Freie Universität Berlin


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Einblick in die museale Arbeitswelt

In der Abguss-Sammlung Antiker Plastik lernen Studierende Ausstellungen zu konzipieren

22.07.2011

In der Sonderausstellung "Wege der Sphinx" werden Abgüsse aus den antiken Kulturen Ägyptens, Vorderasiens, Griechenlands, Roms und Etruriens gezeigt.
In der Sonderausstellung "Wege der Sphinx" werden Abgüsse aus den antiken Kulturen Ägyptens, Vorderasiens, Griechenlands, Roms und Etruriens gezeigt. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Einblick in die museale Arbeitswelt: Seminar in der Absguss-Sammlung Antiker Plastik.
Einblick in die museale Arbeitswelt: Seminar in der Absguss-Sammlung Antiker Plastik. Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Lorenz Winkler-Horaček, Archäologe und Kurator der Abguss-Sammlung Antiker Plastik.
Lorenz Winkler-Horaček, Archäologe und Kurator der Abguss-Sammlung Antiker Plastik. Bildquelle: David Ausserhofer

Lorenz Winkler-Horaček scheint  mit tausend Dingen gleichzeitig beschäftigt zu sein. Der Dozent für Klassische Archäologie an der Freien Universität und Kurator der Abguss-Sammlung prüft frisch gedruckte Plakate, Flyer und Infotexte, kümmert sich um die Pressearbeit und bespricht letzte Änderungen mit seinen Studierenden. Gemeinsam mit ihnen hat der promovierte Archäologe die Sonderausstellung „Wege der Sphinx. Monster zwischen Orient und Okzident“ erarbeitet.  Die Ausstellung soll den Studierenden  – neben den historischen Inhalten,  die vermittelt werden – „einen  realistischen und direkten Einblick in die museale Arbeitswelt vermitteln“, sagt Lorenz Winkler-Horaček.

Die Ausstellung „Wege der Sphinx“ ist in zwei Praktikumsmodulen von den Studierenden der Freien Universität vorbereitet worden. „Studenten, die später in Museen arbeiten wollen, erleben so in einem realistischen Umfeld die Arbeit mit Ausstellungsobjekten“, sagt Lorenz Winkler-Horaček.

Innerhalb eines vorgegebenen inhaltlichen Rahmens haben die Studierenden Raum, in Arbeitsgruppen Ideen frei zu entwickeln und diese umzusetzen. Für „Wege der Sphinx“ haben sie unter anderem die Flyer und die Farbkonzeption des Schauraumes gestaltet.

Diese praktische Art, Kenntnisse in den Altertumswissenschaften zu erwerben, wird nicht nur für Klassische Archäologen, sondern auch für Ägyptologen, Vorderasiatische Archäologen, Alt- und Kunsthistoriker angeboten.

Antike Mischwesen aus ganz Berlin

In der Ausstellung werden Abgüsse der Sphinx aus den antiken Kulturen Ägyptens, Vorderasiens, Griechenlands, Roms und Etruriens gezeigt. „Die Abguss-Sammlung ist Mitglied des Berliner Skulpturennetzwerkes. Dadurch ist es leichter möglich, neben den Abgüssen der Freien Universität auch Objekte der Humboldt-Universität, der Antikensammlung und der Gipsformerei der Staatlichen Museen mit einzubeziehen“, sagt Lorenz Winkler-Horaček.

Sogar aus Dresden und Bonn wurden einzelne Objekte bezogen. Inhaltliche Lücken, die nicht mit Leihgaben gefüllt werden konnten, wurden durch Zeichnungen des Grafikers Konrad Eyferth gefüllt.

Die Sphinx in Ägypten, Vorderasien und Griechenland

Im alten Ägypten war die Sphinx Erscheinungsform des Pharao und des Sonnengottes. In Vorderasien hingegen eines von vielen Mischwesen, das den Göttern als Attributtier untergeordnet war. Als Steinfigur an Palästen der assyrischen Könige symbolisierte die Sphinx die Stärke und Macht des Herrschers. Im frühen Griechenland wurde die Sphinx mit anderen Tieren und Mischwesen Teil einer Vorstellung fremder Grenzräume am Rande der Zivilisation.

Erst später entwickelte sich der bekannte Mythos um die Sphinx, die auf einem Berg außerhalb von Theben wachte und vorbeikommenden Reisenden ein Rätsel aufgab. Diejenigen, die ihr Rätsel nicht lösen konnte, verschlang die Sphinx.

Diese und weitere Sphinx-Legenden aus der antiken Welt können Besucher an den Ausstellungsobjekten nachvollziehen, die Lorenz Winkler-Horaček und die Studenten in der Abguss-Sammlung Ausstellung zusammengetragen haben.

Weitere Informationen

  • Öffnungszeiten: donnerstags bis sonntags, 14.00 – 17.00 Uhr

  • Die Ausstellung läuft vom 22. Juli bis zum 30. Oktober 2011

  • Eintritt: frei

  • Adresse: Abguss-Sammlung Antiker Plastik Berlin, Schloßstr. 69b (Charlottenburg), 14059 Berlin