Was bedeutet eigentlich… Qualitätsmanagement?

Das Qualitätsmanagement der Freien Universität präsentiert sich online unter www.fu-berlin.de/qm

31.07.2009

Qualitätsmanagement in einem Satz: Das Formulieren von Zielen, das Überprüfen des Erreichten und die kontinuierliche Verbesserung, wenn ein Problem erkannt ist
Qualitätsmanagement in einem Satz: Das Formulieren von Zielen, das Überprüfen des Erreichten und die kontinuierliche Verbesserung, wenn ein Problem erkannt ist Bildquelle: macroman-fotolia

Wie kann man bewerten, welche Qualität Studiengänge, Forschungsprozesse und Verwaltungsabläufe haben? Die Frage, wie Universitäten die Qualität ihrer Angebote und Leistungen beurteilen und managen können, hat nicht nur durch die Bologna-Reform zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Wer Arzneien, medizinische Geräte oder Fahrzeuge herstellt, muss verbindliche Richtlinien des Qualitätsmanagements einhalten. Anhand industrieller Normen wird geprüft, ob ein Produkt den technischen Anforderungen entspricht, die daran gestellt werden. Doch wie misst man die Qualität von Hochschulen – die im Unterschied zu Unternehmen keine materiellen Güter produzieren, sondern Studierende ausbilden, Wissenschaft gestalten und Forschungsleistungen in verschiedenen Fachrichtungen erbringen?

Das Formulieren von Zielen, das Überprüfen des Erreichten und die kontinuierliche Verbesserung, wenn ein Problem erkannt ist – so kann man das „Managen von Qualität“ – also Qualitätsmanagement – beschreiben. Im Unterschied zu vielen Unternehmen der freien Wirtschaft sind Universitäten bei der Evaluation ihrer Arbeit nicht an Normen – wie zum Beispiel die „ISO 9001“ – gebunden. Dennoch müssen sie sich an internationalen Standards orientieren und Maßnahmen entwickeln, die dabei helfen, Abläufe und Ergebnisse zu verbessern.

Die Freie Universität hat bereits frühzeitig aufeinander abgestimmte  Instrumente und Verfahren entwickelt und diese schrittweise in ein Qualitätsmanagement-System überführt. So war die Freie Universität zum Beispiel eine der ersten Hochschulen in Deutschland, die mit ihren Fachbereichen und Zentralinstituten Zielvereinbarungen getroffen hat. Sie verfügt außerdem über ein differenziertes Evaluationssystem für Studium und Lehre. Dazu zählen etwa Bachelor-Befragungen, Workload-Befragungen oder Absolventenbefragungen. Die Umsetzung, Präzisierung und Weiterentwicklung von Qualitätsmanagementverfahren in den verschiedenen Bereichen der Universität werden dabei als zentrale strategische Aufgaben verstanden.

Diese intensive Arbeit wird nun noch umfassender und übersichtlicher dokumentiert: Interessierte finden auf der neu eingerichteten Qualitätsmanagement-Webseite Hintergrundinformationen über die Ziele der Freien Universität und die Indikatoren, anhand derer diese Ziele überprüft werden können. Außerdem erhalten die Nutzer einen Überblick über die Instrumente, Prozesse und Regelkreisläufe, die an der Freien Universität eingesetzt werden, um die Qualität der Leistungen zu steuern, zu messen, zu sichern und zu verbessern.

„Die neue Seite soll dabei nicht als fertig oder endgültig verstanden werden“, sagt Indra Kühlcke, die innerhalb der Stabsgruppe Internationale Netzwerkuniversität im Arbeitsbereich Qualitätsmanagement die Webseite konzipiert hat und sie zukünftig betreuen wird. „Letztlich befindet sie sich in einem Stadium lebendigen Wachstums, das vom kontinuierlichen Austausch profitiert und neue Themen aufnehmen wird.“ Anregungen sind deshalb besonders erwünscht.