Freie Universität Berlin


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Deutsche Weihnachten – exotische Weihnachten?

Internationale Studierende an der Freien Universität feiern gemeinsam ein deutsches Weihnachtsfest – und lernen dabei von- und miteinander

22.12.2010

Ein Knusperhäuschen aus Keksen mit Zuckerguss zu basteln, gehört für die ausländischen Stipendiaten zur deutschen Weihnacht
Ein Knusperhäuschen aus Keksen mit Zuckerguss zu basteln, gehört für die ausländischen Stipendiaten zur deutschen Weihnacht Bildquelle: Natalia Ulrych
Für viele der aus dem Jemen, aus Tadschikistan oder China stammenden Stipendiaten werden wohl zum ersten Mal weiße Weihnachten erleben
Für viele der aus dem Jemen, aus Tadschikistan oder China stammenden Stipendiaten werden wohl zum ersten Mal weiße Weihnachten erleben Bildquelle: Natalia Ulrych

Andere Länder, andere Sitten: Viele der aus dem Jemen, aus Tadschikistan oder China stammenden Erasmus-Mundus-Stipendiaten, die zurzeit an der Freien Universität studieren, stehen vor dem ersten Weihnachtsfest ihres Lebens. Weiße Weihnachten erleben vermutlich alle zum ersten Mal. Das Tutoring-Team des International Office hatte ins Clubhaus der Hochschule geladen, um die Studierenden mit den deutschen Bräuchen vertraut zu machen.

Zu einem traditionellen Weihnachtsfest gehört für viele Deutsche die Lesung der biblischen Weihnachtsgeschichte. Manche der aus den verschiedensten Kulturen stammenden Stipendiaten hörten sie an diesem Abend zum ersten Mal und lernten, worauf das christliche Verständnis vom „Fest der Liebe“ gründet.

Häuschenbauen aus Spekulatius-Keksen und Zuckerguß – das gefiel Erasmus-Studentin Xiaowen Wang aus China: „Ein typisch deutscher Brauch“, findet sie. Auch wenn die wenigsten Chinesen Weihnachten feierten, sei es mittlerweile gang und gäbe unter Freunden, Geschenke auszutauschen, sagt Xiaowen Wang.

Wichteln und deutsche Weihnachtslieder

Dass das Erasmus Mundus-Weihnachtsfest der traditionellen deutschen Art zu feiern, nur nahe kommt, weiß sie: „Normalerweise wird Weihnachten mit der Familie gefeiert. In einem so großen Kreis, mit einer Gruppe von Freunden ist das ja eher ungewöhnlich – aber nicht weniger schön.“

Besinnlich wurde es schließlich, als die Gruppe gemeinsam das Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ anstimmte. Der schwierige deutsche Text wurde den Studierenden dabei zunächst einmal vorgesprochen.

Beim sogenannten Wichteln – auch als Julklapp bekannt – wechselten Kerzen, Badeessenzen, Teddybären oder der Kultfilm „Die Feuerzangenbowle“ den Besitzer.

Botschafter der Heimat

Wie wichtig der Austausch zwischen den Kulturen ist, beschreibt der jemenitische Student Saleem Al-Hashedi. Er ist zur Feier in einem traditionellen Gewand erschienen: „Eine solche Veranstaltung bedeutet für uns Stipendiaten die Chance, unsere kulturellen Werte und Traditionen auszudrücken und sie mit Menschen anderer Länder zu teilen. Wir sind alle Botschafter unserer jeweiligen Heimat. Die meisten von uns feiern Weihnachten nicht im traditionellen europäisch-christlichen Sinne, daher ist dies für uns eine schöne Erfahrung.“

Saleem hatte schon einmal Gelegenheit, an dem wichtigsten Fest einer Weltreligion teilzunehmen: 2008 feierte er gemeinsam mit einer jüdisch-orthodoxen Familie in den USA das Channukka-Fest.

Erasmus Mundus-Programm der Europäischen Kommission

Die Freie Universität Berlin beteiligt sich seit 2007 am Erasmus Mundus-Programm der Europäischen Kommission: Das Programm gibt Studierenden und Lehrenden aus europäischen Ländern die Möglichkeit, bis zu 34 Monaten an einer Partneruniversität außerhalb Europas zu studieren. Gleichzeitig ermöglicht es Studierenden aus aller Welt, sich an einer europäischen Hochschule einzuschreiben. Zum Wintersemester 2010/11 begrüßte die Freie  Universität 54 Erasmus-Mundus–Stipendiaten in Dahlem.