Zeit ist Kunst

Studierende konzipieren und organisieren Ausstellung

17.07.2012

Die Uhr, die der Künstler Felix Kiessling präsentiert, scheint auf den ersten Blick ganz normal, entpuppt sich auf den zweiten jedoch als besonders tückisch:  Zeiger und Ziffernblatt bewegen sich gegenläufig.
Die Uhr, die der Künstler Felix Kiessling präsentiert, scheint auf den ersten Blick ganz normal, entpuppt sich auf den zweiten jedoch als besonders tückisch: Zeiger und Ziffernblatt bewegen sich gegenläufig. Bildquelle: Felix Kiessling und Alexander Levy,
Haben die Ausstellung gemeinsam mit Kommilitonen geplant und umgesetzt: Johannes Schröder, Julia Badaljan, Stefanie Wenger, Insa Grüning, Christian Kuhn und Michele Lorenz (v.l.n.r.).
Haben die Ausstellung gemeinsam mit Kommilitonen geplant und umgesetzt: Johannes Schröder, Julia Badaljan, Stefanie Wenger, Insa Grüning, Christian Kuhn und Michele Lorenz (v.l.n.r.). Bildquelle: Juliane Bartsch
Was assoziieren wir mit dem Begriff "Zeit"? In der Ausstellung "a minute is not a minute" kann man dieser Frage auf die Spur kommen.
Was assoziieren wir mit dem Begriff "Zeit"? In der Ausstellung "a minute is not a minute" kann man dieser Frage auf die Spur kommen. Bildquelle: Juliane Bartsch

Mit dem Begriff der Zeit sind unzählige Empfindungen verbunden – Jahre rasen gefühlt vorbei, während eine Minute endlos erscheinen kann. Studierende des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität Berlin haben sich mit diesen Phänomenen auf besondere Weise beschäftigt: In Eigenregie organisierten sie die Ausstellung „a minute is not a minute“. Bis zum 27. Juli 2012 können Interessierte in der Weddinger Galerie SUPERMARKT sehen, was Künstler aus Berlin, Hamburg, Dresden und München mit dem Thema Zeit verbinden. 

„Angefangen von der Themenfindung über die Raumsuche und die Zusammenstellung der Exponate bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit – wir haben alles eigenständig erarbeitet“, sagt Julia Badaljan. Die 24-Jährige und ihre Kommilitonen sind stolz auf das Ergebnis: 20 Arbeiten renommierter zeitgenössischer Künstler setzen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Zeit auseinander. In Gemälden, Zeichnungen, Installationen und Fotografien spüren die internationalen Künstler dem scheinbar objektiven und messbaren, aber gleichzeitig sehr subjektiven Phänomen Zeit nach.

„Mit Herzblut dabei“

Entstanden ist die Ausstellung  im Rahmen des Seminars „Kuratorische Praxis“. Bachelor- und Masterstudierende der Kunstgeschichte lernen hier gemeinsam anhand praktischer Projekte, wie eine gelungene Ausstellung konzipiert und organisiert wird – und wie viel Arbeit dahinter steckt. „Wir sind von Anfang an mit Herzblut dabei gewesen“, sagt Student Christian Kuhn. „Besonders spannend waren die Seminare, in denen wir die Zusammenstellung der Exponate besprochen haben, da jeder seine Lieblingsstücke hat.“

Doch nicht nur die Ausstellungsobjekte selbst waren Gegenstand vieler Überlegungen und Arbeit; auch der Ausstellungsraum, die Gestaltung des Katalogs oder die Pressearbeit rund um den Eröffnungstag mussten professionell organisiert werden. „Glücklicherweise hatten wir mit  Anna-Carola Krausse eine sehr engagierte und kompetente Seminarleiterin, die uns mit Rat und Tat zur Seite stand und Impulse gab“, sagt Studentin Stefanie Wenger.

Durchführen mussten die Arbeiten aber letztendlich die Seminarteilnehmer selbst. „Außerdem freuen wir uns besonders, dass der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Christian Hanke, die Schirmherrschaft für unsere Ausstellung übernommen hat“, sagt die 25-Jährige.

„Im Seminar sind Freundschaften entstanden“

Der abwechslungsreichen Ausstellung ist das gemeinsame Engagement von Studierenden, dem Kunsthistorischen Institut der Freien Universität sowie zahlreichen weiteren Förderern und Sponsoren anzumerken. Jedes Exponat erzählt eine Geschichte zum Thema Zeit und regt mit der individuellen Perspektive den Betrachter zur Reflexion über sein eigenes Zeitempfinden an.

Die Meisterschülerin Johanna Rüggen beispielsweise malt Ausschnitte von Familienszenen, die dem Publikum Raum geben, das Geschehen selbst fortzuschreiben. Der Künstler Sascha Weidner installiert Fotos so, dass sie mit der Zeit verblassen – genau wie unsere Erinnerungen sich auch verändern.

An die Ausstellung „a minute is not a minute“ werden die Seminarteilnehmer sich gewiss noch lange erinnern. „So eine großartige Abschlussarbeit erstellt man in keinem anderen Seminar“, sagt Christian Kuhn. „Nicht zuletzt sind während der gemeinsamen Arbeit gute Freundschaften entstanden.“

Ort: SUPERMARKT, Kreatives Ressourcencenter im Wedding, Brunnenstr. 64, 13355 Berlin, www.supermarkt-berlin.net

Öffnungszeiten: Mo – Fr: 10.00 bis 18.00 Uhr, Sa – So: 14.00 bis 20.00 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 27. Juli 2012.

Eintritt: Der Eintritt ist frei.