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Sylvia Bruske und Uwe Meising feierten 40-jähriges Dienstjubiläum – und berichten von den historischen und technischen Entwicklungen, die sie an der Universität erlebt haben

12.06.2014

Uwe Meising hat Infrastruktur und Räumlichkeiten der Freien Universität im Blick: Seit 2008 leitet er die Technische Abteilung.
Uwe Meising hat Infrastruktur und Räumlichkeiten der Freien Universität im Blick: Seit 2008 leitet er die Technische Abteilung. Bildquelle: Marlene Kunst
Stillstand am Arbeitsplatz kennt Sylvia Bruske nicht: Die Lesesaalleiterin der Universitätsbibliothek hat in 40 Dienstjahren zahlreiche technische und auch historische Entwicklungen erlebt.
Stillstand am Arbeitsplatz kennt Sylvia Bruske nicht: Die Lesesaalleiterin der Universitätsbibliothek hat in 40 Dienstjahren zahlreiche technische und auch historische Entwicklungen erlebt. Bildquelle: Marlene Kunst
Die Dienstjubilare im Goldenen Saal mit Universitätspräsident Professor Peter-André Alt und Kanzler Peter Lange (v.l.).
Die Dienstjubilare im Goldenen Saal mit Universitätspräsident Professor Peter-André Alt und Kanzler Peter Lange (v.l.). Bildquelle: Thomas Rostek

Als sie 1974 ihre Ausbildung an der Freien Universität aufnahmen, ahnten weder Sylvia Bruske noch Uwe Meising, dass sie mit ihrem Arbeitgeber eine Art Lebensbündnis schließen würden. Heute blicken beide auf vier Jahrzehnte Berufserfahrung an der Freien Universität zurück. Die Lesesaalleiterin der Universitätsbibliothek und der Leiter der Technischen Abteilung wurden zusammen mit anderen langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Dienstjubiläumsfeier im Goldenen Saal von Universitätspräsident Professor Peter-André Alt geehrt.

Mehrere Faktoren waren für Sylvia Bruske mit 19 Jahren ausschlaggebend, eine Ausbildung zur Diplombibliothekarin an der Freien Universität zu beginnen: Zum einen wollte sie so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen, zum anderen war sie schon als Kind ein Bücherwurm. Ihre damalige Entscheidung habe sie bis heute nie bereut, sagt sie. Nach wie vor bereite ihr die Arbeit viel Freude – die administrativen Aufgaben ebenso wie der Kontakt zu den Nutzerinnen und Nutzern der Bibliothek. Stillstand sei in ihrem Berufsleben nie eingetreten: Die Digitalisierung, historische Umbrüche an der Universität und der Arbeitsplatzwechsel aus der Fernleihe in den Lesesaal im Jahr 2010 haben ihrem Arbeitsalltag Dynamik verliehen.

Rasante technische Entwicklungen und historische Umbrüche

Vor allem die rasanten technischen Entwicklungen hätten die Arbeit in der Bibliothek maßgeblich verändert, erzählt Sylvia Bruske. Eines ihrer größten Projekte, das sie mitbetreut hat, war die Entwicklung des nutzerfreundlichen Online-Systems für die Fernleihe, das gut angenommen worden sei: „Die Benutzerzahlen sind nur so in die Höhe geschnellt.“ Mit moderner EDV konnten Bücher differenzierter erfasst und von den Nutzern komfortabler recherchiert werden als früher, auch ihre Aufgaben als Leiterin des Lesesaals seien dadurch komplexer geworden, so die 59-Jährige.

Besondere Begeisterung ist zu spüren, wenn die geschichtsinteressierte Bibliothekarin erzählt, wie der Fall der Mauer ihre Arbeit beeinflusst hat: Da die Benutzer der Bibliotheken in der DDR nach der Wende massenhaft Literatur aus den „Westbibliotheken“ bestellen wollten, mussten das Fernleihsystem umgestellt und beide Systeme aufeinander abgestimmt werden. Sylvia Bruske fühlte sich in der Fernleihabteilung unmittelbar am Puls der Zeit: „Es war vielleicht Geschichte auf ganz banale Weise, aber immerhin, man hat sie miterlebt.“

Wichtig war es, früh auf eigenen Beinen zu stehen

Ebenso wie Sylvia Bruske wollte Uwe Meising, Leiter der Technischen Abteilung, vor 40 Jahren so schnell wie möglich selbstständig sein. Nach seinem Abitur entschied er sich daher für ein Studium an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege mit zeitgleicher Ausbildung in der Universitätsverwaltung der Freien Universität. Dass er an der Universität nun „eine derartige Karriere abgelegt" hat, habe ihn selbst ein wenig erstaunt. „Die Universität und ich sind offensichtlich immer hervorragend miteinander ausgekommen; sie ist wie mein zweites Zuhause“, erzählt Uwe Meising erfreut.

Nach einigen Jahren im Beschaffungsbereich, wechselte Meising in die Raumplanung der Universität und übernahm 2008 die Leitung der Technischen Abteilung. Hier gilt sein Engagement den Studierenden und Lehrenden: „Unsere Aufgabe ist es, die Infrastruktur und die Räumlichkeiten so nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten.“

Engagement für Studierende und Lehrende

In der Nachkriegszeit hatten die Alliierten für die Freie Universität zahlreiche Villen in Dahlem freigegeben. So konnte die Universität zwar ausgebaut werden, aber die Räumlichkeiten waren meist zu klein und lagen zudem weit voneinander entfernt. „Im Vordergrund standen daher Baumaßnahmen, mit denen Institute und Bibliotheken zusammengelegt werden konnten“, sagt er. „Mit dem Bau der Philologischen Bibliothek gelang es uns beispielsweise, die Geisteswissenschaften unter ein Dach zu bringen.“

Als besonders bereichernd empfindet Uwe Meising die Arbeit in seinem Team sowie den täglichen Ideenaustausch mit anderen. Er ist niemand, der sich in seinem Büro verschanzt: Ein grauer Schutzhelm liegt stets griffbereit auf dem Regal für den Besuch auf Baustellen. „Vor Ort zu sein und zu sehen, wie man zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Universität beitragen konnte, macht viel Freude“, erzählt der Abteilungsleiter lächelnd.