Sammlungen und Sammler in Berlin. Fragen an alte und neue Bestände

08.11.2016 | 18:15 - 19:45

Dr. T. Kraft (Akademie der Wissenschaften): "Auf dem Weg zu einer digitalen Edition der Reisemanuskripte Alexander von Humboldts"

Kommentierende Moderatorin: Dr. Martina Weinland

In den vergangenen Jahren haben Sammlungen als Ressource für die wissenschaftliche Forschung sowie als öffentliche Einrichtungen einen unerwarteten Aufschwung erlebt. Das Interesse an den Objekten ist ungebrochen. Man forscht an ihnen, man untersucht sie mit neuesten Methoden, stellt sie in neue Zusammenhänge und erschließt sie die Objekte selbst als Teil der digitalisierten Welt.

Der Blick auf die Geschichte der Berliner Sammlungen wirft ein Licht auf die Entstehung von Wissen, von Wissenschaft und nicht zuletzt auf die „Aneignung der Welt“ wie sie im allgemeinen Verständnis der vergangenen Jahrhunderte vorherrschte. Nicht zuletzt ist sie auch Teil der Geschichte der Metropole Berlin im Allgemeinen und Dahlems im Besonderen.

Im November 2015 wurde auf Initiative des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin ein Netzwerk sammlungsbasierter Institutionen Berlins gegründet mit der Absicht die eigene Geschichte im Verbund mit ähnlichen Einrichtungen sowie disziplinübergreifend zu untersuchen. Idee und Ausgangspunkt ist dabei die Annahme, dass viele Sammlungen gleichzeitig und bezogen aufeinander entstanden sind.

Dabei ist Berlin mit seinen reichen Sammlungen der ideale Ort. Ein großer Part der botanischen Sammlungen Humboldts ist Teil des Herbariums am Botanischen Garten. Der Botanische Garten selbst ist als ehemalige „Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien“ Teil der nationalen Kolonialgeschichte ebenso wie das Ethnologische Museum oder das Museum Europäischer Kulturen. Im Rahmen des Offenen Hörsaals der Freien Universität Berlin wird erstmals die Arbeit des Netzwerks vorgestellt und eine Fragestellung im Zentrum stehen: Die Entstehung und Weiterentwicklung von Sammlungen als Instrument der Wissenschafts- und Kulturpolitik.

Dabei wird es zum jetzigen Zeitpunkt um eine Standortbestimmung gehen: Welche Vorstellung von Sammeln herrscht vor? Wie sieht die Forschung zu Objektbiographien aus? Inwiefern haben bedeutende Sammler die Geschichte der Wissenschaften geprägt? Ist Dahlem gar ein deutsches Oxford, wie einmal angedacht?

Um den Gedanken der interdisziplinären und diskursiven Arbeit an den Themen auch im Format des Offenen Hörsaals umzusetzen, werden die Vorträge durch einen kurzen fachfremden Kommentar ergänzt.

Jeden Dienstag 18.15 – 19.45 Uhr; Beginn: 18.10.2016

Zeit & Ort

08.11.2016 | 18:15 - 19:45

Habelschwerdter Allee 45
Hörsaal 2
14195 Berlin-Dahlem
U3 Dahlem-Dorf oder Thielplatz
Bus 110, M 11

Weitere Informationen

Eine Veranstaltung des Botanischen Gartens und Botanischen Museums in Verbindung mit dem Forschungsverbund Sammlungsperspektive

  • Konzeption: Prof. Dr. Thomas Borsch, Dr. Patricia Rahemipour
  • Kontakt: Dr. Patricia Rahemipour, E-Mail: p.rahemipour@bgbm.org, Telefon: +49 30 838 75604