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Vom Schreibtisch ins Schaufenster

Jurastudenten der Freien Universität haben ihre Seminararbeiten in Buchform herausgegeben

14.02.2011

Haben ihre Seminararbeiten in Buchform herausgegeben: Lars Feddern (l.) und Frank Fabian (r.)
Haben ihre Seminararbeiten in Buchform herausgegeben: Lars Feddern (l.) und Frank Fabian (r.) Bildquelle: Jan Hambura

Viele Hausarbeiten landen in Archiven, wo sie niemand zu Gesicht bekommt. Das war ein Grund, weshalb Studierende der Freien Universität im Oktober 2009 die Zeitschrift „Anwesenheitsnotiz“ gegründet haben: Dort werden zweimal im Jahr geisteswissenschaftliche Hausarbeiten veröffentlicht. Die Rechtswissenschaftlerin Katharina Vera Boesche, die sich derzeit an der Freien Universität habilitiert, und ihre Studierenden haben einen anderen Weg gewählt. Sie haben in einem Buch Hausarbeiten zum Thema „Rechtsaspekte bei Preisen“ herausgegeben.

Wer an einer deutschen Universität Rechtswissenschaft studiert, schließt – anders als in vielen anderen Studiengängen – nicht mit einer Bachelor- oder Masterarbeit ab. Juristen legen ihre Erste Juristische Staatsprüfung ab, indem sie Klausuren schreiben und eine mündliche Prüfung absolvieren.

Im Verlauf des Studiums müssen allerdings eine Reihe von Haus- und Seminararbeiten geschrieben werden, im Schwerpunktbereichsstudium müssen Jurastudenten darüber hinaus eine Studienabschlussarbeit anfertigen. Diese Note fließt in die der Ersten Juristischen Staatsprüfung ein.

Eine solche Arbeit haben auch die Studierenden der Rechtswissenschaftlerin Katharina Vera Boesche verfasst. Im Wintersemester 2007/2008 haben sie das von der promovierten Kartellrechtlerin geleitete Seminar „Freie oder gleiche Preise?“ im Schwerpunktbereich „Wirtschafts-, Unternehmens- und Steuerrecht“ besucht. Boesche schlug den Studierenden vor, die Aufsätze, die sich allesamt mit kartellrechtlichen Fragestellungen beschäftigen, zu publizieren: „Es wäre schade gewesen, wenn die herausragenden Arbeiten der Studenten nicht veröffentlicht worden wären“, sagt Boesche.

Die sechs besten Arbeiten schafften es ins Buch „Rechtsaspekte bei Preisen“

Nun sind kürzlich sechs der besten Arbeiten in dem Buch „Rechtsaspekte bei Preisen“ erschienen. Marcus Gick beschäftigt sich beispielsweise mit dem Begriff der „marktgerechten Preise“, Paul Frank hat zu „Preiskontrollen und dem Vergleichsmarktkonzept in der Wasserversorgungswirtschaft“ gearbeitet.

Fabian Franks Beitrag behandelt die „Umgehung der Preisbindung durch Vermittlung von Zeitschriftenabonnements“. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, das besonders in der jüngeren Vergangenheit aufgetreten ist: Verlage gewähren potenziellen Lesern Nachlässe von bis zu 40 Prozent, während sich der Einzelhandel an die Preisbindung durch die Verlage halten muss.

Ihre Seminararbeiten vorgestellt haben die Teilnehmer jeweils in einer themenverwandten Umgebung – etwa an der Berliner Börse oder im Heizkraftwerk Berlin-Mitte. Viele der ehemaligen Teilnehmer des Seminars werden auch in Zukunft an kartellrechtlichen Fragestellungen arbeiten. Einige möchten in diesem Bereich promovieren, andere absolvieren bereits im Rahmen ihres Referendariats eine Wahlstation im Bundeskartellamt oder im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Weitere Informationen

„Rechtsaspekte bei Preisen“, herausgegeben von Katharina Vera Boesche, Liber Media Ltd., ISBN: 9781907150012. Es ist für 28,90 Euro erhältlich.