitgestellt haben. Bei allen Fragen oder Schwierigkeiten sind sie sehr hilfsbereit“, sagt Kenzhebekova.

Interdisziplinarität statt Tunnelblick

Die Einführungswochen sollen den Doktoranden einen bestmöglichen Start in die Programme ermöglichen. Sie bieten zudem die Möglichkeit, Promovenden aus verschiedenen Ländern und vor allem aus anderen Wissenschaftsbereichen kennenzulernen. Von dieser Chance war Valeria Elena Benko besonders begeistert: „Normalerweise hat man nur mit den Leuten aus der eigenen Disziplin zu tun, und ich fand es sehr interessant, mich hier auch mit Wissenschaftlern anderer Fächer auszutauschen.“ Die 27-Jährige kommt aus Sardinien und promoviert an der Freien Universität in amerikanischer Geschichte an der Graduate School of North American Studies. „Ich habe mich sehr gefreut, als ich angenommen wurde. Ich beobachte die Website der Graduiertenschule schon seit drei Jahren, weil ich von den Forschungsgebieten begeistert war und mich unbedingt hier bewerben wollte.“

Insgesamt promovieren unter dem Dach der DRS rund 1000 Doktoranden in mittlerweile 22 Programmen, die ihr angehören. Nicht alle Doktoranden kommen aus dem Ausland. Auch für Deutsche bietet die DRS ein reichhaltiges Angebot an fächerübergreifenden Kursen an. Anne Breimaier möchte zum Beispiel das „Career Development“ in Anspruch nehmen, das den Promovenden Schlüsselqualifikationen für die Arbeit in der Wissenschaft oder in anderen Berufen vermittelt und sie bei der strategischen Karriereplanung und dem Bewerbungsprozess unterstützt. Die Stipendiatin der „InterArt Studies“ kommt ursprünglich aus Wangen im Allgäu, lebt aber bereits seit elf Jahren in Berlin Sie hat an der Freien Universität Kunstgeschichte und Philosophie im Magisterstudiengang studiert. „Ich finde die Idee der Orientation Weeks toll. Vor allem die interdisziplinäre und internationale Mischung hat mir sehr gefallen“, sagt die 31-Jährige.

„Anfangs sind sie etwas verschlossen“

Miteinander in Kontakt bleiben wollen sie alle. „Wir wollen zusammen den nächsten Deutschkurs am Sprachenzentrum machen“, sagt Kenzhebekova. Und nächstes Jahr können sie als „alte Hasen“ ihre Erfahrungen weitergeben, so wie sie Ratschläge von Doktoranden der Jahrgänge 2010 und 2011 bekamen. „Ganz niedlich fand ich den Tipp einer Chinesin. Sie riet ihren chinesischen Kommilitonen: „Traut Euch!“ Deutsche seien erst einmal ein bisschen verschlossen, aber „wenn man sie als Freunde hat, sind sie sehr treu“.