Freie Universität Berlin


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„Die Studienbedingungen verbessern, ohne gleichzeitig das gesamte System umzukrempeln“

Mathematik-Student Andreas Bodmeier engagiert sich am Runden Tisch der Freien Universität

03.02.2010

Organisator der AG Flex: der 21-jährige Mathematik-Student Andreas Bodmeier
Organisator der AG Flex: der 21-jährige Mathematik-Student Andreas Bodmeier Bildquelle: Jan Hambura

Am 30. November vergangenen Jahres wurde an der Freien Universität Berlin ein Runder Tisch eingerichtet. Die Teilnehmer beschäftigen sich im Auftrag des Akademischen Senats mit Verbesserungen bei der Umsetzung der Bologna-Reform an der Freien Universität. Andreas Bodmeier ist Mathematik-Student und sitzt von Anfang an mit am Runden Tisch. Über die vorläufigen Arbeitsergebnisse sprach campus.leben mit dem 21-Jährigen.

Herr Bodmeier, welche Ergebnisse wird der Runde Tisch dem Akademischen Senat präsentieren?

Es geht den Mitgliedern des Rundes Tisches vor allem darum, Studium und Lehre an der Freien Universität durch eine Flexibilisierung der Regelungen zu verbessern. So sollen beispielsweise die Modulangebote in den Studiengängen schneller aktualisiert werden und neue Module kurzfristig hinzugefügt werden können. Außerdem soll die Pflicht zur regelmäßigen Teilnahme an Vorlesungen und Kursen, die vom Akademischen Senat im Dezember 2009 ausgesetzt wurde, auf ein rechtlich sicheres und praktikables Fundament gestellt werden. Die jeweilige Lehrkraft soll selbst entscheiden, wieviel Prozent der Lehrveranstaltungen man besuchen muss und wie sie die Anwesenheit kontrolliert. Bisher war dies durch zentrale Satzungen festgelegt. Darüber hinaus hat die AG Flex zehn Punkte formuliert, was bei der  Umsetzung der Bachelor- und Masterstudiengänge verbessert werden soll.

Was ist die AG Flex?

Die AG Flex (kurz für: Flexibilisierung) ist eine Arbeitsgruppe des Runden Tisches, die sich detailliert mit den zu verändernden Punkten bei der Umsetzung der Bologna-Reform an der Freien Universität beschäftigt. Das Plenum am Runden Tisch liefert die Impulse, die AG Flex diskutiert sie und bringt sie in Vorlageform.

Wie setzt sich die AG Flex zusammen?

Zu den Sitzungen der AG Flex, die etwa alle zwei Wochen tagt, kommen jeweils etwa 10 Personen: zwei bis drei Professoren, Mitarbeiter der Abteilung V für Lehr- und Studienangelegenheiten, des Rechtsamts und der Studien- und Prüfungsbüros der einzelnen Fachbereiche. Außerdem sind Studierende dabei.

Ist die AG Flex offen für alle?

Ja, es kann jeder kommen.

Sie haben eine Reihe von Themen angesprochen, mit denen sich der Runde Tisch beschäftigt – welche sind vordringlich?

Vordringlich sind die Leitlinien zur Überarbeitung der Bachelor- und Masterstudiengänge. Das jetzige Rahmenkonzept ist zu unflexibel und lässt den Fachbereichen wenig Freiraum, die einzelnen Studiengänge entsprechend ihrer Fachkultur auszugestalten. Vorrangiges Ziel ist die Verbesserung der Studierbarkeit.

Was konkret sollte geändert werden?

Wichtig ist, dass die An- und Abmeldungstermine zu den Prüfungen flexibler gestaltet werden. Das ist an der Freien Universität viel strenger als an anderen Universitäten, wo man sich an einigen Fachbereichen bis zu einer Woche vor der Klausur noch von dieser abmelden kann.

Wie ist grundsätzlich der zeitliche Fahrplan für die Vorschläge, die dem Akademischen Senat präsentiert werden?

Die Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Freien Universität geht während dieses Wintersemesters in die Fachbereiche und spricht mit den Studiendekanen und Studenten, um sich ein Bild zu machen, was verändert werden muss. Hierzu macht auch der Runde Tisch Vorschläge.

Ab dem Sommersemester werden dann das Rahmenkonzept und die Satzung für Allgemeine Prüfungsangelegenheiten (SfAP) vom 30. Juni 2004 überarbeitet. Ab dem Wintersemester startet die Überarbeitung in den Fachbereichen, hier soll die Arbeit des Runden Tisches einfließen. Manche Dinge gehen nicht von heute auf morgen: die Umstellung des Campus-Managements etwa, die das spätere Ab- und das Anmelden von den Modulen ermöglichen soll.

Wie bewerten Sie die Einrichtung des  Runden Tisches und der AG Flex?

Was bislang fehlte, war ein Diskussionsforum für alle  Mitglieder der Freien Universität. Die Studiendekane der einzelnen Fachbereiche und die Mitarbeiter der Studien- und Prüfungsbüros haben immer schon miteinander gesprochen, die Studierenden auch. Bislang fehlte aber ein Ort, an dem alle zusammenkommen konnten. Das wird übrigens auch von Mitgliedern aller Statusgruppen sehr gut aufgenommen.

Welche Motivation hatten Sie ganz persönlich?

Mir geht es darum, mich am Runden Tisch und in der AG Flex dafür einzusetzen, die Studienbedingungen an der Freien Universität zu verbessern. Die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge ist der Freien Universität im Ganzen gut gelungen. Nun gilt es allerdings, die Erfahrungen der letzten drei Jahre nach der flächendendeckenden Umstellung der Studiengänge in notwendige Veränderungen zur Verbesserung des Studiums umzusetzen – und dies ohne gleichzeitig das gesamte System umkrempeln zu wollen.

Ist der Runde Tisch eine vorübergehende oder eine dauerhafte Einrichtung?

Bis Mitte Januar haben wir zweimal die Woche getagt, insgesamt fünf Stunden lang. Das kann man langfristig nicht durchhalten. Das ist aber auch nicht mehr nötig. Jetzt werden wir uns bis Semesterende immer montags treffen, in den Semesterferien nur zweimal. Auch im Sommersemester besteht noch Gesprächsbedarf, wir werden uns mindestens ein- oder zweimal im Monat treffen.

Andreas Bodmeier ist 21 Jahre alt und Organisator der AG Flex. Bodmeier hat von 2006 bis 2009 Physik an der Freien Universität studiert und im vergangenen Jahr mit dem Bachelor abgeschlossen. Seit diesem Wintersemester studiert er Mathematik. Während seines Physik-Studiums engagierte sich Andreas Bodmeier vor allem in der Fachschaft und Ausbildungskommission und seit Anfang Dezember am Runden Tisch. Seit 2008 ist Andreas Bodmeier Mitglied der Kommission für Lehrangelegenheiten der Freien Universität Berlin.

Das Gespräch führten Christine Boldt und Jan Hambura