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Vorbilder gesucht

Mentorenprojekt "Nightingale" startet neuen Durchgang / Studierende können sich bewerben

13.07.2011

Berkan Düz und Franziska Menge haben ihre gemeinsamen Erlebnisse der vergangenen acht Monate in einem Tagebuch festgehalten.
Berkan Düz und Franziska Menge haben ihre gemeinsamen Erlebnisse der vergangenen acht Monate in einem Tagebuch festgehalten. Bildquelle: Jan Hambura
Wollen sich auch nach dem Ende des Projektdurchgangs nicht aus den Augen verlieren: Laura Seidler (li.) und Merve Sahin.
Wollen sich auch nach dem Ende des Projektdurchgangs nicht aus den Augen verlieren: Laura Seidler (li.) und Merve Sahin. Bildquelle: Jan Hambura

Laura Seidler und Merve Sahin leben beide in Berlin, darüber hinaus haben die 22-jährige Studentin der Grundschulpädagogik und die Fünftklässlerin nicht viel gemeinsam. Dennoch haben sie in den vergangenen acht Monaten sehr viel Zeit miteinander verbracht, sich jeweils einen Nachmittag in der Woche getroffen. Zusammengebracht hat sie das Nightingale-Projekt der Freien Universität: Studierende übernehmen als Mentoren eine Patenschaft über Schüler mit Migrationshintergrund. Für den neuen Projektdurchgang ab Oktober werden wieder Mentoren gesucht.

„Allein für die wöchentliche Fahrt zu Merve habe ich eine Stunde gebraucht“, sagt Laura. Und doch würde sie jederzeit wieder an dem Projekt teilnehmen. „Ich würde mich sehr freuen, wenn das Projekt auch auf andere Bezirke ausgedehnt werden würde.“ Beispielsweise auf ihren Wohnort Hellersdorf – auch hier könnten viele Kinder von dem Projekt profitieren, meint Laura.

Zahl der Tandempaare ist auf 55 gestiegen

Das Mentorenprojekt „Nightingale Berlin“ gibt es seit 2006. Es wird von der Freien Universität in Zusammenarbeit mit der Kreuzberger Otto-Wels-Grundschule durchgeführt. Seit 2009 wird es als Modellprojekt von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert und ist seitdem auf zwei weitere Kreuzberger Grundschulen ausgeweitet worden.

Auch die Zahl der Tandems ist in den vergangenen Jahren gewachsen: Waren es zu Beginn des Mentorenprojekts durchschnittlich 15 Paare, sind es in diesem Jahr bereits 55 gewesen.

Die Idee hinter dem Nightingale-Projekt: Studierende verbringen circa acht Monate lang einen Nachmittag pro Woche mit einem acht- bis zwölfjährigen Kind mit Migrationshintergrund, das in einem sozialen Brennpunkt wohnt. Beide Seiten lernen sich auf diese Weise nicht nur gegenseitig, sondern auch unterschiedliche Lebenswelten kennen.

Ziel ist es, einen Beitrag zum interkulturellen Lernen zu leisten. Durch die Treffen sollen den Kindern bessere Deutschkenntnisse vermittelt und neue Perspektiven aufgezeigt werden. Während des Mentorenprogramms werden die Studierenden durch regelmäßige Treffen unterstützt.

Tandempartner führen Tagebuch

Auch der achtjährige Berkan Düz und die 23-jährige Franziska Menge hätten sich ohne das Mentorenprogramm wohl nie kennengelernt. „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt der Schüler der 4. Klasse der Galilei-Grundschule. Auch die Studentin der Theater- und Kunstwissenschaften im siebten Semester freut sich über die vergangenen acht Monate, in denen sie mit Berkan unter anderem im Kino, Tiergarten, Zoo und Aquarium war. Während dieser Zeit haben die Beiden ein Tagebuch über ihre gemeinsamen Erlebnisse geführt.

Während des Abschlussfestes des letzten Projektdurchgangs, spielten die Tandempaare Stationen aus einem Tagebuch nach. Zu der Feier, die in einem vietnamesischen Hochzeitssaal stattfand, waren auch die Familien der Kinder gekommen.

Am Ende des Festes lagen sich viele Tandempaare in den Armen, einige werden sich so bald nicht wieder sehen. Franziska Menge geht beispielsweise nach Amsterdam, um dort ein Studium der Tanzpädagogik aufzunehmen. Laura Seidler und Merve Sahin dagegen wollen in Kontakt bleiben. Der nächste Termin steht schon fest: Laura ist zu Merves Geburtstag eingeladen.

Weitere Informationen:

  • Im Oktober dieses Jahres beginnt ein neuer Durchgang des Mentorenprogramms. Studierende aller Fachrichtungen können sich mit einem Motivationsschreiben (ca. 400 Wörter, Thema: „Meine Beweggründe“ und „Zu meiner Person“) bei f.stenzel@fu-berlin.de  bewerben.

  • Teilweise kann das Engagement auch als Praktikum anerkannt werden. Am Donnerstag, den 14. Juli, finden jeweils von 9-10 Uhr und von 18-19 Uhr Infoveranstaltungen im Raum KL 23/123 (Pädagogische Werkstatt) des Gebäudekomplexes der Geisteswissenschaften der Freien Universität, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin-Dahlem (U-Bahnhof Dahlem-Dorf oder Thielplatz), statt.