Freie Universität Berlin


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Wege aus der Sucht

Hilfe bei Suchtproblemen bieten kollegiale Berater für betroffene und mitbetroffene Beschäftigte der Freien Universität an

15.09.2014

Wege aus der Sucht lassen sich gemeinsam mit den kollegialen Beratern der Freien Universität finden
Wege aus der Sucht lassen sich gemeinsam mit den kollegialen Beratern der Freien Universität finden Bildquelle: Bettina Okupnik
Dirk Janson ist seit diesem Jahr als kollegialer (Sucht-) Berater tätig
Dirk Janson ist seit diesem Jahr als kollegialer (Sucht-) Berater tätig Bildquelle: Dirk Janson
Als kollegiale Beraterin unterstützt auch Carola Warns von einem Suchtproblem betroffene und mitbetroffene Beschäftigte der Freien Universität
Als kollegiale Beraterin unterstützt auch Carola Warns von einem Suchtproblem betroffene und mitbetroffene Beschäftigte der Freien Universität Bildquelle: Carola Warns

Alkohol, Medikamente, Spiel- und Internetsucht: Es gibt viele Arten von Abhängigkeit, allen ist aber gemein, dass es Betroffenen gleichermaßen schwerfällt, sich davon zu lösen. Oft leiden auch Angehörige und Kollegen unter der Situation. Unterstützung erhalten betroffene und mitbetroffene Mitarbeiter der Freien Universität von zwei kollegialen Beratern. In persönlichen Gesprächen versuchen die geschulten Kollegen mit den Betroffenen, Lösungen zu finden; auf Wunsch vermitteln sie Kontakte zu Hilfseinrichtungen. Das Angebot richtet sich an alle Beschäftigte der Freien Universität, die selbst ein Problem mit Suchtmitteln haben oder im Familien- oder Kollegenkreis mit einem Suchtproblem konfrontiert sind.

Eigentlich ist Dirk Janson für die Verwaltung der Schließanlagen auf dem Campus der Freien Universität zuständig. Doch seit diesem Jahr hat er noch ein Nebenamt: Er ist einer der kollegialen Berater in Sachen Suchtfragen. Dafür hat er ein halbjähriges Fortbildungsprogramm absolviert, das vom Institut für betriebliche Suchtprävention – einem gemeinnützigen Berliner Verein – veranstaltet wird. Der Ursprung für sein Engagement liegt aber woanders: „Ich habe im familiären Umfeld selbst einmal eine Suchtproblematik erlebt. Als Familie haben wir damals Unterstützung von außen erhalten. Ich möchte Betroffenen die Hilfe anbieten, die wir damals bekommen haben“, sagt Dirk Janson.

Streng vertraulich

Diskretion ist ihm besonders wichtig. In seiner Tätigkeit als kollegialer Suchtberater ist er der Personalstelle und dem Personalrat nicht auskunftspflichtig. „Vertraulichkeit ist natürlich das oberste Gebot, ansonsten würde solch ein Angebot gar nicht funktionieren“, sagt Dirk Janson.

Er und seine Kollegin Carola Warns haben als kollegiale Berater eine eigenständige E-Mailadresse und Telefonnummer, unter der sie direkt kontaktiert werden können. „Ein Treffen zum Gespräch vereinbaren wir immer individuell. Ruhige Räume auf dem Campus, aber auch öffentliche Cafés sind unverfängliche Orte, wo man ungestört miteinander reden kann“, erzählt Dirk Janson.

Betroffene und Mitbetroffene

Dirk Janson und Carola Warns wollen Kolleginnen und Kollegen helfen, die ihr Suchtverhalten ändern möchten. „Wir wollen Betroffenen Mut machen, den ersten Schritt zu gehen und vermitteln Kontakte und Adressen zu Suchtberatungsstellen und Hilfseinrichtungen“, sagt Dirk Janson.

Doch auch an „Mitbetroffene“ richtet sich das Gesprächsangebot: „Das sind Mitarbeiter, die in der Familie oder im Kollegenkreis ein Problem mit einem Suchtfall haben“, erklärt Dirk Janson. „Wenn man zuhause ständig Feuerwehr spielen muss, kann das Auswirkungen auf den Berufsalltag haben. Man ist einfach nicht mehr richtig bei der Sache.“

Aus Hilfsbereitschaft wird Co-Abhängigkeit

Auch aus der Sucht eines Kollegen können sich Probleme ergeben. „Fällt einer aus der Kollegenschaft deshalb häufig aus oder macht Fehler bei der Arbeit, müssen das Mitbetroffene oft ausbügeln und sind dadurch stärker belastet“, sagt Dirk Janson. Schnell wird aus Hilfsbereitschaft eine so genannte Co-Abhängigkeit: Indem Kollegen und Angehörige den Betroffenen gewähren lassen, kann die Sucht dadurch gefördert werden. „Solange der Betroffene gedeckt wird, sieht er oft keine Veranlassung, etwas zu ändern“, erläutert Dirk Janson.

Doch was kann man als Mitbetroffener tun? „Versteht man sich gut, kann man im Vertrauen miteinander sprechen“, sagt Dirk Janson. „Beschäftigten steht natürlich immer auch das Gespräch mit dem Vorgesetzten offen.“ Dabei müsse man nicht seinen Verdacht weitergeben und den Kollegen anschwärzen, sondern könne zunächst einmal die Probleme ansprechen, die im Arbeitsablauf auftreten.

Hilfe zurückgeben

Neben Dirk Janson ist Carola Warns als kollegiale Suchtberaterin bereits seit über drei Jahren tätig. „Die Idee, mich für das Amt zur Verfügung zu stellen, kam nach eigenen Erfahrungen im persönlichen Umfeld. Ich wollte auch anderen Hilfe anbieten“, sagt sie. Als kollegiale Beraterin ist sie mit vielen betroffenen Kollegen ins Gespräch gekommen. „Persönliche Schicksalsschläge und nicht aufgearbeitete Probleme können schleichend zu einer Suchterkrankung führen“, sagt Carola Warns. „Wir möchten Betroffene unterstützen, damit sie ihren Weg aus diesem Teufelskreis finden.“

Weitere Informationen

Kollegiale (Sucht-) Berater

Dirk Janson
c/o Technische Abteilung, Rüdesheimer Str. 54-56, 14197 Berlin,
Telefon (ausschließlich kollegiale Beratung): 030 838-66 888, Mail (ausschließlich kollegiale Beratung): KB-Janson@fu-berlin.de

Carola Warns
c/o IIC Zentraler Einkauf, Malteserstr. 74-100, 12449 Berlin,
Telefon (ausschließlich kollegiale Beratung): 030 838-56 888, Mail (ausschließlich kollegiale Beratung): KB-Warns@fu-berlin.de