Freie Universität Berlin


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„Meine erste Hausarbeit in Deutschland“

Mitarbeiterinnen der Studienberatung und Psychologischen Beratung der Freien Universität Berlin helfen internationalen Studierenden beim Studieneinstieg

02.02.2012

Fit machen für das Studium in Deutschland: Alicya aus Polen (l.) und die Lettin Veronika (r.) haben sich darüber informiert, wie man eine wissenschaftliche Hausarbeit schreibt.
Fit machen für das Studium in Deutschland: Alicya aus Polen (l.) und die Lettin Veronika (r.) haben sich darüber informiert, wie man eine wissenschaftliche Hausarbeit schreibt. Bildquelle: Lina Kokaly

Veronika setzt sich in die erste Reihe des Hörsaals. Sie ist erst vor ein paar Monaten nach Deutschland gezogen. Ihr Abitur hat sie in Lettland abgelegt, nun studiert sie Deutsche Philologie und Publizistik an der Freien Universität Berlin. „Ich habe schon in Lettland Deutsch gelernt, trotzdem ist es zunächst schwierig, hier ein Studium zu organisieren“, sagt sie. Mitarbeiter der Studienberatung und Psychologischen Beratung helfen Veronika und ihren Kommilitonen beim Studieneinstieg und Ankommen in Berlin.

Vor allem Seminar- und Hausarbeiten sind Neuland für die lettische Studentin: „Ich weiß gar nicht, warum mein Dozent überhaupt so etwas von mir haben möchte. In Lettland gibt es ganz andere Prüfungsformen.“ Da geht es Veronika nicht anders als den meisten ihrer Kommilitonen aus dem Ausland. Für fast alle Teilnehmer an diesem Abend ist es das erste Semester an einer deutschen Universität. Die meisten studieren Philologien und kommen aus Spanien, Frankreich oder Osteuropa. Die Veranstaltung „Meine erste Hausarbeit in Deutschland“ will vor allem Studierenden aus dem Ausland helfen, sich schneller an der Freien Universität zurechtzufinden.

Informationsveranstaltungen für internationale Studierende

„Gerade Studierende, die ohne ein strukturierendes Austauschprogramm, wie zum Beispiel ERASMUS, nach Deutschland kommen und dadurch keine begleitende Betreuung erfahren, wollen wir ansprechen“, erklärt Nora Müller. Die Studentin der Lateinamerikastudien arbeitet als Hilfskraft am ISFU. ISFU steht für „Internationale Studierende an der Freien Universität“ und ist ein Projekt der Studienberatung und Psychologischen Beratung der Hochschule – mit spezieller Ausrichtung auf die Bedürfnisse internationaler Studierender.

Von eigenen Erfahrungen berichten

Nora hat selbst zwei Semester in Peru verbracht und kann nachempfinden, was einen bei der Studienorganisation in einem fremden Land umtreibt: „Die Studierenden haben viele Fragen. Wir wollen Antworten geben und bei der Organisation helfen.“ Daher erklärt sie an diesem Abend gemeinsam mit Friederike Dittmann und Sarah Hostmann, welche Fragestellungen für eine Hausarbeit geeignet sind, wie man recherchiert, und wie eine Arbeit gegliedert wird. Wie sieht ein Titelblatt aus, lautet eine Frage der Zuhörer, wie zitiert man aus einem Lexikon, eine weitere. Die drei Dozentinnen geben immer wieder Tipps auch aus eigener Erfahrung: „Plant bloß genügend Zeit fürs Korrekturlesen ein.“ Und: „Fangt vor lauter Lektüre nicht zu spät mit dem Schreiben an – macht nicht die gleichen Fehler wie wir.“

Auch für Muttersprachler interessant

Swantje Winkel koordiniert das Projekt ISFU, das vor eineinhalb Jahren ins Leben gerufen wurde: „Die Veranstaltungen zur ersten Hausarbeit werden sehr gut angenommen, in der Regel kommen  zwischen 40 und 120 internationale Studierende. Zu den Orientierungstagen für Internationale Studierende an der Freien Universität kommen sogar mehr als 1.500.“ Außer den sprachlichen Hürden bestünden für internationale Studierende schließlich etliche weitere, erklärt Swantje Winkel: „Die Orientierung in einem fremden Studiensystem, das ein hohes Maß an Selbstorganisation verlangt, sowie die Eigenheiten des wissenschaftlichen Betriebs in Deutschland werfen für Neuankömmlinge viele Fragen auf.“

Am Ende der Veranstaltung meldet sich Veronika: „Ich habe keine Frage, ich möchte mich nur bedanken. Das hätten wir alleine nie verstanden. Ihr habt das toll erklärt.“ Nora, Friederike und Sarah freuen sich über das Feedback. Beim abschließenden Umtrunk, zu dem die Mitarbeiter des Akademischen Auslandsamts der Freien Universität einladen, gehen die Gespräche weiter. Koordinatorin Nora Müller glaubt, dass die Informationsveranstaltung auch für deutsche Studierende interessant wäre: „Für uns war die erste Hausarbeit schließlich auch knifflig – obwohl wir keine Sprachbarrieren zu überspringen hatten.“

Weitere Informationen

Nächste Veranstaltungen „Meine erste Hausarbeit in Deutschland“

  • Mittwoch, 25. April 2012, 16.00 bis 18.00 Uhr, Hörsaal 1b, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplatz, U 3).
  • Mittwoch, 13. Juni 2012, 16.00 bis 18.00 Uhr, Hörsaal 1 b, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin (U-Bhf. Thielplatz, U 3).