Freie Universität Berlin


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Facebook und die Sicherheit eigener Daten

Was es für die Freie Universität bedeutet, dass Facebook durch die Änderung seiner Geschäftsbedingungen mehr über das Nutzerverhalten erfahren kann

04.03.2015

Mit geänderten Geschäftsbedingungen  räumt Facebook sich seit Februar 2015 das Recht ein, Nutzerverhalten umfassender zu analysieren.
Mit geänderten Geschäftsbedingungen räumt Facebook sich seit Februar 2015 das Recht ein, Nutzerverhalten umfassender zu analysieren. Bildquelle: semreco/iStockphoto

Das eigene Institut oder die Bibliothek auf Facebook zu präsentieren, ist an der Freien Universität keine Seltenheit mehr. Dafür verwenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Regel persönliche Facebook-Accounts, die sie dienstlich nutzen. Was sollten sie beachten, um beim Posten, Teilen und Recherchieren möglichst datenschutzsensibel vorzugehen und bei dem Unternehmen so wenig Informationen wie möglich zu überlassen?

Seit Februar 2015 hat sich Facebook mit den geänderten Geschäftsbedingungen das Recht eingeräumt, das Verhalten seiner Nutzer über das eigene Netzwerk hinaus zu analysieren. So erlangt Facebook nicht nur Kenntnis darüber, wer, was postet oder teilt, um passend dazu Werbung zu platzieren – nun kann Facebook auch ermitteln, welche Websites ein Facebook-Nutzer sonst noch aufruft und welche Apps auf dem Smartphone verwendet werden. Auch Standortdaten werden erfasst, sofern man das als Nutzer zugelassen hat.

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Universität, die einen persönlichen Facebook-Account dienstlich nutzen und darüber offizielle Facebook-Seiten der Universität pflegen, stellt sich die Frage, ob Facebook auch im Campusnetz mitlesen oder an Informationen aus parallel verwendeter dienstlich genutzter Software gelangen kann.

„Wenn man die IT-Sicherheitsrichtlinie der Freien Universität Berlin“ beachtet, geht keine konkrete Gefahr durch die Nutzung von Facebook aus“, sagt Dietmar Dräger, der IT-Sicherheitsbeauftragte der Freien Universität. Zu diesen Regeln zählt zum Beispiel, dass das Passwort des FU -Accounts niemals für andere Dienste genutzt werden sollte.

Dennoch empfiehlt Dräger, Facebook und Web-Anwendungen der Freien Universität, wie zum Beispiel SAP-basierte Finanz – oder Personalsysteme, nicht in verschiedenen Fenstern desselben Browsers zu nutzen, sondern mit zwei unterschiedlichen Browsern zu arbeiten. Dabei sollten alle Sicherheitseinstellungen des Browsers für einen hohen Schutz konfiguriert sein. „Da Facebook so gut wie alles auswertet, was Aufschluss über das Verhalten des Nutzers geben kann, würde die Nutzung eines zweiten Browsers allein für Arbeiten auf den Facebook-Seiten dafür sorgen, dass Facebook nur innerhalb des eigenen Dienstes Daten erhalten und auswerten kann“, sagt Dietmar Dräger.

Die Datenschutzbeauftragte der Freien Universität, Ingrid Pahlen-Brand, sieht die dienstliche Nutzung von Facebook an der Freien Universität weiterhin kritisch, da eine jüngere Zielgruppe durch das von der Universität bereitgestellte Angebot zu Facebook gelotst und über das soziale Netzwerk persönliche Daten preisgegeben würden. „Es sollte an der Freien Universität Berlin gemeinsam öffentlich diskutiert werden, ob die Universität das Geschäftsmodell von Facebook unterstützen möchte“, sagt Ingrid Pahlen-Brand. Sie weist in diesem Zusammenhang auf die Studie „Algorithmen berechnen Persönlichkeit besser als Menschen“ hin.


Die Nutzung sozialer Medien wie Facebook oder Twitter bietet einerseits neue Chancen für die Kommunikation in Forschung, Lehre und für die Öffentlichkeitsarbeit von Hochschulen mit Studierenden, Studieninteressierten oder Alumni. Sie birgt aber zugleich Risiken im Umgang mit Daten und Informationen. An der Freien Universität gelten deshalb Grundregeln und Leitlinien für die offizielle Teilnahme an sozialen Medien. Mehr dazu findet sich unter www.fu-berlin.de/themen/social-media.

Die Stabsstelle Presse und Kommunikation bietet gemeinsam mit dem Center für Digitale Systeme (CeDiS) Seminare und Workshops zu den Themen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Online-Kommunikation an, in denen auch rechtliche und datenschutzrechtliche Aspekte behandelt werden. Aktuelle Angebote finden sich unter www.fu-berlin.de/presse/service/mitarbeiter_service/seminare-workshops

Zentrale Präsenzen der Freien Universität im Social Web: