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Von der Molekularbiologie zum Tanz

Der französische Choreograph Xavier Le Roy ist Valeska-Gert-Gastprofessor an der Freien Universität

22.04.2009

Xavier Le Roy hat sich zunehmend der Musik zugewandt und untersucht die Verhältnisse von Klang, Hören und Bewegungserzeugung
Xavier Le Roy hat sich zunehmend der Musik zugewandt und untersucht die Verhältnisse von Klang, Hören und Bewegungserzeugung Bildquelle: Karin Schoof

"Strategies, Tactics and Choreographies" heißt das Seminar, das der französische Choreograph und Tänzer Xavier Le Roy in diesem Sommersemester an der Freien Universität anbietet. Le Roy hat die Valeska-Gert-Gastprofessur für Tanz und Performance am Institut für Theaterwissenschaft inne. Die öffentliche Abschlusspräsentation findet am Mittwoch, dem 6. Mai, um 20.00 Uhr statt.

Am Anfang stand die Naturwissenschaft: Xavier Le Roy, 1963 in Juvisy sur Orge (Frankreich) geboren, ist von Hause aus promovierter Molekularbiologe. Erst 1990 kam Le Roy zum Tanz – die forschende Haltung dem Körper und der Kunst gegenüber prägt seitdem seine choreographische Arbeit. Berlin ist dem Tänzer und Choreographen nicht fremd: Von 1997 bis 2003 war Xavier Le Roy Artist in Residence im Podewil.

Tanz als „körperorientierte Forschung“

International bekannt wurde Le Roy mit seinem Solo-Projekt „Self Unfinished“ (1998), in dem er Konfigurationen des Körpers entwickelt hat, die bis dahin im Tanz nicht zu sehen waren und sich später in zahlreichen Choreographien wie „Product of  Circumstances“ (1999), „Giszelle“ (2001), „Das Theater der Wiederholungen“ und „Project“ (2003) fortsetzen sollten. In den vergangenen Jahren wendete sich der Choreograph zunehmend der Musik zu und untersuchte in Stücken wie „Mouvements für Lachenmann“ (2005) und „Le Sacre du Printemps“ (2007) den Zusammenhang von Klang, Hören und Bewegung.

Gastprofessur an der Freien Universität: „Strategies, Tactics and Choreographies“

In seinem Seminar Strategies, Tactics and Choreographies, das in diesem Sommersemester an der Freien Universität stattfindet, will Gastprofessor Le Roy mit den Studierenden die Grenzen von Theorie und Praxis in ihrer Bedeutung für künstlerisches Arbeiten und für eine wissenschaftliche Reflexion von Tanz ausloten. Die Studenten sollen Methoden choreographischer Prozesse erkunden und eigene Konzepte und Projekte entwickeln.

Valeska-Gert-Gastprofessur am Institut für Theaterwissenschaft

Die Valeska-Gert-Gastprofessur besteht seit dem WS 2006/2007 am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität. Getragen wird sie mit wechselnder Besetzung von der Freien Universität Berlin, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Akademie der Künste Berlin. Namenspatronin der Gastprofessur ist eine der innovativsten Tänzerinnen der historischen Avantgarde, Valeska Gert (1892-1978), deren Schaffen thematisch stark durch die Stadt Berlin geprägt war.

Öffentliche Abschlussveranstaltung

Am 6. Mai 2009 um 20.00 Uhr findet im Hörsaal des Instituts für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin die Abschlusspräsentation der Valeska-Gert-Gastprofessur mit den Studierenden und Xavier Le Roy statt (Grunewaldstr. 35, 12165 Berlin-Steglitz).