„Karriereplanung und Beratungsbedarf besser einschätzen können“

Umfrage unter wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Freien Universität / Online-Befragung startet am 16. Juni

09.06.2016

Wie sieht die Arbeitssituation im wissenschaftlichen Mittelbau der Freien Universität aus? Eine Online-Befragung, die am 16. Juni startet, soll Aufschluss geben.
Wie sieht die Arbeitssituation im wissenschaftlichen Mittelbau der Freien Universität aus? Eine Online-Befragung, die am 16. Juni startet, soll Aufschluss geben. Bildquelle: David Ausserhofer

Wie sieht die Arbeitssituation im wissenschaftlichen Mittelbau der Freien Universität aus? Welche Karrierechancen und –planungen folgen auf die Promotion? Eine vom Präsidium der Hochschule beauftragte Online-Befragung unter den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Freien Universität soll Aufschluss geben. Campus.leben sprach mit dem Projektleiter der Studie, Harm Kuper, Professor für Erziehungswissenschaft am Arbeitsbereich Weiterbildung und Bildungsmanagement der Freien Universität.

Herr Professor Kuper, wer soll befragt werden?

Die Studie richtet sich an den wissenschaftlichen Mittelbau der Freien Universität. Konkret sind das alle wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in der Promotionsphase oder –vorbereitung befinden, aber auch diejenigen, die eine Promotion bereits abgeschlossen haben. Angesprochen sind sowohl Drittmittel- als auch Haushaltsstellenbeschäftigte. An der Freien Universität betrifft das rund 2.000 wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Was genau soll in der Studie untersucht werden?

Uns interessieren die Karrierewege des wissenschaftlichen Mittelbaus. Einerseits interessiert uns die die Frage, welche Bedingungen beziehungsweise Unterstützung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im wissenschaftlichen Mittelbau in den einzelnen Fach- und Arbeitsbereichen vorfinden.

Darüber hinaus wollen wir herausfinden, wie sie ihre voraussichtlichen Karriereverläufe konstruieren: Welche Chancen sehen sie, ihre akademische Karriere weiterzuverfolgen? Ist das überhaupt ein Ziel? Oder haben sie eventuell alternative Pläne außerhalb der Universität oder anderer Forschungseinrichtungen?

Uns interessiert, ob die Promotionsbedingungen in verschiedenen Fächern unterschiedlich sind. Und ob und – wenn ja – wie Unterstützungs-, Beratungs- oder Weiterbildungsangebote wahrgenommen werden.

Welchen Hintergrund hat die Studie?

Wissenschaftliche Karrieren sind schon immer riskant gewesen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler investieren sehr viel Zeit in aufwendige formale Qualifikationen. Dabei wird der Flaschenhals für die akademische Laufbahn insbesondere in den späteren Karrierephasen immer enger. Es gab schon immer wenige Professuren im Verhältnis zum wissenschaftlichen Nachwuchs, den die Universitäten hergebracht haben.

Können Sie das mit Zahlen verdeutlichen?

In der Zeit von 2005 bis 2014 gab es bei den Professuren deutschlandweit eine Steigerung von 38.000 auf 45.000. In derselben Zeit hat sich die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 111.000 auf 178.000 erhöht.

Bei den Professuren gab es demnach eine Steigerung von 18 Prozent, beim wissenschaftlichen Mittelbau eine um 38 Prozent. Es gibt also einen sehr viel größeren wissenschaftlichen Mittelbau als es Voll- und Juniorprofessuren gibt. Diese Schere wird in Zukunft noch weiter auseinandergehen.

Wie soll die Befragung an der Freien Universität durchgeführt werden?

Es ist eine Online-Vollbefragung. Das heißt, wir schreiben alle Personen aus der Gesamtheit des wissenschaftlichen Mittelbaus an. Dann liegt es an jedem Einzelnen, ob er oder sie an der Studie teilnehmen möchte oder nicht. Insgesamt wird es Fragen in acht Themenblöcken geben. Inklusive der Auswertung der Daten ist die Studie auf vier Jahre angelegt. Eine erste Befragungswelle startet jetzt im Juni, weitere folgen im November und im Jahr 2018.

Was erhoffen Sie sich von den Ergebnissen der Studie?

Wir erhoffen uns, besser einschätzen zu können, wie die Karrierechancen und –planungen unser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im wissenschaftlichen Mittelbau aussehen. Eventuell lassen sich bestimmte Karrieremuster identifizieren. In einem weiteren Schritt könnte man dann schauen, ob es sinnvoll sein kann, neue Unterstützungsformate oder Beratungsleistungen im Hinblick auf diese Karrieremuster zu etablieren oder bestehende zu optimieren.

Warum sollte sich der wissenschaftliche Nachwuchs an der Befragung beteiligen?

Ich denke, dass es im eigenen Interesse ist, die Bedingungen für die eigene Karriereplanung und Qualifikation verbessern zu wollen. Neben diesem Kerninteresse wollen wir noch eine kleine weitere Motivation für die Teilnahme schaffen: Wir verlosen Büchergutscheine – und unter denjenigen, die sich an mehreren Befragungswellen beteiligen, zwei Tablets.

Die Fragen stellte Melanie Hansen.

Weitere Informationen

Website Mittelbau-Studie