Freie Universität Berlin


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Ausgezeichnete Arbeiten

Unter den Preisträgern des Tiburtius-Preises sind in diesem Jahr drei Wissenschaftler der Freien Universität

16.12.2014

Valentina Piwowar wird am heutigen Dienstag mit dem Tiburtiuspreis für die beste Dissertation in diesem Jahr ausgezeichnet.
Valentina Piwowar wird am heutigen Dienstag mit dem Tiburtiuspreis für die beste Dissertation in diesem Jahr ausgezeichnet. Bildquelle: Privat

Sie haben die bestmögliche Beurteilung für ihre Doktorarbeiten erhalten – dafür werden sie an diesem Dienstag ausgezeichnet: Drei Doktoranden der Freien Universität erhalten am 16. Dezember von der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen (LKRP) zwei der Tiburtius-Preise für herausragende Dissertationen und einen Tiburtius-Anerkennungspreis. Die nach Ansicht der Jury beste Dissertation verfasste Psychologin Valentina Piwowar. In ihrer Studie zum sogenannten Klassenmanagement untersuchte sie, wie Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler im Unterricht besser führen können. Vom Fachbereich Physik der Freien Universität stammen zwei weitere Preisträger, die in der Kategorie Dissertationen den zweiten Preis und einen Anerkennungspreis erhalten.

Der mit 4.000 Euro dotierte erste Preis geht dieses Jahr an Valentina Piwowar. Mit ihrer Dissertation betritt sie ein Gebiet der Erziehungswissenschaft, das lange Zeit nur geringe Beachtung fand: „Klassenmanagement“ nennt sich die vorausschauende Führung der Klasse durch den Lehrer. Damit die Schulstunde optimal genutzt werden kann, sollten Lehrer mehrere Anforderungen gleichzeitig bewältigen. „Zum Beispiel sollte der Unterricht klar strukturiert sein, damit jeder Schüler weiß, was gerade passiert und was anschließend folgen wird“, erklärt Valentina Piwowar. „Außerdem müssen Lehrkräfte damit umgehen können, wenn der Unterricht gestört wird und diesen Störungen im besten Fall vorbeugen können.“ Regeln und Rituale seien dabei besonders wichtig: Wenn bestimmte Abläufe, wie die Bearbeitung eines Wochenplans, nicht jedes Mal neu erklärt werden müssen, spare das Zeit und Arbeit.

Effizienter unterrichten

Nicht nur die Lehrer sind für ein funktionierendes Klassenmanagement verantwortlich, sondern auch die Klasse selbst. „Es ist wichtig, dass die Verantwortung auch auf die Schüler übertragen wird“, sagt Valentina Piwowar. „So können Aufgaben in der Klasse verteilt werden. Grundschullehrer können zum Beispiel während einer Gruppenarbeit sogenannte Zeitwächter bestimmen oder einzelnen Schülern die Aufgabe übertragen, in der Klasse auf die Einhaltung bestimmter Regeln zu achten.“

In der Ausbildung der Lehrer lässt sich Klassenmanagement schwieriger vermitteln als klar eingegrenztes Fach- oder didaktisches Wissen. Für ihre Dissertation hat sich Doktorandin Valentina Piwowar dafür entschieden, selbst in einer praktischen Studie mit 40 Lehrern eine Fortbildung in Sachen Klassenführung zu erproben und durchzuführen. Denn bisher gibt es in Deutschland kaum Weiterbildungsangebote für Lehrer, durch die Klassenmanagement gefördert wird. „Wir durften den Unterricht der teilnehmenden Lehrkräfte beobachten und haben auch Schüler befragt“, erzählt Valentina Piwowar. Außerdem wurde der Unterricht gefilmt. Die Aufnahmen wurden dann mit Unterstützung eines professionellen Coach im Kreis der Kollegen ausgewertet und überlegt, wie man den eigenen Unterricht verbessern könnte.

Anerkennung für den Fachbereich Physik

Den zweiten von drei Tiburtius-Preisen für hervorragende Dissertationen erhält Jens Petersen vom Fachbereich Physik für seine Arbeit mit dem Titel „Entwicklung gemischt quanten-klassischer Methoden für kohärente Kontrolle und ultraschnelle Spektroskopie in komplexen Systemen“. Am selben Fachbereich hat auch Fabio Caruso seine Dissertation geschrieben, die mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet wird.

Namensgeber der Preise ist der ehemalige Senator für Volksbildung in Berlin, Joachim Tiburtius. Jedes Jahr werden Doktoranden der Berliner Hochschulen und Absolventen der Fachhochschulen ausgezeichnet.